Spf unterliegen beim Regionalligisten

Regionalligist TSG Neustrelitz gelingt ein verdienter 3:0 (2:0)-Heimsieg gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall, einem Verbandsligisten aus Baden-Württemberg.
Die Tore für die Neustrelitzer im heimischen Parkstadion schossen George Kelbel (16.) sowie die Probespieler Lukasz Plonowski (10.) und Cliff Uyimwen (86.). Die Spf hatten in den zweiten 45 Minuten auch 2-3 gute Gelegenheiten, konnten diese aber nicht nutzen.

Spf schaffen Klassenerhalt

Hall schafft mit einem 4:1 gegen die SKV Rutesheim den Klassenerhalt. Auch der Gegner spielt in der Verbandsliga, da Backnang im Parallelspiel Schützenhilfe leistet.

Am Ende liegen sich alle in den Armen. Die Sportfreunde-Spieler in ihren blauen Trikots bejubeln ihren 4:1-Sieg nach Verlängerung gegen Rutesheim. Die Mission ist erfüllt, der Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht. Aber auch die Akteure in Schwarz reißen die Arme nach oben und tanzen im Kreis, obwohl sie die Partie auf dem Papier verloren haben.

Dass beide Teams in der nächsten Saison in der Verbandsliga auflaufen werden, zeichnet sich Mitte der zweiten Halbzeit ab. Die Handys von Betreuern auf der Ersatzbank und bei vielen der 2200 Zuschauer im Crailsheimer Schönebürgstadion werden eifrig betätigt. Im Luftlinie 206 Kilometer entfernten Freiburg spielt zeitgleich die TSG Backnang um den Aufstieg in die Oberliga. Nach dem 4:1 der TSG in der 71. Minute scheint klar, dass Backnang die 2:3-Niederlage aus dem Hinspiel gegen den Freiburger FC wettmachen und eine Klasse nach oben gehen kann. Durch den freigewordenen Platz dürfen sowohl die Sportfreunde Hall als auch Rutesheim in der Verbandsliga spielen.

Dass die Sportfreunde in der zweiten Halbzeit auf das Backnanger Ergebnis angewiesen sind, haben sie sich an diesem Tag selbst zuzuschreiben. Zunächst gelingt den Haller ein Traumstart. Nach vier Minuten kombinieren sich die Sportfreunde bis zum gegnerischen Strafraum, wo Kapitän Ali Gökdemir aus 18 Metern einen satten Linksschuss in die Maschen setzt (1:0).

Das Glückgefühl hält aber nicht lange. Nach einem weiten Abschlag von Rutesheim-Keeper Marijo Milcic springt das Spielgerät in der Haller Hälfte auf, ohne dass einer von drei Sportfreunde-Verteidigern zum Ball geht. Nutznießer ist SKV-Stürmer Jonas Arcalean, der sich die Kugel schnappt und trocken zum 1:1 verwandelt (7. Minute).

Danach beherrscht Hall klar das Geschehen. Die Abwehrreihe steht sehr hoch, um den Gegner früh stören zu können. Oft zeigen die Sportfreunde ihre technische und spielerische Überlegenheit. Sie haben aber an einer entscheidenden Stelle ein großes Manko: die Chancenverwertung. Allein Mittelstürmer Serdal Kocak versiebt drei hundertprozentige Möglichkeiten. Bei der ersten hat er den Torwart schon umkurvt und trotzdem schießt er den Ball aus kurzer Distanz völlig frei nur ans Torgestänge. Etliche Zuschauer sehen dabei das Netz wackeln, auch die Tormusik wird eingespielt. Eine Sekunde später fassen sich die Haller Fans an den Kopf, als sie bemerken, dass der Ball doch nicht drin war. Von der SKV kommt in der Offensive so gut wie nichts mehr.

In der zweiten Halbzeit wandelt sich das Bild. Die Rutesheimer attackieren nun ihrerseits früher, womit das Haller Spiel empfindlich gestört wird. Die Überlegenheit des Teams in Blau ist nun passé, vielmehr duellieren sich jetzt zwei gleichstarke Mannschaften.

Glück haben die Haller, als SKV-Stürmer Gianluca Crepaldi nach einer Ecke an die Latte köpft (65. Minute). Rutesheim versucht in der ersten Halbzeit kämpferisch dagegenzuhalten. Bei den Sportfreunden geht in Durchgang zwei auch nicht mehr viel nach vorne, lediglich ein Linksschuss (66.) von Kocak und Adam Wilczynski mit einem Weitschuss, den Marijo Milcic zum Eckball pariert, bringen Torgefahr. Die beste Chance, das Spiel vor der Verlängerung zu entscheiden hat Bastian Joas, der nach einem schönen Angriff über links zentral 16 Meter vor dem Tor den Ball drüber schießt.

Absurde Verlängerung

Mit dem Abpfiff des Spiels herrscht etwas Verwirrung. Backnang hatte seine Partie gewonnen. Einige Spieler der Rutesheimer liegen sich bei der Ersatzbank in den Armen oder klatschen sich ab. Halls Trainer Slobodan Pajic hingegen will von Handys in diesem Moment nichts wissen, sondern dieses Spiel für sich entscheiden. Das Schiedsrichtergespann entscheidet, die Regularien zu befolgen und die Verlängerung auszutragen. Diese gerät dann mehr oder weniger zu einem Sommerkick, auch weil beide Teams bei heißen Temperaturen viel gelaufen sind. Einige der Zuschauer ziehen es vor, die Verlängerung nicht mehr anzusehen, um wohl einem Verkehrschaos zu entgehen. Was sie verpassen sind noch drei Haller Tore, da die Sportfreunde mehr Willen und Einsatz zeigen in der Verlängerung.

Erst gelingt Bastian Joas ein Sololauf durch das halbe Spielfeld (2:1, 112. Minute), fünf Minuten später schließt Serdal Kocak einen Konter zum 3:1 ab. Den Schlusspunkt setzt der eingewechselte A-Jugendspieler Luca Squillacioti 60 Sekunden vor dem Abpfiff.

„Wir waren in der ersten Halbzeit klar überlegen und hätten 4:1 oder 5:1 führen müssen. Nach der Pause haben wir nicht mehr so strukturiert gespielt“, resümiert Sportfreunde-Trainer Slobodan Pajic. Das 4:1 sei ein verdienter Sieg und der Klassenerhalt der verdiente Lohn für die Anstrengungen der vergangenen fünf Monate. Pajic: „Die Mission war nicht einfach, aber wir haben es geschafft. Als Sportler darfst du nie aufgeben.“

Tore: 1:0 Ali Gökdemir (4.), 1:1 Jonas Arcalean (7.), 2:1 Bastian Joas (112.), 3:1 Serdal Kocak (117.), 4:1 Luca Squillacioti (120.)

Spf: Jonas Wieszt (107. Valentin Dambach), Marian Föll, Joshua Voigt, Lamar Yarbrough, Jannik Dannhäußer, Ali Gökdemir, Simon Glück (78. Mert Sipahi), Adam Wilczynski (103. Sven Blumenstock), Dominik Schäfer (103. Luca Squillacioti), Bastian Joas, Serdal Kocak

Schiedsrichter: Marco Gegner (Weinsberg), Zuschauer 2.200

 

Sprung auf den Relegationsplatz

Trainer Slobodan Pajic vor der Begegnung „unsere Ausgangsposition hat sich nach der Niederlage gegen Freiberg verschlechtert. Aber wir wollen nicht die Dummen sein, sollte die Konkurrenz doch patzen.“ Es ist auch eine Art Charaktertest für die Mannschaft. Sollte sie nicht mit letztem Einsatz in Albstadt spielen, würde das tief blicken lassen. Und tatsächlich patzte die Konkurrenz, die Spf holten die drei Punkte und schafften dadurch den Sprung auf den Relegationsplatz.

Die Spf begannen konzentriert und gingen nach acht Spielminuten auch schon in Führung. Dominik Schäfer legte quer auf Serdal Kocak und der Haller Torjäger liess Mario Alber im Albstadter Kasten keine Chance, 0:1. Die Spf versuchten nachzulegen aber selbst die besten Gelegenheiten wurden nicht genutzt. Gegen Ende der 1. Halbzeit kamen die Hausherren besser ins Spiel und hatten auch 2-3 gute Möglichkeiten. Bei der besten Albstädter Chance scheiterte Pietro Fiorenza in der 38. Minute am toll reagierenden Haller keeper Jonas Wieszt. Nach dem Seitenwechsel plätscherte die Begegnung bis zur 70. Minute so dahin. Dann kam plötzlich wieder Leben ins Spiel, den Hausherren gelang durch Felix Loch der 1:1 Ausgleich. Die Spf schüttelten sich kurz und hätten nur zwei Minten später durch Bastian Joas den erneuten Führungstreffer erzielen müssen. Aber knapp daneben ist auch vorbei. In der 74. Minute wurde Joas im Strafraum etwas ungeschick zu Fall gebracht, Elfmeter für die Spf. Serdal Kocak verwandelte eiskalt zum 1:2. Die Gefühlswelt der Spieler, Trainer und Fans der Spf erlebte weiterhin eine Achterbahnfahrt, die Ergebnisse auf den anderen Plätzen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht gut für die Haller. Aufregung in der 80. Minute, zuerst klärte Jonas Wieszt überragend, der Nachschuss landete an der Latte des Haller Tores. Die Entscheidung fiel dann in der 82. Minute. Mert Sipahi per Kopf auf Serdal Kocak und die Spf führten 1:3. In der 90. Minute handelte sich Marko Markovic völlig unnötig, es gibt noch einen anderen Ausdruck dafür, die gelb/rote Karte ein. Nach Reklamieren sah er gelb, musste dies gegenüber SR Digeser mit Applaus bekunden und durfte dafür den Platz verlassen. Dann war das Spiel vorbei und die Zeit des Warten begann. Nach etwas 15 Minuten standen die anderen Ergebnisse fest, die Spf schafften den ersten Schritt zum Klassenerhalt. Am 18.06. 2017 gilt es in Crailsheim nun Schritt zwei zu tun. 

Bittere Niederlage im Abstiegsduell

Schnell leert sich die Tribüne des Optima-Sportparks nach dem Schlusspfiff. Die Enttäuschung bei den meisten der 400 Zuschauern sitzt tief, genauso wie bei den Spielern und Verantwortlichen der Haller Sportfreunde. Die „Wochen der Wahrheit“ mit vier Duellen gegen direkte Konkurrenten beginnen schlecht. Mit 1:3 ziehen die Haller im Heimspiel gegen den Aufsteiger Wangen den Kürzeren.

Dabei läuft die Partie zunächst gut an. Die Sportfreunde setzen sich in der gegnerischen Hälfte fest. Die Wangener Abwehr zeigt Unsicherheiten, was nicht verwunderlich ist, schließlich hat der Gast mit 60 Gegentreffern die schlechteste Bilanz in der ganzen Liga. Nach fünf Minuten segelt eine Freistoßflanke von Ali Gökdemir gefährlich in den Wangener Strafraum, doch den anschließenden Kopfball pariert der Gäste-Torwart Pirmin Barensteiner. In der siebten Minuten setzt Gökdemir einen langen Ball in Richtung Serdal Kocak an. Der Pass wird im letzten Moment von der Wangener Abwehr geklärt. Die beste Gelegenheit, in Führung zu gehen, eröffnet sich in der 12. Minute. Wieder bringt Gökdemir, der im 4-4-2-System auf der Außenbahn agiert, den Ball von der rechten Seite flach vors Tor, wo Torjäger Serdal Kocak mit der Fußspitze ganz knapp verpasst.

Glück haben die Sportfreunde, als in der 17. Minute der Haller Torwart Jonas Wieszt aus seinem Gehäuse eilen muss. Am Eck des Sechszehnmeterraums rennt Wieszt den Wangener Franz Rädler um, der sich den Ball nach außen vorlegt. Der durchaus mögliche Elfmeterpfiff bleibt aus.

Unglücklich verläuft hingegen die 20. Minute: Der stärker werdende Gast bringt von der rechten Seite eine Flanke, die der Haller Jannik Dannhäußer mit einer Grätsche ins eigene Tor lenkt (0:1). Hall bemüht sich in der Folgezeit, das Spiel wieder an sich zu reißen, was jedoch nur teilweise gelingt. Sportfreunde-Trainer Slobodan Pajic versucht von der Seitenlinie sein Team anzutreiben. Dennoch setzen sich zumeist die Spieler in Rot in den Zweikämpfen durch.

Keine Torchance in Hälfte zwei

Der Ausgleich für die Heimelf fällt vom Elfmeterpunkt. Serdal Kocak übernimmt in der 38. Minute die Verantwortung. Er versenkt den Ball souverän flach in die rechte Ecke. Doch ist der Strafstoß auch berechtigt? Nach einem Angriff über rechts passt Kevin Lehanka kurz auf Ali Gökdemir, der fast von der Grundlinie flankt. Aus kurzer Distanz prallt der Ball an den Arm eines Wangener Abwehrspielers. Schiedsrichter Fatih Icli bewertet die Situation als Handspiel.

Wer nach der Pause gedacht hatte, dass die Partie nun zugunsten der Heimelf kippt, sieht sich getäuscht. Wangen dominiert die kompletten zweiten 45 Minuten. Die Sportfreunde haben nicht eine ernsthafte Torchance. Hall kommt kaum noch in die Zweikämpfe und die hohen Bälle verteidigen die Gäste ohne Probleme. Das 1:2 fällt nach gut einer Stunde, als der beste Mann des Tages, Wangens dribbelstarker Mario Vila Boa, abzieht und sein Schuss abgefälscht über den chancenlosen Jonas Wieszt im Haller Tor landet. Der Wangener darf schießen, obwohl sieben Haller in der Nähe stehen, aber keiner entschlossen draufgehen will. Die entgültige Entscheidung fällt zehn Minuten vor Schluss. Simon Wetzel umspielt die Haller Abwehr und versenkt den Ball von der Strafraumkante (1:3).

„Wir haben ein schlechtes Spiel gemacht und nicht kompakt und organisiert genug verteidigt, wie wir es in unserer Lage eigentlich machen müssten“, analysiert der Haller Trainer Slobodan Pajic. Die Erfolgsgier, der Zusammenhalt, die Entschlossenheit, die Laufbereitschaft, all dies sei nur zu 50 Prozent da gewesen und das reiche in der Verbandsliga nicht. Nun gelte es, den Fokus wieder aufs nächste Spiel zu legen, um im Kopf bereit für die kommenden Aufgaben zu sein.

Spf: Jonas Wieszt, Marian Föll, Matthias Haag, Lamar Yarbrough, Jannik Dannhäußer, Simon Glück, Adam Wilczynski (67. Joshua Voigt), Dominik Schäfer (46. Marko Markovic), Ali Gökdemir (75. Mert Sipahi), Kevin Lehanka (90. Thomas Wagner), Serdal Kocak.

Tore: 0:1 Jannik Dannhäußer (20., Eigentor), 1:1 Serdal Kocak, (38., Handelfmeter), 1:2 Mario Vila Boa (58.), 1:3 Simon Wetzel (80.)

Schiedsrichter: Fatih Kerem Icli (Lauda-Königshofen)

 

Zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung kostet den Sportfreunden den Sieg

 

Schade! Trotz einer engagierten, couragierten Mannschaftsleistung reichte es für die Sportfreunde am Ende nur zu einem 3:3 Unentschieden in Essingen.

Die Heimmannschaft versuchte von Beginn an, die etwaige Verunsicherung der Haller auszunutzen. Trotz der neuerlichen Umstellungen (Matthias Haag, Akin Abdulsamed und Lamar Yarbrough mussten ersetzt werden) brauchten die Sportfreunde nicht viel Zeit, um ins Spiel zu finden. In der 4. Minute lief Serdal Kocak nach tollem Pass von Marian Föll allein auf Torhüter  Philipp Pless zu, der am Ende glänzend parierte. Zehn Minuten später hatte der zahlreiche Haller Anhang den Torjubel auf den Lippen, als Kevin Lehanka freistehend zum Kopfball kam, jedoch um Zentimeter das Tor verfehlte. Nach 18 Minuten der erste Schuss aufs Gästetor, doch kein Problem für Torhüter Jonas Wieszt. Wie aus heiterem Himmel dann das 1:0 für die Heimmannschaft in der 22. Minute. Auf der Außenbahn konnte der Ball nicht geklärt werden, kam flach in den Haller Strafraum und Michael Wende konnte freistehend das 1:0 erzielen. In der 26. Minute der Ausgleich der Haller durch Serdal Kocak. Jannik Dannhäußer flankte in den Strafraum, Kevin Lehanka legte Serdal Kocak per Kopf auf und der Torjäger schob zum 1:1 ein. Essingen schüttelte sich kurz und erzielte vier Minuten später die erneute Führung. Ein Abwehrfehler in der Haller Hintermannschaft führte dazu, dass Essingens Simon Fröhlich im Strafraum an den Ball kam und diesen in den Winkel drosch. Die Heimmannschaft drängte nun auf das nächste Tor. Ein weiterer Angriff der Gastgeber konnte gerade noch seitens der Sportfreunde geklärt werden. In der 34. Minute Glück für Hall, als ein Stürmer der Heimmannschaft allein vor Wieszt auftauchte, dieser schon geschlagen war, doch der Ball vom Innenpfosten zurück ins Feld prallte. Die letzten drei Minuten in der ersten Hälfte Turbulenzen pur. Zuerst das 2:2 für die Sportfreunde. Kluger Pass des starken Föll auf Bastian Joas, dessen scharfe Hereingabe bugsierte ein Essinger Abwehrspieler über die eigene Torlinie (43. Min.). Der Jubel war noch nicht verhallt, schon führten die Haller 3:2. Joas spielte Kocak geschickt im Strafraum an, dieser drehte sich elegant um einen Gegenspieler und vollendete überlegt zum 3:2 (44. Min.). Keine Zeigerumdrehung später musste Sportfreundetorhüter Wieszt einen Schuss abwehren, beim anschließenden Konter verzog Lehanka knapp.

Die zweite Halbzeit begann mit viel Druck seitens der Hausherren, doch immer wieder gelang es den Hallern zu klären. In der 59. Minute tolle Kombination der Gäste. Kocak auf Lehanka, dieser flankte zurück auf Kocak, doch verfehlte Halls Torjäger knapp. Nochmals Kocak in der 71. Minute, doch ohne Erfolg. Nun wogte das Spiel hin und her, Chancen hüben wie drüben. In der 79. Minute eine Torchance für Lehanka ohne Erfolg, im Gegenzug musste Wieszt auf der Hut sein und einen Querpass abfangen. Chance für die Sportfreunde in der 87. Minute, als Dannhäußer einen Angriff mit sehenswertem Schuss abschloss, jedoch Torhüter Pless glänzend reagierte. Dann das bittere Ende, sprich der unverdiente Ausgleich der Heimmannschaft. Nach einem langen Ball Richtung Haller Strafraum klärte Ali Gutda Gökdemir souverän mit dem Kopf. Der Ball landete bei Joas, Schiedsrichter Dennis Bauer sah (als Einziger im Stadion) ein Foul. Joas spielte im selben Moment des Pfiffs den Ball nach vorne, was ihm von Schiedsrichterseite als Ballwegschlagen ausgelegt und mit der Gelb/Rote Karte bestraft wurde. Der anschließende Freistoß flog in den Haller Strafraum, wo er nicht entscheidend geklärt werden konnte und Simon Köpf in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Ball unhaltbar zum 3:3 Endergebnis in den Winkel zirkelte.

 

Trainer Slobodan Pajic: „Es war ein klasse Spiel meiner Mannschaft über 90 Minuten. Toller Kampf, überragende Leistung.“

Spf: Jonas Wieszt, Marian Föll, Joshua Voigt, Adam Wilczynski, Simon Glück, Kevin Lehanka, Jannik Dannhäußer , Ali Gökdemir, Dominik Schäfer, Bastian Joas, Serdal Kocak

 

Tore: 1:0 Michael Wende (22. Min.), 1:1 Serdal Kocak (26. Min.), 2:1 Simon Fröhlich (30. Min.), 2:2 Eigentor Essingen (43. Min.), 2:3 Serdal Kocak (44. Min.), 3:3 Simon Köpf (90 + 2 Min.)

 

Besondere Vorkommnisse:
Gelb/Rote Karte: Bastian Joas (90 + 2 Min.)

Zuschauer: 120

Schiedsrichter:  Dennis Bauer, Schorndorf

Sportfreunde verlieren in Unterzahl

Die Sportfreunde Schwäbisch Hall stecken in der Verbandsliga weiterhin im Abstiegskampf. In Schwäbisch Gmünd verlieren die Haller mit 0:1.

Die ersten zehn Minuten merkte man beiden Mannschaften an, dass es zur Zeit nicht so läuft, wie man es sich vorstellt. Ein Hin und Her, ohne dass Nennenswertes entstand. Ein erster Schuss der Heimmannschaft in der 13. Minute konnte Halls Keeper Jonas Wieszt entschärfen.

Die Sportfreunde versuchten, kompakt zu stehen, was teilweise gut gelang. Schwäbisch Gmünd hatte nur Chancen durch Weitschüsse, die allesamt ihr Ziel verfehlten. Ein Freistoß der Gastgeber in der 26. Minute strich knapp übers Tor. Zu schnelle Ballverluste prägten das Spiel der Sportfreunde. Ansonsten gab es bis zum Pausenpfiff keinerlei nennenswerte Aktionen.

Der erste Angriff nach der Halbzeit gehörte der Heimmannschaft. Sportfreunde-Torhüter Wieszt wehrte einen Schuss ab und hatte dann Glück, dass der Abpraller von einem Gmünder Stürmer nicht verwertet wurde.

Weiterhin versuchten die Gastgeber, gefährlich in Richtung Haller Tor zu werden, doch die Abwehr der Sportfreunde stand gut gestaffelt. Allerdings nur bis zur 58. Minute: Ein zaghafter Angriff der Gäste wurde von der Heimmannschaft abgefangen. Ein langer Ball kam im Haller Strafraum herunter. Im anschließenden Zweikampf sah Schiedsrichter Daniel Leyhr ein Foulspiel von Halls Spielführer Matthias Haag und entschied auf Strafstoß. Torhüter Wieszt parierte aber den Elfer und war auch beim Nachschuss auf der Höhe. Doch wie so oft an diesem Tag brachten die Sportfreunde-Spieler den Ball nicht unter Kontrolle und plötzlich abermals ein Pfiff. Lamar Yarbrough hatte einen Schuss aufs Tor mit einem Reflex mit der Hand abgewehrt. Die Folge: Rote Karte und nochmals Elfmeter. Diesmal verwandelte der Ex-Haller Erol Efendi sicher zur Führung für Schwäbisch Gmünd.

Halls Trainer Slobodan Pajic reagierte sofort und brachte mit Marko Markovic und Ali Gökdemir zwei frische Kräfte. Die Hausherren wollten das Momentum nutzen und drängten auf den zweiten Treffer. Ein Schuss ging knapp am Haller Tor vorbei (67. Minute. Bei einem Kopfball in der 69. Minute fehlten nur Zentimeter. Hall kam nicht mehr richtig ins Spiel, nur die Heimmannschaft hatte Chancen, die jedoch nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. Mit etwas Glück überstanden die Sportfreunde diese Phase ohne Gegentreffer. Chancen auf den Ausgleich gab es aber keine. In der 90. Minute hatte Hall Glück, als Wieszt gerade noch klären konnte. Ein Tor der Normannen wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Den einzigen Torschuss der Sportfreunde gab Gökdemir in der Nachspielzeit ab, ohne jedoch Torhüter Yannick Ellermann vor irgendwelche Probleme zu stellen.

Hall: Jonas Wieszt, Marian Föll, Joshua Voigt, Matthias Haag, Lamar Yarbrough, Adam Wilczynski (78. Kevin Lehanka), Jannik Dannhäußer, Mert Sipahi (63. Ali Gökdemir), Dominik Schäfer (70. Bastian Joas), Abdulsamed Akin (63. Marko Markovic), Serdal Kocak

Tore: 1:0 Erol Efendi (61., HE)

 

Besondere Vorkommnisse:
Sportfreunde Torhüter Jonas Wieszt hält Foulelfmeter (58. Min.)
Rote Karte: Lamar Yarbrough (Handspiel)

 

Zuschauer: 220, Schiedsrichter:  Daniel Leyhr, Reutlingen

Wir sollten diesen Punkt positiv sehen

Nach dem Schlusspfiff blickt man in Gesichter, die abgekämpft sind – und enttäuscht wirken. 0:0 gegen den VfL Pfullingen. Das sei einerseits ganz okay, „weil wir zum zweiten Mal hintereinander zu null gespielt haben“, meint Kapitän Matthias Haag. Andererseits „ist das für uns zu wenig“.

Da die Sportfreunde ihre Heimspiele eineinhalb Stunden vor der in der Verbandsliga sonst üblichen Anstoßzeit von 15.30 Uhr beginnen, kann Haag nicht die Ergebnisse der Konkurrenten kennen. Sonst hätte er wohl vielleicht doch von einem Punkt gesprochen, der den Hallern weiterhelfen kann. Denn ausnahmslos alle Abstiegskonkurrenten spielten ebenfalls Remis – mit Ausnahme des FC Wangen, der 2:3 gegen Neckarrems verlor. Somit haben die Sportfreunde den Abstand auf den Relegationsplatz auf nur noch einen Zähler verkürzt.

Dies kann Trainer Slobodan Pajic bei seinem Statement auch noch nicht wissen und dennoch entscheidet er sich für die optimistische Variante. „Der Gegner ist sehr stabil und spielt eine souveräne Runde. Wir sollten deshalb diesen Punkt positiv sehen.“

Dass die Mannschaft zunächst etwas geknickt wirkt, kann aber auch Pajic nachvollziehen. Denn die Haller lassen in den ersten 20 Minuten gleich drei gute Gelegenheiten aus. Dominik Schäfer setzt Serdal Kocak gut in Szene, der Pfullingens Torwart umkurvt. Aber sein Schuss wird noch von der Linie geschlagen. Dann ist nach einem Pfullinger Stellungsfehler auf einmal Jannik Dannhäußer frei, doch Herlinger kann zur Ecke klären. Und keine 120 Sekunden später scheitert Kocak erneut.

 

Es sollte für längere Zeit die beste Chance bleiben. Das liegt weniger an Hall denn am Gegner: Pfullingen stellt sich besser auf die Haller Spielweise ein, minimiert die Fehler im Aufbau. Nun macht sich bemerkbar, dass Hall mit einer fünf Mann starken Abwehrkette agiert. Im Mittelfeld werden die Räume für Pfullingen größer, obwohl Adam Wilczynski viel läuft – genau wie seine Mannschaftskollegen. Doch wenn Hall den Ball hat, geht er häufig zu schnell verloren. Pfullingen verschiebt schnell, schaltet gut um und kann so häufig den ballführenden Haller mit zwei Spielern attackieren. Das hat VfL-Trainer Michael Konietzny zufrieden festgestellt.

Allerdings hätte er sich mehr Durchschlagskraft in der Offensive gewünscht. Doch dort steht eine Haller Abwehr im Weg, die zwar nicht immer fehlerfrei agiert, aber in den entscheidenden Momenten klären kann. Es ist bezeichnend, dass die größte Gelegenheit neben zwei Weitschüssen von Halls Torwart Jonas Wieszt eingeleitet wird. Fünf Minuten vor dem Ende lässt er einen harmlos wirkenden Ball nach vorne abklatschen, rettet dann aber hervorragend gegen den Pfullinger Stürmer.

Fußballerisch müsse sich sein Team noch entwickeln, meint Pajic. Aber das sei momentan sekundär. Von den fünf Spielen unter seiner Leitung wurde nur eines verloren. Bei seinem Amtsantritt hat der Serbe vorgerechnet, dass Hall 1,6 Punkte pro Spiel im Schnitt holen muss, um die Klasse zu halten. Momentan stehen die Sportfreunde bei 1,2. Doch das schlechte Spiel gegen Neckarrems (1:5) scheint verarbeitet zu sein. Das Team wirkt wieder stabiler, oder wie es Pajic ausdrückt, „wir waren heute 90 Minuten gut fokussiert.“

Die Mission Klassenerhalt geht am kommenden Samstag weiter. Dann fahren die Sportfreunde zu Normannia Gmünd, das in Albstadt 1:1 spielte. Die beiden Spiele zuvor verlor Normannia deutlich gegen Pfullingen (1:3) und in Freiberg (1:5).

Sportfreunde:1 Jonas Wieszt, 3 Marian Föll, 4 Joshua Voigt, 5 Matthias Haag, 6 Adam Wilczynski (88. Min. 8 Marko Markovic), 9 Serdal Kocak, 10 Abdulsamed Akin, 15 Dominik Schäfer (62. Min. 12Simon Glück), 16 Lamar Yarbrough, 19 Mert Sipahi (58. Min. 17 Ali Gökdemir), 23 Jannik Dannhäußer.

Bank: ETW 21 Valentin Dambach, 2 Thomas Wagner, 18 Stoyan Stoyanov, 24 Max Wanner.

Schiedsrichter: Timo Lämmle (Kernen), Zuschauer 400

 

Auswärtssieg

 

Mit einem im Großen und Ganzen nicht unverdienten 1:0 Sieg kehren die Sportfreunde vom VfL Sindelfingen zurück.

Man merkte beiden Mannschaften an,  dass die letzten Spiele nicht zur Zufriedenheit der jeweiligen Teams ausgingen. Eine Verunsicherung war beiderseits war zu spüren.

Für die Haller ging es in erste Linie darum kompakt zu stehen, die Angriffsbemühungen der Gastgeber schon in der Entstehung zu verhindern. Dies gelang bis auf ganz wenige Ausnahmen über das gesamte Spiel. Immer wieder versuchten die Sportfreunde aus dieser Kompaktheit einzelne Nadelstiche, sprich Angriffe Richtung Sindelfinger Gehäuse , zu setzen. In der 13. Minute eine erste Schusschance für Hall. Nach Pass von Mert Sipahi schoss  Abdulsamed Akin übers Tor. Tolle Rettungsaktion von Lamar Yarbrough in der 23. Minute als er gerade noch mit der Hacke einen Sindelfinger Stürmer stoppen konnte. Vier Minuten später kam ein Spieler der Heimelf im Strafraum frei zum Schuss doch verfehlte er knapp. Danach spielte sich das Geschehen zwischen den Strafräumen ab. Einzelne Schusschancen, hüben wie drüben, blieben ohne nennenswerten Erfolg. In der  43.Minute ein toller Angriff der Sportfreunde. Dominik Schäfer lässt den Ball in den Lauf von Jannik Dannhäußer prallen  dieser lief noch ein paar Meter und flankte dann flach in den Strafraum wo Kevin Lehanka zum 1:0 einschob. Eine Minute später,  beflügelt durch das 1:0, tauchte Dannhäußer  im Sindelfinger Strafraum auf  doch seinen  Schuss parierte Torhüter David Kocyba glänzend.

 

Die zweite Halbzeit begann mit mehr Druck seitens der Gastgeber. In der 47. Minute verfehlte ein Schuss eines Sindelfingers Spielers das Tor knapp. In der 60. Minute war Sportfreunde Keeper Jona Wieszt auf dem Posten und konnte einen Kopfball nach einer Ecke aus dem Winkel fischen. Die Haller standen weiterhin kompakt und ließen den Sindelfingern  keine Möglichkeit gefährlich vors Tor zu kommen. Zwar hatte man den Eindruck dass die Heimmannschaft zwischen der 77. und 85. Minute den Druck Richtung Sportfreunde Tor erhöhte, was sich in immerwieder kehrenden, hohen Bällen in den Strafraum niederschlug, doch konnten diese von der sehr starken Haller Hintermannschaft Problemlos geklärt werden. Allerdings gelang es den Sportfreunden in dieser Phase nicht ihre Konter geschickt und präzise auszuspielen. Nochmals musste Torhüter Wieszt in der 85. Minute auf der Hut sein und einen Freistoß entschärfen. Ein Weitschuss eines Sindelfingers Spielers wäre unhaltbar gewesen, prallte jedoch in der 89. Minute von der Latte zurück ins Feld. Dieses Glück hatten sich die Sportfreunde an diesem Tag hart erkämpft und verdient. In der Nachspielzeit machte sich  Serdal Kocak allein auf den Weg Richtung Sindelfinger Tor scheiterte jedoch an Torhüter Kocyba.

 

Trainer Slobodan Pajic:  „ Ich bin sehr zufrieden mit der Kompaktheit und dem Defensivverhalten meiner Mannschaft. Auch das Spiel gegen den Ball war über weite Strecken in Ordnung. Der Sieg war wichtig nun müssen wir im nächsten Spiel daran anknüpfen“

Spf: Jonas Wieszt, Marian Föll, Joshua Voigt, Matthias Haag, Lamar Yarbrough, Adam Wilczynski, Jannik Dannhäußer , Mert Sipahi (74. Basti Joas), Dominik Schäfer(90.Thomas Wagner), Abdulsamed Akin (85. Simon Glück), Kevin Lehanka (63. Serdal Kocak)

 

Tor: 0:1 Kevin Lehanka (43.Min.)

 

Schiedsrichter:  Michael Hieber (Ellwangen), Zuschauer: 200

Frank Nabholz

Ausgekontert, ausgespielt – Hall ergibt sich kampflos

Nach dem Spiel bilden die Sportfreunde einen Kreis. Kapitän Matthias Haag, der nach rund 70 Minuten eingewechselt wird und damit sein Comeback gibt, ergreift das Wort. Anfangs ist in gut zehn Meter Entfernung nichts zu verstehen. Doch Haag spricht länger und wird immer lauter. Seine Worte sind deutlich. Fußballersprache eben. Da fallen auch Ausdrücke wie „Scheiße“. Die Mannschaftskollegen hören zu. Der Blick in die Gesichter verrät, dass sie wissen, dass das eben Gezeigte nicht reicht. So etwas reicht nicht für einen Punkt, und auch nicht für den Klassenerhalt.

Sportfreunde Slobodan Pajic ist bei der Pressekonferenz sachlich, vielleicht auch betont sachlich. Seine Mannschaft habe zu viele individuelle Fehler gemacht und die Attribute, die man sich vorgenommen hat – kompakt verteidigen, schnell umschalten –, vermissen lassen. Im nächsten Spiel müsse man sich in allen Bereichen verbessern.

Das zarte Pflänzchen, was die Sportfreunde in den vergangenen Wochen mit den Punktgewinnen gegen Berg und Leinfelden-Echterdingen gegossen haben, wurde vom VfB Neckarrems, aber auch von ihnen selbst, in den Boden gestampft.

20 Minuten spielen die Sportfreunde nicht gut, aber immerhin ordentlich. Offensivaktionen gibt es zwar kaum, aber sie haben deutlich mehr Ballbesitz als der Gegner, der auf dem tiefen Boden im Optima-Sportpark hinterherlaufen muss. Im Abwehrverbund macht Hall zunächst einiges richtig. Nur selten findet der VfB einen Weg durch die Schnittstellen.

Dieses Bild ändert sich in der 20. Minute: Einen langen, hohen Ball unterläuft Innenverteidiger Lamar Yarbrough. Luigi Ancona bestraft diesen Fehler sofort, nimmt den Ball auf und erzielt mit dem ersten VfB-Schuss auf das Haller Tor die Führung.

Fehlerkette zum 0:2

Es ist ein klassischer Wirkungstreffer. Neckarrems gewinnt nun wesentlich mehr Zweikämpfe, vor allem im Mittelfeld. Der Ball läuft durch die Reihen der Gäste, Hall hat Mühe zu folgen. Das Defensivkonzept wird brüchig. Nach einer Viertelstunde haben die Sportfreunde den Schock scheinbar verdaut. Ein flatternder Weitschuss von Abdulsamed Akin bereitet VfB-Torwart Rodrigues Loucao Schwierigkeiten, im Nachfassen holt dieser sich den Ball. Kurz darauf hat Hall einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie. Die Flanke kommt nicht einmal bis zum Strafraum, wird vom VfB abgefangen. Aus dem Konter resultiert ein Eckball. Dieser wird kurz ausgeführt. Am langen Pfosten stehen gleich zwei Neckarremser auf einmal frei frei. Lars Ruckh köpft die Flanke ins Tor.

Was nun folgt, kennen die Zuschauer der Sportfreunde aus der Vorrunde. Die Schultern hängen gefühlt auf Höhe der Grasnarbe. Wie sehr dieser Treffer nagt, zeigt die Aktion drei Minuten später. Ein Neckarremser Schuss wird abgeblockt. Der Ball fliegt im hohen Bogen in den Strafraum. Der einzige, der sich bewegt, ist Eugenio del Genio, der das Spielgerät volley ins Netz jagt.

Die Enttäuschung in der Pause ist überall riesig. „Der Slobo dreht durch da unten“, meint Abteilungsleiter Eberhard Döring. Pajic ist keiner, der sehr laut wird an der Seitenlinie. Mitte der zweiten Halbzeit reicht es ihm aber auch. „Das ist zu billig!“, ruft er deutlich hörbar aufs Feld. Da steht es schon 0:4. Ein Tor, das so auch im Training fallen kann. Trotz des schwierigen Bodens kann Neckarrems sich bis vier Meter vors Tor kombinieren, ehe Tahir Bahadir den Ball über die Linie schiebt. Die Gastgeber hatten sich zwischenzeitlich längst in ihr Schicksal gefügt und mussten in der 73. Minute auch noch das 0:5 hinnehmen. Lediglich Kosmetikkorrektur war dann das 1:5 durch Serdal Kocak in der 86. Minute.

Sportfreunde: Jonas Wieszt, Marian Föll, Joshua Voigt, Adam Wilczynski, Bastian Joas (64. Dominik Schäfer), Serdal Kocak, Abdulsamed Akin, Lamar Yarbrough, Mert Sipahi (69. Mert Sipahi), Kevin Lehanka (71. Matthias Haag), Yannick Dannhäußer.

Tore: 0:1 Luigi Ancona (20.), 0:2 Lars Ruckh (38.), 0:3 Eugenio del Genio (41.), 0:4 Tahir Bahardir (59.), 0:5 Eugenio del Genio (73.), 1:5 Serdal Kocak (86.)

Schiedsrichter: Manuel Hellwig (SV Böblingen), Zuschauer 300

Der ehemalige Spieler der Spf Mathias Pfüller meinte nach der Begegnung " Nach dem Wechsel habe ich ein Aufbäumen bei den Spf vermisst. Da gab es keinen Ruck durchs Team. Die Spf haben noch zehn Endspiele. Wer jetzt den Ernst der Lage nicht begriffen hat, dem ist nicht mehr zu helfen."

Ein Punkt für die Moral

Spät fällt der Ausgleich für die Haller Sportfreunde, „aber er war zu diesem Zeitpunkt auch verdient“, resümiert Abteilungsleiter Eberhard Döring kurz nach Spielschluss gestern Nachmittag auf dem Kunstrasen in Leinfelden-Echterdingen. Den Zusatz „zu diesem Zeitpunkt“ betont Döring, denn die Sportfreunde haben sich seinen Worten nach in die Partie zurückgekämpft.

Dabei beginnen die abstiegsbedrohten Gäste gut, erspielen sich in der Anfangsphase nicht nur ein optisches Übergewicht, sondern erarbeiten sich auch eine Großchance: Bastian Joas läuft alleine auf Calcios Torwart Admir Fajic zu, doch bringt er den Ball nicht im Tor unter. „Den muss er eigentlich machen“, meint Döring. Nach und nach kommen die Gastgeber besser ins Spiel, doch es dauert bis zur 33. Minute, ehe sie den ersten Schuss in Richtung Haller Tor abgeben. Gefährlich ist er nicht, er geht weit über das von Jonas Wieszt gehütete Gehäuse. Der Haller Torwart muss erstmals in der 40. Minute eingreifen, doch auch dieser Schuss ist nicht gefährlich.

Elfmeter bringt die Führung

Kurz vor der Pause gehen die Gastgeber in Führung: Lamar Yarbrough attackiert im Strafraum seinen Gegenspieler. Schiedsrichter Kammerer zeigt auf den Elfmeterpunkt. Döring spricht von einem „Kann-Elfmeter“. Gökhan Gümüssu trifft zum 1:0 für den ambitionierten Club aus Leinfelden-Echterdingen. Dieser hatte in der Winterpause mit Francesco Guerra und Francesco di Frisco ein neues Trainer-Duo installiert und sieht seine Zukunft in der Oberliga. Noch aber ist die Mannschaft nicht zusammengewachsen. „Das sind alles klasse Einzelspieler“ meint Döring anerkennend, „aber zu unserem Glück haben sie nicht als Mannschaft gespielt.“ Nach der Pause verschärft Calcio den Druck. Die Haller haben Schwierigkeiten. „Große Chancen hat sich Calcio aber nicht herausgespielt, immer wieder war es ein Schnörkel zu viel“, berichtet Döring. Die Ausnahme bildet die 72. Minute, in der Jonas Wieszt „überragend reagiert hat“.

In der Schlussviertelstunde aber raffen sich die Spieler von Trainer Slobodan Pajic auf, holen sich Spielanteile zurück und kommen vier Minuten vor dem Ende zum Ausgleich. Dominik Schäfer erobert einen schon verloren geglaubten Ball zurück und flankt „millimetergenau“ auf den Kopf von Abdulsamed Akin, der das 1:1 markiert. Kurz darauf ist Schluss.

Der Punkt sei vor allem für die Moral wichtig, so Döring. In der Tabelle bleiben die Haller zwar Drittletzter, haben nun aber nach Punkten zum Viertletzten TSV Berg aufgeschlossen. Der FC Wangen, der momentan auf dem Relegationsplatz steht, hat lediglich einen Zähler mehr. Momentan ist der erste Nichtabstiegsplatz noch sieben Punkte entfernt. Am Samstag erwartet Hall den VfB Neckarrems.

Unentschieden im Abstiegskampf

Die Haller Sportfreunde haben sich in der Verbandsliga gegen den TSV Berg mit 2:2 getrennt. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf.

Das Wort „Abstiegskampf“ gehört zu den gängigen Ausdrücken im Fußballvokabular. Es umschreibt den Umstand, dass Mannschaften, die um die Existenz in der Liga spielen, oft durch Einsatz, Wille und Engagement zu ihrem Ziel kommen möchten. Eine Kostprobe davon haben die Sportfreunde Schwäbisch Hall und der TSV Berg am Samstag im Optima-Sportpark geboten.

„Das war kein Leckerbissen“, fasst es der neue Sportfreunde-Trainer Slobodan Pajic nach dem gerechten 2:2-Unentschieden zusammen. Sein Team habe noch einen holprigen Weg vor sich. Apropos holprig: Die Platzverhältnisse lassen am Samstag kein vernünftiges Passspiel zu, immer wieder springt der Ball den Spielern beider Mannschaften vom Fuß. Eine spielerische Linie zu finden ist so für die Teams nur schwer möglich.

In seiner Aufstellung entscheidet sich der neue Haller Coach für ein 4-4-2-System. Er bringt mit Serdal Kocak und Kevin Lehanka zwei Mittelstürmer. Neuzugang Marian Föll verteidigt auf der rechten Seite. Ein zweiter Neuer, Marko Markovic, spielt im defensiven Mittelfeld.

Weil die Verhältnisse kein Kombinationsspiel zulassen, versuchen die Sportfreunde oft ihr Glück mit langen Bällen auf die beiden Spitzen. Nach zwanzig Minuten führt dies schon fast zum Erfolg: Markovic setzt Kocak auf der linken Seite mit einem langen Pass ein. Kocak hat seinen Gegenspieler schon abgehängt. Aber die Ballmitnahme ist nicht optimal, sodass der Winkel beim Abschluss etwas zu spitz wird. Kocaks Linksschuss rollt einen Meter am Tor vorbei. Je länger aber die erste Halbzeit dauert, desto besser kommt Berg ins Spiel. Einen Konter in Überzahl spielen die Gäste nicht sauber aus. Auch die Haller machen es zwei Minuten danach in einer ähnlichen Situation nicht besser. Trotzdem bleiben die Gäste im ersten Durchgang die gefährlichere Mannschaft. Nach 42 Minuten wird eine Flanke von der Haller Abwehr nicht konsequent verteidigt. Den schlechten Befreiungsschlag nimmt Gästespieler Andreas Frick auf. Aus 20 Metern zeiht er mit links ab und trifft in den rechten Winkel zur nicht unverdienten Pausenführung für Berg (0:1).

Durchgang zwei startet mit einem Paukenschlag für die Hausherren. Abdulsamed Akin schickt in der 46. Minute Serdal Kocak lang. Der Haller Stürmer geht ins Dribbling und so vorbei an der Berger Abwehr. Aus kurzer Distanz überwindet er den Gästekeeper. Elf Minuten später kommt es noch besser für die Hausherren. Diesmal spielt Kevin Lehanka den langen Ball auf Kocak, der wiederum der gegnerischen Abwehr enteilt. Sein Flachschuss landet zur großen Freude der 350 Zuschauer wieder im Tor. Doch die Führung der Sportfreunde währt nur 120 Sekunden. Eine hohe Flanke in den Haller Straufraum landet bei Andreas Frick, der sträflich alleingelassen wird. Der Berger Mittelfeldspieler lässt sich nicht zweimal bitten und vollendet zum 2:2. Mit zunehmender Spieldauer wird die Partie dann offener, da die Kräfte bei beiden Teams auf dem tiefen Rasen nachlassen. Beide Seiten kommen noch zu Möglichkeiten, aber ein weiterer Treffer fällt nicht mehr.

„In der Pause habe ich angesprochen, dass wir mehr Lauf- und Kampfbereitschaft brauchen. Beim zweiten Gegentor haben wir unsortiert verteidigt, zentral vor dem Tor darf der Gegner nicht so freistehen. Wir müssen das Positive aus diesem Spiel mitnehmen“, bilanziert Slobodan Pajic nach dem Spiel. Hall bleibt einen Punkt hinter Berg auf Platz 14.

Tore: 0:1, 2:2 Andreas  Frick (42., 59.), 1:1, 2:1 Serdal Kocak (46., 57.)

Hall: Jonas Wieszt, Marian Föll, Joshua Voigt, Lamar Yarbrough, Jannik Dannhäußer, Adam Wilczynski, Marko Markovic (85. Simon Glück), Mert Sipahi (75. Dominik Schäfer), Abdulsamed Akin, Kevin Lehanka, Serdal Kocak

Schiedsrichter: Florian Geiger (Erlenbach), Zuschauer 350

Remis im letzten Test

Im letzten Testspiel vor Beginn der Punktspiele im Jahre 2017 trennten sich der VfR Gommersdorf und die Spf mit 1:1. Die Gastgeber spielten in den ersten 45 Minuten einsatzfreudiger und gingen nach 25 Minuten durch Markus Gärtner mit 1:0 in Führung. Völlig freistehend köpfte der Gommersdorfer Kapitän ein. Pech hatte zuvor Mert Sipahi auf Haller Seite, sein Schuss prallte vom Innenpfosten zurück ins Feld (20.).

Nach dem Seitenwechsel kamen die Spf besser ins Spiel. Zunächst verhinderte die Latte den Ausgleichstreffer (68. Min. Mert Sipahi) dann der hochverdiente Ausgleich. Eine präzise Flanke von Marian Föll köpfte Serdal Kocak nach 72 Minuten zum 1:1 ein. Weitere gute Möglichkeiten wurden im Anschluss aber dann vergeben. Erfreulich das gute Debüt von Neuzugang Marko Markovic sowie das Comback in der 79. Minute von Kapitän Matthias Haag.

Trainingsauftakt

Trainer Pajic im Gespräch mit dem verletzten Kapitän Matthias Haag.

Am Sonntag bat der neue Spf Coach Slobodan Pajic seine Mannschaft zum Trainingsauftakt der Vorbereitung. Nach einer kurzen Ansprache ging es dann auf den Platz zu einem besonderen Aufwärmprogramm, Schneeschippen war angesagt. Nach etwa einer Stunde war es dann soweit, Startschuss zum ersten Training.

ebmpapst Hallenmaster

Spf auf dem vierten Platz beim 15. ebmpapst Hallenmastern.
Nach den Gruppenspielen - 2:1 gegen TSG Öhringen, 2:0 gegen Spvgg Gröningen-Satteldorf, 0:0 gegen FSV Hollenbach, 4:1 gegen Tura Untermünkheim und 2:2 gegen VfR Gommersdorf - zog man als Gruppensieger ins Viertelfinale ein. Hier gab es einen 2:1 Erfolg gegen den TSV Hessental. Im Halbfinale gegen den FSV Hollenbach kassierte man kurz vor Ende der Begegnung das 0:1 und verpasste damit das Endspiel. Im Spiel um Platz drei unterlag man dem FV Lauda mit 1:2. Mit dem Schlusspfiff gelang Lauda der Siegtreffer.
Die Mannschaft spielte trotz der beiden Niederlagen in den Finalspielen ein gutes Turnier und stelle mit Bastian Joas den besten Torschützen des Turniers (6 Treffer) und mit Jonas Wieszt den besten Torhüter.

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Breite Brust siegt gegen Verunsicherung

Als SR Maurice Kern nach 90 Minuten die Begegnung abpfiff hatten die Spf mit 2:1 eine weitere Niederlage auf ihrem Konto. Dabei wäre durchaus ein Punktgewinn im Bereich des möglichen gewesen. Aber wie so oft im Laufe dieser Saison wurden gute Möglichkeiten zum Torerfolg nicht genutzt.

Die Gastgeber begannen die Partie mit viel Druck und versuchten ein schnelles Tor zu erzielen. Aber die Spf standen gut sortiert und nach etwas 15 Minuten war dieser Anfangsdruck überstanden. Die Spf kamnen nun zu zwei guten Möglichkeiten durch Serdal Kocak und Mert Sipahi (14./15.), aber jedesmal wurde das Tor der Hausherren knapp verfehlt. In der 23. Minute das 1:0 für die TSG. Nach einem Eckball kam Mario Marinic - Torhüter Jonas Wieszt rutschte beim herauslaufen weg - frei zum Kopfball und hatte keine Mühe einzuköpfen. Die Spf setzten aber sofort wieder nach, mit Mühe konnet Backnangs Keeper Michael Quattlender einen Schuss von Serdal Kocak parieren. Das Nachsehen hatte er dann allerdings in der 35. Minute. Ali Gökdemir hämmerte einen Freistoss aus gut 40m ins untere linke Eck, es stand 1:1, was gleichzeitig den Pausenstand bedeutete.

Nach dem Seitenwechsel hätte Serdal Kocak seine Mannschaft in Führung  bringen können. Klasse freigespielt zögerte aber frei vor Backnangs Keeper und so konnten die Gastgeber noch klären. Dann hatte die Spf Glück als Luca Jungbluth es nicht schaffte den Ball aus ca. 6/7 m im Haller Tor unterzubringen (54.). Besser machte es dann Julian Geldner. Nach einer der an diesem Tage wenigen Unordungen in der Spf Hintermannschaft wurde er klasse freigespielt und liess Jonas Wieszt im Haller Tor in der 60. Minute mit einem Schuss ins lange Eck keine Chance. Den endgültigen Ko verhinderte nach 64. Minuten Spf Kapitän Matthias Haag als er auf der Linie klären konnte. Eine gute Möglichkeit dann noch für die Spf in der 69. Minute, aber Mert Sipahi war etwas zu unentschlossen und so kam die Backnanger Abwehr rechtzeitig zur Klärung der für sie brenzligen Situation. Am Ende jubelten die Hausherren, während die Haller Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabinen gingen.

 

Debakel im Derby

Mit dem Substantiv Debakel wird eine Situation beschrieben, die u.a. eine schwere Niederlage darstellt. Und diese haben die Spf im Optima Sportpark im Derby gegen den TSV Ilshofen erlebt. Auf der Anzeigetafel stand nach 90 Minuten sage und schreibe 0:6.

Eigentlich war das mit Spannung erwartete Spiel bereits nach acht Spielminuten entschieden. Zwei haarsträubende Fehler der Spf nutzten die Gäste gnadenlos aus. Bereits in der 1. Spielminute das 0:1 durch Simon Wilske, in der achten Minute das 0:2 durch Benjamin Kurz. Ein kleines Lebenszeichen der Hausherren war ein Schuss von Mert Sipahi in der 13. Minute, den Torhüter Jürgen Groß im Nachfassen parieren konnte. Es folgte ein weiterer Spf - Aussetzer den Volkan Demir nach 16 Minuten zum Glück nur mit einem Pfostenschuss abschloss. Pech dann auf Spf Seite, Serdal Kocak traf nur die Latte (20.). Ilshofen mit dem Vorsprung im Rücken liess Ball und Gegner laufen und versetzte den Spf weitere Nackenschläge. In der 32. Minute hämmerte Daniel schmelzle den Ball aus etwa 35 Metern zum 0:3 ins Haller Tor, Ralf Kettemann in der 38. Minute aus ca 20 Metern in den Winkel zum 0:4. Damit gab sich der TSV Ilshofen aber noch nicht zufrieden, Maximilian Gebert erhöhte nach 43 Minuten zum 0:5 Pausenstand.

Nach dem Wechsel nahm Volkan Demir nach 48 Minuten die Einladung zu einem weitern Treffer nicht an, er schob den Ball am Tor vorbei. Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit nur noch zwei erwähnenswerte Aktionen. Der eingewechselte Lamar Yarbrough sah die gelb/rote Karte (67.) – aus Sicht des Berichterstatters nicht nachzuvollziehen – und in der 81. Minute der Treffer zum 0:6. Wieder ein katastrophaler Fehler, Michele Varallo ging auf und davon, legte uneigennützig quer und Benjamin Kurz schob den Ball ins Netz. SR Daniel Leyhr hatte dann nach genau 90 Minuten wohl auch etwas Mitleid mit den gebeutelten Spf, er beendete ohne Nachspielzeit die Begegnung.

 

Tore: (1.) 0:1 Simon Wilske, (8.) 0:2 Benjamin Kurz, (32.) 0:3 Daniel Schmelzle, (38.) 0:4 Ralf Kettemann, (43.) 0:5 Maximilian Gebert, (81.) Benjamin Klein.

SR Daniel Leyhr (Reutlingen), Zuschauer 600

 

 

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Dritter Heimsieg in Folge

Einen verdienten Heimsieg fuhren die Spf gegen den FC 07 Albstadt ein.

Die Spf begannen wie schon lange nicht mehr, das Geschehen spielte sich 23 Minuten eigentlich nur in der Hälfte der Gäste ab. Schon nach 20 Sekunden wurden im Strafraum der Albstädter drei Schußversuche der Spf jeweils in letzter Sekunde geblockt. Nach sieben Spielminuten dann schon die Spf Führung. Nach gutem Zuspiel von Serdal Kocak erzielte Kevin Lehanka das 1:0 für die Hausherren. Weiter ging es nur in eine Richtung, aber es dauerte bis zu Minute 22 ehe das hochverdiente 2:0 fiel. Adam Wilczynski bediente Bastian Joas, dessen Schuß wurde leicht abgefälscht und Albstadt Keeper Mario Aller hatte zum zweiten Mal das Nachsehen. Spf Torhüter Jonas Wieszt musste in der 24. Minute erstmalig eingreifen, sicher hält er den Schuss von Pietro Fiorenza.Nur zwei Minuten später stand es nur noch 2:1. Hakan Aktepe erzielte eigentlich aus dem nichts den Anschlusstreffer. Aufreger dann in der 39. Minute als sich Serdal Kocak und Lars Eschment sehr nahe kamen. Der Unparteiische Björn Stumpf hatte die Situation aber gut im Griff, die Streithähne sahen beide gelb und es war wieder Ruhe auf dem Platz.

Nach dem Seitenwechsel waren die Spf dann wieder Herr des Geschehens. Bis auf wenige kleine Ausnahmen hatte man die Begegnung im Griff. Spätesten nach dem 3:1 in der 53. Minute durch Serdal Kocak - klasse Spielzug der Spf, Ali Gökdemir spielte einen Superpass genau in den Lauf von Bastian Joas, dieser legte quer auf den Torschützen - war das Spiel entschieden. Albstadts Keeper sah dabei allerdings nicht ganz glücklich aus. Bei einem Schuss aus etwa 25 m von Ali Gökdemir zeigte er dann aber eine tolle Parade (64.). Machtlos war er nach 74 Minuten. Wieder ging ein schon lange nicht mehr gesehen Spielzug voraus, Adam Wilczynski mit der Hacke auf Bastian Joas und der jagte den Ball mit einem vehementen Schuss unter die Latte zum 4:1. Erwähnenswert noch eine kurze Unterbrechung der Begegnung. Schiedsrichter Björn Stumpf benötigte mit Wadenproblemen eine kurze Behandlungspause durch die medizinische Abteilung der Spf. Die leisteten ganze Arbeit und so konnte der Unparteiische das Spiel ohne weitere Probleme über die Bühne bringen.

SR Björn Stumpf (Eppingen), Zuschauer 400.

 

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Couragierter Auftritt nicht belohnt

Wenn der Trainer des souveränen Tabellenführers in der Pressekonferenz sagte: „Wir hatten Glück und sind dankbar für die Punkte“ hatte die gegnerische Mannschaft Vieles richtig gemacht.

 

Freiberg begann wie man es erwarten konnte, viel Ballbesitz und Dominanz in der ersten Viertelstunde. So musste Sportfreunde Torhüter Jonas Wieszt in der 7. und 11. Minute mit guten Paraden seine Farben vor einem frühen Rückstand bewahren. Ab Minute 15 waren die Haller dann besser im Spiel. Freiberg wurde konsequent gestört, es wurden keine Chancen mehr  zugelassen, allerdings wurden die Ballgewinne zu schnell wieder dem Gegner überlassen. Wie aus dem Nichts fiel in der 28. Minute überraschend das 1:0 für die Hausherren. Auf der Außenbahn konnte ein Freiberger Spieler unbedrängt flanken, diese erreichte den völlig freistehenden Michael Deutsche, welche keine Probleme hatte einzuköpfen. Das Spiel verflachte nun zusehends. Freiberg machte kaum noch etwas Richtung Sportfreunde Tor, diese wiederum bemühten sich, ohne größere Torchancen zu erspielen. Lediglich Bastian Joas hatte noch eine Schusschance, als er allein Richtung Tor unterwegs war, dieses allerdings verfehlte.

 

Die zweite Halbzeit begannen die Haller stark. Mutig wurde der Tabellenführer in der eigenen Hälfte attackiert. Immer wieder wurden Bälle erobert und schnell nach vorne gespielt. So in der 55. Minute, als Adam Wilczynski nach Pass von Mert Sipahi allein aufs Tor zulief, jedoch um Zentimeter das Gehäuse verfehlte. Eine Minute später machte sich Sipahi allein auf den Weg Richtung Freiberger Tor, spielte quer, doch kein Mitspieler war zur Stelle. Die Sportfreunde waren am Drücker. In der 58. Minute tauchte Serdal Kocak nach gelungener Kombination allein vor Torhüter Thomas Bromma auf, doch auch er verzog knapp. Nochmals prüfte Sipahi den Torhüter Bromma mit einem Schuss, ohne Erfolg (65. Minute). Ein Konter in der 67. Minute der Sportfreunde, doch Joas vergab in aussichtsreicher Position. Ein Schuss von Kevin Lehanka fand in Torhüter Bromma seinen Meister. Freiberg brauchte bis zur 72. Minute, als sie wieder mal etwas Positives auf den Platz brachten, doch Joshua Voigt konnte im letzten Moment klären. Beim Nachschuss Glück für Hall, dass der Ball das Tor verfehlte. Hall drängte und bemühte sich, doch Chancen hatte nur noch die Heimmannschaft. Wie in der 84. Minute, als Wieszt die endgültige Vorentscheidung mit einer klasse Parade verhinderte. In der Nachspielzeit dann noch ein Foulelfmeter für Freiberg, doch Torhüter Wieszt reagierte glänzend und hielt gegen Marcel Ivanusa. Das war auch das Ende vom Spiel, welches für die Spf ein enttäuschendes Endergebnis hatte.

Thorsten Schift: „Wir brauchten eine gute Viertelstunde, bis wir im Spiel waren. Das Ergebnis war zur Halbzeit in Ordnung. In der zweiten Halbzeit hätten wir eine der vielen Chancen verwerten müssen. Es zeigt sich immer mehr, „wenn du oben stehst gewinnst du, wenn du unten stehst verlierst du solche Spiele“.

„Die erste Halbzeit war trotz allem noch okay, in der zweiten Hälfte hatten wir Glück, dass wir nicht drei oder vier Tore kassiert haben. Das war ein glücklicher Sieg“, meinte er. „Die Körperspannung hat bei meinem Team gefehlt“, resümierte der Freiberger Trainer Gehrmann, der mit der gezeigten Leistung nicht zufrieden sein konnte. „Schwäbisch Hall hat Qualitäten in der Offensive. Ich bin froh, dass es gut für uns ausgegangen ist.

Spf: Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Matthias Haag, Adam Wilczynski,  Jannik Dannhäußer , Lamar Yarbrough, Serdal Kocak, Mert Sipahi (85. Simon Glück), Bastian Joas (71. Abdulsamed Akin), Kevin Lehanka (76. Ali Gökdemir), Philipp Wolf.

 

Tor: Michael Deutsche (28. Min.), 

Zuschauer: 203

Schiedsrichter: Daniel Traub, Ehingen

 

 

 

Sportfreunde Hall ringen Laupheim nieder

Manchmal muss sich ein Trainer auf sein Bauchgefühl verlassen. „Eigentlich“, sagt Sportfreunde-Coach Thorsten Schift noch während des Warmmachens, „reicht es bei Ali noch nicht.“ Dass der Name des lange verletzten Ali Gökdemir zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Spielberichtsbogen auftaucht, hat wohl mit eben diesem Bauchgefühl zu tun. Vier Wochen hat Gökdemir wieder mit der Mannschaft trainiert, nachdem er rund drei Monate wegen einer Meniskusverletzung aussetzen musste. „Vielleicht können wir ihn aber bei einer Standardsituation gebrauchen“, fügt Schift vor Anpfiff noch hinzu.

Knapp anderthalb Stunden später tritt genau diese Vorahnung ein. In der 72. Minute legt sich Mert Sipahi den Ball an der linken Außenlinie zum Freistoß zurecht. Seine hohe Flanke segelt weit in den Laupheimer Strafraum. Am Pfosten steigt der zehn Minuten vorher eingewechselte Gökdemir hoch. Der Ball landet punktgenau beim Rekonvaleszenten, der aus drei Metern ohne Probleme das Spielgerät in die Maschen köpft. Die Sportfreunde gehen mit Gökdemirs Treffer 2:1 in Führung – es ist das Tor, das die Blauen letztendlich auf die Siegesstraße bringt. Die Freude des Torschützen ist von der Tribüne aus noch sichtbar, bevor er in der großen Jubeltraube seiner Mitspieler verschwindet.

Der Jubel um diesen Treffer gilt nicht nur ausschließlich dem Torschützen: Mit Sicherheit ist bei allen Sportfreunden ein gehörige Priese Erleichterung dabei gewesen, da schließlich sehr viel auf dem Spiel stand. Der Tabellenletzte aus Laupheim hatte vor der Partie nur fünf Punkte auf dem Konto. Nicht mal 48 Stunden vorher hat der Verein mit Hubertus Fundel einen neuen Trainer installiert. Auch die Haller auf Rang 13. mussten dieses Heimspiel gewinnen, um weiter nach oben zu klettern.

Die Sportfreunde bauen vor 300 Zuschauern von Anfang an eine Feldüberlegenheit auf. Mit ihrem ersten und so ziemlich einzigen konstruktiven Angriff erzielen aber die Gäste das erste Tor: Flanke von der rechten Seite an den Fünf-Meter-Raum. Laupheims Stefan Steinle ist in der Mitte einen Schritt schneller und köpft den Ball zum 0:1 ein (16. Minute).

Hall bestimmt bis zur Halbzeit zwar weiterhin das Geschehen, bleibt aber bei seinen Offensivbemühungen oft ideenlos gegen einen tief stehenden Gegner. Die besten Chancen, noch vor der Pause auszugleichen, haben der agile Mert Sipahi, der in der 36. Minute nach einem Steilpass von Kocak den Außenpfosten trifft und eine Minute später Kocak selbst, der vom linken Strafraumeck knapp mit einem Flachschuss scheitert.

Was den Sportfreunden vor dem Halbzeitpfiff nicht gelungen ist, klappt eine Minute nach der Pause: Mert Sipahi legt auf dem linken Flügel den Turbo ein und überläuft die komplette Laupheimer Abwehr. Seine präzise, flache Hereingabe muss Abdulsamed Akin nur noch über die Linie drücken (1:1).

Auch nach dem Ausgleich haben die Sportfreunde mehr Ballbesitz, nutzen diesen aber besser als in Hälfte eins. Die Haller erhöhen mit einem schnelleren Passspiel das Tempo. Mit Gökdemirs und Kevin Lehankas Einwechselungen kommt auch mehr Schwung ins Haller Spiel.

Nach Gökdemirs Kopfballtor in der 72. Minute muss Laupheim den Vorwärtsgang einlegen. Die Gäste schaffen es aber nicht, das Sportfreunde-Tor in Gefahr zu bringen. Die Haller verteidigen mit viel Engagement und entscheiden die Mehrzahl der Zweikämpfe für sich. Mit dem Schlusspfiff sticht auch der zweite Joker von Thorsten Schift. Nach einem hohen Ball von Adam Wilczynski ist Kevin Lehanka frei durch und setzt mit dem 3:1 den Schlusspunkt.

Spf: Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Matthias Haag, Lamar Yarbrough, Jannik Dannhäußer, Adam Wilczynski, Philipp Wolf, Mert Sipahi (82. Simon Glück), Bastian Joas (54. Kevin Lehanka), Abdulsamed Akin (62. Ali Gökdemir), Serdal Kocak (90. Max Wanner).

 

 

 

Rückschlag für die Sportfreunde

Nach der 0:1-Niederlage auf dem Kunstrasenplatz in Löchgau rutschen die Sportfreunde Hall auf einen Abstiegsplatz.

Kurz nach Spielschluss ist Teambetreuer Frank Nabholz die Enttäuschung deutlich anzuhören. Seine Sportfreunde mussten gestern Nachmittag nach dem 0:1 beim Aufsteiger FV Löchgau mit leeren Händen und schweren Gedanken im Kopf die Heimreise antreten.

Eigentlich begann die Partie verheißungsvoll. Nach zwei Minuten fing Kevin Lehanka einen Löch­gauer Pass im Mittelfeld ab und marschierte auf das Tor der Gastgeber zu. Er schoss aus 18 Metern, doch Löchgaus Torhüter Markus Brasch konnte parieren. „Vielleicht hätte Kevin noch ein paar Meter weiter mit dem Ball gehen können“, spekulierte Nabholz. Doch die Chance war vertan – und es sollte für längere Zeit die letzte gelungene Offensivaktion der Sportfreunde bleiben.

Die Löchgauer, die am Wochenende zuvor das Aufsteiger-Duell beim VfL Pfullingen mit 0:2 verloren hatten, kamen ihrerseits nach zehn Minuten zur ersten Schuss­chance. Jonas Wieszt im Haller Tor hatte aber keine Probleme. Dann passierte lange Zeit nichts. Das Spiel fand zwischen den beiden Strafräumen statt. Beide Teams versuchten, den Ball in ihren Reihen zu halten. Doch offensiv gelang kaum etwas. In der 37. Minute gab es ein Durcheinander im Haller Strafraum, doch auch in dieser Situation war die Verteidigung stärker.

Tor fällt nach Standard

Nach dem Wechsel wurde die Partie nicht besser. So war es nicht verwunderlich, dass das einzige Tor der Begegnung nach einem Standard fiel. Nach einem Frei­stoß auf den langen Pfosten köpfte ein Löchgauer. Torwart Jonas Wieszt brachte noch seine Finger an den Ball und lenkte diesen an den Pfosten. Den Abpraller allerdings bugsierte Christopher Önverdi ins Tor (54. Minute).

Die Sportfreunde versuchten zwar in der Folge Druck aufzubauen, doch Torgefahr entwickelten sie kaum. Ein Schuss des eingewechselten Abdulsamed Akin konnte Markus Brasch parieren. Weitere Gelegenheiten gab es nicht für die Gäste. Auch die relativ frühen Wechsel – Trainer Thorsten Schift hatte bis zur 73. Minute alle vier möglichen Wechsel vollzogen – belebten das Haller Angriffsspiel nicht.

Löchgau blieb betont defensiv. Angesichts des Vorsprungs waren sie auch nicht mehr so erpicht darauf, das Spiel an sich zu reißen. „Meist flog der Ball wie in der ersten Halbzeit von Strafraum zu Strafraum“, meinte Frank Nabholz. Gegen 17.20 Uhr war gestern dann Schluss, die Gastgeber bejubelten den Heimsieg.

Das 1:0 Löchgaus hat in der Tabelle die Konsequenz, dass der FV und die Sportfreunde die Plätze tauschen. Löchgau steht nun auf dem Relegationsrang 12 mit ebenso vielen Punkten, Hall ist mit 10 Zählern auf dem 13. Platz. Nur Zimmern, Wangen und Laupheim folgen noch. Allerdings haben Zimmern und Wangen jeweils gewonnen, so dass Halls Vorsprung auf diese beiden Teams nur noch einen Punkt beträgt.

Spf: Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Matthias Haag, Bastian Joas, Serdal Kocak (66. Max Wanner), Dominik Schäfer (59. Simon Glück), Lamar Yarbrough, Philipp Wolf, Mert Sipahi (73. Andreas Grimmer), Kevin Lehanka (46. Abdulsamed Akin), Jannik Dannhäußer.

 

Tore: 1:0 Christopher Önverdi (54.)

SR Christian Cretnik (Haiterbach), Zuschauer 200

 

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Hall holt den heiß ersehnten Dreier

Sportfreunde gewinnen erstes Heimspiel seit April.

Es war eine schwere Geburt, aber zum Schluss passt das Ergebnis: Hall gewinnt das Kellerduell gegen Zimmern mit 3:0.

Mannschaften, die in der Krise stecken, kommen meist nur sehr langsam wieder dort heraus. Siegesserien wie die der Mönchengladbacher, die es nach einem katastrophalen Bundesliga-Fehlstart noch bis in die Champions League schafften, sind die Ausnahme. Wie schnell Hall aus dem Tabellenkeller klettern wird, bleibt ungewiss. Zumindest der erste Schritt ist nach dem samstäglichen 3:0 gegen Zimmern gemacht.

Überragend ist es nicht, was die Sportfreunde den knapp 200 Zuschauern im Optima-Sportpark präsentieren. Manchmal ist es zumindest ansehnlich. Aber man konnte auch nicht mehr erwarten. Nach der Niederlagenserie und dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz sind die Zuschauer selbst für kurze gute Szenen dankbar. Sie wissen: Jede kleine gelungene Aktion bringt etwas mehr Selbstvertrauen und löst mutigere Aktionen aus. Davon können die Mitspieler profitieren und selbst wieder zu etwas besserer Form finden.

Serdal Kocak zeigt in der 8. Minute, dass ihn etwas der Mut verlassen hat. Bastian Joas schießt, der Ball prallt Kocak vor die Füße. Er müsste aus acht Metern einfach draufhalten. Doch was macht der Torjäger: Er dreht sich um die eigene Achse und wird von einem Gästeverteidiger abgedrängt. Die gute Chance ist vorbei, einige Zuschauer murren. Kocak lässt sich aber nicht hängen und ackert um jeden Ball. Genau das will sein Trainer Thorsten Schift sehen. Fast folgerichtig kommt Kocak an diesem Samstag zu weiteren Möglichkeiten, die nächste folgt in der 23. Minute. Philipp Wolf passt zwischen den Innenverteidigern durch, die auf Abseits spekulieren. Doch einer von ihnen läuft zu spät raus, dafür startet Kocak genau im richtigen Augenblick. Er spurtet auf den SV-Torwart Matthias Müller zu und netzt zum 1:0 ein. Die Sportfreunde jubeln, doch die Freude ist nicht überschwänglich. Die sieben Niederlagen in dieser Saison haben ihre Spuren hinterlassen. Immerhin ist die erste Viertelstunde ohne Gegentor überstanden, was für die Sportfreunde in dieser Runde keine Selbstverständlichkeit ist. Allerdings: Es wartet ja später noch ein weiteres bedrohliches Zeitfenster zwischen der 80. und der 90. Minute. Dementsprechend oft ist auf der Haupttribüne zu hören: Ein 1:0 wird nicht reichen.

Gäste sind nicht clever genug

Das scheinen die Haller Spieler nicht verinnerlicht zu haben. Sie lassen nach einer vergebenen Chance von Kevin Lehanka spürbar nach. Vor allem Vilart Hasani, der die Nummer 10 trägt, belebt das Angriffsspiel der Gäste. Richtig gefährlich werden sie aber nicht. Ihr Trainer Patrick Fossé wird später die „Durchschlagskraft im letzten Drittel“ bemängeln. Ein etwas clevereres Team hätte die Konfusion in Halls Defensive (43.) genutzt. Direkt im Gegenzug hat Kocak das 2:0 auf dem Fuß, doch der SV-Keeper kann zur Ecke klären.

Im zweiten Durchgang fallen in der Offensive zwei Spieler auf: Bastian Joas und Serdal Kocak. Joas erkämpft sich viele Chancen, sieht allerdings meist etwas unglücklich aus. In der 52. Minute hätte der Schiedsrichter bei einem Foul an ihm auf Strafstoß entscheiden können. Aber wie so oft im Sport belohnt sich ein Spieler bei so viel Einsatz doch noch selbst. Joas wird in der 86. Minute kurz vor dem Strafraum gefoult. Er tritt den Frei­stoß selbst, dieser wird etwas abgefälscht und landet zur endgültigen Entscheidung und zum 3:0 im Tor. Dazwischen hatte Kocak weitere Chancen. Besonders schön der Spielzug zum 2:0: Joshua Voigt setzt sich energisch über rechts gegen drei Gästespieler durch, sein Pass läuft über die Mitte sofort in die Spitze, wo Kocak von der Strafraumgrenze aus überlegt und mit Wucht trifft (58.). Das zeigt längst verschüttete Angriffsqualitäten des Teams von Trainer Schift, der von einem verdienten Sieg spricht.

Tore: 1:0 Serdal Kocak (23.), 2:0 Kocak (58.), 3:0 Bastian Joas (87.)

SR Martin Traub (Ehingen)

 

Guido Seyerle (Haller Tagblatt)

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Spf gewinnen Punkt beim FC Wangen

Mit einem 2:2 Unentschieden kehrten die Sportfreunde aus Wangen zurück. Seitens der Haller wollte man mit ruhigem Spielaufbau, langem Ball halten den Gegner kommen lassen, somit Sicherheit ins eigene Spiel bringen. Doch bereits nach drei Minuten wurden sämtliche Überlegungen zu Nichte gemacht. Nach einem unnötigen Ballverlust und einem individuellen Fehler in der Haller Hintermannschaft kam der Ball zum freistehenden Torjäger Mario Duarte Vila Boa, dieser hatte keine Mühe, das 1:0 für die Gastgeber zu erzielen. Wangen ihrerseits auch nicht gepaart mit Selbstvertrauen und Sicherheit drängte auf den zweiten Treffer. Dieser hätte in den ersten 15 Minuten fällig sein können, doch scheiterten sie an ihrem Unvermögen. In der 19. Minute ein erstes Lebenszeichen der Haller. Serdal Kocak spielte sich auf der Außenbahn durch, passte in die Mitte, wo der Schuss von Abdulsamed Akin im letzten Augenblick noch abgeblockt wurde. Nun begann die beste Phase der Mannschaft von Trainer Thorsten Schift. Schusschancen von Mert Sipahi (19. Min.), Kevin Lehanka (20. Min.) und Abdulsamed Akin (23. Min.) wurden von Torhüter Julian Hinkel entschärft. In der 24. Minute ein Schuss der Wangener, der das Tor knapp verfehlte. Sehenswert das 1:1 für Hall in der 29. Minute. Eine Flanke von Mert Sipahi nahm Kevin Lehanka volley und der Ball landete unhaltbar im Wangener Tor. Drei Minuten später sogar die Führung für die Sportfreunde. Nach doppeltem Doppelpass von Simon Glück, Kevin Lehanka und Bastian Joas vollendete Letzterer zum 1:2. Sipahi scheiterte in der 33. Minute an Torhüter Hinkel. Wangen drängte nun auf den Ausgleich, doch ein Schuss verfehlte das Gehäuse und einmal konnte Jonas Wieszt klären. So ging es mit einer im Großen und Ganzen glücklichen Führung in die Pause.

Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit eine Chance für Hall, doch ein Abwehrspieler klärte im letzten Moment. Bis auf eine gute Schusschance von Lehanka in der 71. Minute als er aus gut 20 Metern freistehend verzog, sollte es dies mit der Haller Offensivgefährlichkeit gewesen sein . Wangen beherrschte das Spiel, die Sportfreunde reagierten nur noch auf die Aktionen der Gastgeber. In der 48. Minute fiel ein Abpraller einem Wangener Stürmer vor die Füße, doch Wieszt reagierte glänzend und klärte. Allerdings weitere Chancen der Heimmannschaft blieben Mangelware, das Spiel wogte von Strafraum zu Strafraum mit Wangener Überlegenheit hin und her. In der 57. Minute konnte die Haller Hintermannschaft klären, ein Schuss eines Wangener Stürmers in der 63. Minute verfehlte sein Ziel. Der verdiente Ausgleich fiel in der 70. Minute. Wieder einmal einer der vielen leichten unnötigen Ballverluste im Haller Mittelfeld, danach wurde der Ball von der Haller Abwehr nicht konsequent geklärt und Yannick Huber ließ Wieszt mit einem Flachschuss ins lange Eck keine Abwehrchance. Noch einmal wie bereits erwähnt die Sportfreunde, ansonsten nur noch die Gastgeber im Vorwärtsgang. Zum Glück für die Haller waren die Wangener an diesem Tag auch nicht die personifizierte Gefahr fürs Tor. Nochmals Glück für die Sportfreunde in allerletzter Sekunde, als der gut leitende Schiedsrichter Philipp Schlegel bei einer Konterchance!!!!  (drei Stürmer gegen zwei Abwehrspieler) den Vorteil der Heimmannschaft abpfiff und so den Punktgewinn der Haller festigte.

 

Thorsten Schift: „Ich bin bitter enttäuscht von meiner Mannschaft. Wir konnten kaum etwas von unserem Vorhaben umsetzen. Im Großen und Ganzen ein glücklicher Punktgewinn.“

Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Simon Glück (66. Min. Matthias Haag), Adam Wilczynski,  Jannik Dannhäußer , Lamar Yarbrough, Serdal Kocak, Mert Sipahi (86. Min. Dominik Schäfer), Abdulsamed Akin (59. Min. Andreas Grimmer), Bastian Joas, Kevin Lehanka (75. Min. Max Wanner)

Tore: 1:0 Mario Duarte Vila Boa (3. Min.), 1:1 Kevin Lehanka (29. Min.), 1:2 Bastian Joas (32. Min.), 2:2 Yannick Huber (70. Min.)

 

Schiedsrichter: Philipp Schlegel (Unterstadion), Zuschauer: 250

 

Hall verliert 2:4 gegen Essingen

Foto: Manfred Löffler

Nach 90 umkämpften Minuten stand die sechste Niederlage in Folge für die Sportfreunde Hall fest. Die Gäste aus Essingen sind am Ende etwas clever.

Auf der großen Anzeigentafel im Optima-Sportpark leuchten erst 21 Sekunden Spielzeit auf, da liegt der Ball schon im Haller Tor. Verlorener Zweikampf auf der linken Abwehrseite, flache Hereingabe in die Mitte und der Esslinger Mittelstürmer Fabian Czaker braucht nur noch die Kugel über die Linie zu schieben. Ein wahrlich schlechter Start für die Sportfreunde, die nach fünf Niederlagen sowieso nicht mit dem größten Selbstvertrauen ausgestattet sind.

Jedoch berappelt sich die Heimelf nach dem frühen Rückstand. Ein Freistoß von der linken Seite wird von Serdal Kocak flach vors Tor gespielt. Die Essinger Abwehr kann den Ball nicht aus der Gefahrenzone schlagen, im Gestochere vor dem Tor bewahrt schließlich Bastian Joas im Nachschuss die Nerven und versenkt den Ball aus kurzer Distanz direkt neben dem linken Pfosten.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit versuchen die Gäste, das Spiel an sich zu reißen, was ihnen nur teilweise gelingt. Zwar lassen sie den Ball sicherer in ihren Reihen laufen und kommen häufiger über die Flügel mit hohen Flanken zu aussichtsreichen Situationen, jedoch halten die Sportfreunde mit Engagement ordentlich dagegen. Chancen bleiben bis zum Halbzeitpfiff daher Mangelware.

In der zweiten Hälfte entwickelt sich zunächst ein offenes Spiel mit Chancen hüben wie drüben. Die beste Chance zur Führung hat Bastian Joas in der 54. Minute: Sein Sturmpartner Serdal Kocak schießt aus 20 Metern, der Ball wird von einem Essinger Verteidiger abgefälscht und landet direkt vor den Füßen von Joas. Allerdings zögert Joas zu lange und der Essinger Keeper Philipp Pless nimmt ihm zwei Meter vor dem Tor den Ball ab. Besser macht es im Gegenzug Fabian Czaker, der vielen der 300 Zuschauer noch aus seiner Zeit bei Tura Untermünkheim und dem TSV Ilshofen bekannt sein dürfte. Der bullige Mittelstürmer behauptet sich zunächst gegen drei Haller Verteidiger. Sein Schuss aus rund 20 Metern wird noch abgefälscht und gerät so zur Bogenlampe, die über den chancenlosen Jonas Wieszt im Haller Gehäuse einschlägt (1:2). Nach diesem Tor beginnt die verrückteste Phase des Spiels, in der Hall drei sehr gute Chancen liegen lässt. Erst scheitert Kocak aus kurzer Distanz, zwei Minuten scheitert auch Joas am Essinger Torwart mit einer Großchance. Die anschließende Ecke kommt auf den langen Pfosten, wo Philipp Wolf völlig frei den Ball mit seinem Kopfball auf die Latte setzt.

Die Bemühungen der Heimelf werden in der 79. Minute belohnt. Eine Einzelaktion bringt den viel umjubelten 2:2-Ausgleich. Serdal Kocak zieht erst vom linken Flügel in die Mitte. Sein angeschnittener Schuss von der Strafraumgrenze landet links oben im Winkel – ein Tor der Marke sehenswert.

Die defensiven Schwächen auf den Außenbahnen werden den Hallern aber zum Verhängnis. Nach jeweils verlorenen Zweikämpfen außen nutzen die Gäste noch zwei späte Möglichkeiten, um letztlich doch noch den Auswärtssieg einzufahren.

Ein sichtlich enttäuschter Sportfreunde-Trainer Thorsten Schift bemängelt nach der Partie das Defensivverhalten seiner Elf: „Der Essinger Sieg ist am Ende verdient. Wenn man so verteidigt und wieder vier Gegentore kriegt, dann kann man in der Verbandsliga nicht gewinnen. Manche Spieler haben oder wollten keine Zweikämpfe führen. Aber wir müssen trotzdem die Ruhe bewahren und die Mannschaft weiterentwickeln.“

Tore: 0:1 Fabian Czaker (1.), 1:1 Bastian Joas (16.), 1:2 Fabian Czaker (56.), 2:2 Serdal Kocak (79.), 2:3 Stani Bergheim (82.), 2:4 Nicola Zahner (88.)

Spf: Jonas Wieszt, Simon Glück, Joshua Voigt, Lamar Yarbrough, Yannik Dannhäußer, Philipp Wolf, Adam Wilczynski (70. Basri Tiryaki), Mert Sipahi (64. Andreas Grimmer), Abdulsamed Akin, Bastian Joas, Serdal Kocak

Schiedsrichter: Andreas Iby (Neuhausen auf den Fildern)

VIKTOR TASCHNER (Haller Tagblatt)

Normannia Gmünd gewinnt das Duell der Enttäuschten

Im Freitagabend-Spiel unter Flutlicht unterlagen die Sportfreunde der Normannia verdient mit 1:3.

Es ist ein Bild mit Symbolcharakter. Halls Trainer Thorsten Schift wartet auf das Pressegespräch, während von seinem Gmünder Gegenüber noch nichts zu sehen ist. Der Grund ist einfach: Die Gäste feiern im Optima-Sportpark einen Auswärtssieg, den sie sich zurecht erkämpft haben. Sie waren in allen Mannschaftsteilen überlegen.

Als Beniamino Molinaro dann doch ans Mikro tritt, spricht er von Erleichterung und davon, dass man Hall zu Fehlern im Spielaufbau hatte zwingen wollen. Sein Fazit: “In unserer Situation sind die Punkte notwendig.“ Das wären sie für die Haller auch gewesen, die weiter in der Abstiegszone feststecken. Schift muss die Überlegenheit der Gäste anerkennen: “Da haben elf Mann gekämpft. Nun müssen wir Ruhe bewahren.“

Einige der 250 Zuschauer auf der Tribüne sind allerdings nicht besonders ruhig. Sie ärgern sich über viele einfache Bälle, die ihr Haller Team nicht erfolgreich gespielt hat. Man hatte oft das Gefühl, dass die Gäste körperlich fitter und spritziger sind und deshalb meist früher am Ball waren. Zudem dauert das Sportfreunde-Umschaltspiel meist viel zu lange, die meisten Pässe in die Offensive können vom Gegner erahnt werden. Es fehlt an vielem. Nicht zuletzt an Selbstvertrauen.

Da ist es dann umso schlimmer, wenn man als angeschlagenes Team ein extrem frühes Gegentor fängt. Schifts Wunsch nach gerade einmal zehn Minuten ohne Gmünder Tor ist in der 9. Minute Makulatur. Die Gäste spielen schnell in die Spitze, der alleine gelassene Marvin Gnaase verwandelt sicher zum 0:1. Dabei war dies bereits die dritte gute Möglichkeit für die Gäste, die sich auch danach schnell und präzise im Offensivspiel zeigen. Immer wieder kommen Felix Bauer und Gabriel Simion zu Möglichkeiten, die Sportfreunde-Torwart Jonas Wieszt entschärfen kann. Ab der 35. Minute kämpfen sich die Sportfreunde zurück in die Partie. Aber sogar aus vier Metern kann Serdal Kocak den Ball nicht im Gästetor unterbringen. So geht Gmünd verdient mit einer 1:0-Führung in die Pause.

Egal, was sich Hall in der Kabine vorgenommen hat, es ist schnell dahin, denn die Gäste erhöhen auf 0:2. Torwart Wieszt sieht in der 49. Minute sehr schlecht aus, lässt einen Ball abklatschen und Christian Essig schiebt aus sechs Metern ein. Danach allerdings verhindert der Haller Keeper mehrmals gute Gästechancen. Erneut berappeln sich die Gastgeber, und Kocak gelingt tatsächlich aus kurzer Distanz in der 66. Minute das 1:2. Aufwind gibt das allerdings kaum, zu schwach ist das eigene Offensivspiel. Dafür gibt es zum Schluss noch das 1:3. Sven Blumenstock stößt einen Gmünder unsanft um, Giuseppe Catizone verwandelt sich vom Elfmeterpunkt.

Spätestens jetzt kann es für Hall nur noch darum gehen, einen Weg aus der Krise und aus dem Tabellenkeller zu finden.

Tore: 0:1 Marvin Gnaase (9.), 0:2 Christian Essig (49.), 1:2 Serdal Kocak (66.), 1:3 Giuseppe Catizone, Foulelfmeter (89.)

Hall: Tobias Wieszt, Sven Blumenstock, Joshua Voigt, Adam Wilczynski (46. Siegfried Walbüßer, 61. Abdulsamed Akin), Bastian Joas, Serdal Kocak, Andreas Grimmer, Sven Blumenstock, Philipp Wolf, Mert Sihapi, Jannik Dannhäuser, Jonas Düll (64. Max Wanner)

Schiedsrichter: Björn Vielberth (Mittelstadt)

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Hall geht in Pfullingen mit 1:5 unter

Alles was man sich seitens der Haller vorgenommen hatte wurde bereits in der dritten Minute über den Haufen geworfen.

Auf dem für diese Jahreszeit untypischem Kunstrasen waren die Gastgeber vom Anpfiff weg Herr des Geschehens. Bis sich die Gäste richtig an den Untergrund gewöhnen konnten, stand es bereits 1:0. Ein katastrophaler Ballverlust  in der Vorwärtsbewegung ermöglichte es der Heimmannschaft, Dominik Grauer freizuspielen und dieser ließ Torhüter Jonas Wieszt keine Chance (3.). Eine weitere Chance der Pfullinger  in der 6. Minute blieb ohne Erfolg. Nahm Schiedsrichter Manuel Hellwig den Hallern in der 10. Minute einen klaren Vorteil, so ließ er selbigen in der 16. Minute, als Serdal Kocak am Strafraum der Pfullinger gefoult wurde, weiterlaufen. Der Ball kam zu Andreas Grimmer, und dieser vollendete überlegt zum 1:1.

Nun dachte man seitens der Haller im Spiel zu sein, doch der Schein trog. Bereits in der 21. Minute das 2:1. Dominik Früh schnappte sich den Ball in der eigenen Hälfte, genoss  „Begleitschutz“  einiger Sportfreunde und jagte den Ball aus 18 Metern unhaltbar neben den Pfosten ins Tor.  Die Haller bemühten sich das Spiel zu kontrollieren,  was aber wenig gelang. Ein Aufreger noch für die Mannen von Trainer Thorsten Schift: Ein Freistoß von Kocak wurde zweimal abgefälscht und landete am Schluss auf der Latte (31.).

Nach der Halbzeit  hoffte man  seitens des Haller Anhangs, dass die Sportfreunde forscher zur Sache gehen würden. Aber weit gefehlt. Die Hausherren machten von Beginn an wieder Druck. In der 50. Minute konnte Wieszt einen Kopfball noch über die Latte lenken. Doch schon eine Minute später fiel das vorentscheidende 3:1 für Pfullingen. Wie so oft kam Hall nicht in die Zweikämpfe, der Ball rollte Richtung Torlinie und Grauer hatte keine Mühe, einzuschieben. Eine letzte Chance für die Sportfreunde: Nach einem Freistoß flog ein Kopfball  von Sven Blumenstock Richtung  Pfullinger Tor, vorbei an Freund und Feind, und landete am Pfosten (55.).

Die Heimmannschaft hatte Ball und Gegner nun unter Kontrolle. Praktisch im Gegenzug fiel das 4:1 für Pfullingen. Der Ball kam zum freistehenden Früh und wieder hatte Wieszt keine Chance. Den Schlusspunkt setzten wiederum die Pfullinger in der 90. Minute mit dem 5:1.

 

Tore: 1:0, 3:1  Dominik Grauer  (3./51.), 1:1 Andreas Grimmer (16.), 2:1, 4:1 Dominik Früh (21./56.) 5:1 Julian Fauser (90.)

Hall: Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Matthias Haag (59.Dominik Schäfer), Sven Blumenstock,  Adam Wilczynski,  Jannik Dannhäußer (76. Basri Tiryaki), Siegfried Waldbüßer, Andreas Grimmer,  Serdal Kocak (69. Max Wanner),  Mert Sipahi (66. Abdulsamed Akin), Bastian Joas

Schiedsrichter: Manuel Hellwig (Schönaich)

Hall verliert drittes Heimspiel in Folge

Öffentliche Statements nach solchen Spielen sind für die Trainer der unterlegenen Mannschaft nicht einfach. Thorsten Schift sieht man seine Laune meilenweit an: Die Lippen zusammen gekniffen, die Augen sind nicht nur wegen der Sonne nur noch Schlitze. „Sindelfingen hat mehr Willen, mehr Laufbereitschaft gezeigt, war einfach geiler auf das Spiel“, versucht er es zunächst so nüchtern wie möglich, ehe es aus ihm herausplatzt: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“ Dann lässt er seinen Frust heraus. „Was Lamar gemacht hat, geht überhaupt nicht. Das wird Konsequenzen geben.“

Der öffentlich gescholtene ist Lamar Yarbrough, der in der 89. Minute wegen eines Fouls Gelb-Rot sieht, das zweifelsfrei in die Kategorien „Frustfoul“ und „dumm“ einzuordnen ist. Somit fehlt er wegen Sperre den Sportfreunden am nächsten Spieltag. Der Bannstrahl des Trainers traf den Spieler, der am Schluss negativ auf sich aufmerksam gemacht hat. Hätte Yarbrough nicht gefoult, hätte es mit Ausnahme des sehr gut haltenden Torwart Jonas Wieszt und des eingewechselten Andreas Grimmer aber so ziemlich jeden treffen können.

Keine Frage, dass die Haller zwischen der 46. und 64. Minute viel Pech haben, als Kocak, Grimmer & Co. reihenweise sehr gute Möglichkeiten vergeben. Mike Schütt, Trainer des VfL konstatiert: „So viel Glück hast du selten an einem Tag.“ Und doch wollte er nicht von einem glücklichen Sieg seiner Mannschaft sprechen – und es besteht auch kein Grund, ihm zu widersprechen.

Sindelfingen spielt vor allem in der ersten Halbzeit stark gegen den Ball, verschiebt clever und stellt so auch die kleinsten Räume zu. Umgekehrt begünstigen die Sportfreunde das, indem sie eine Fehlpassquote von gefühlt 60 Prozent produzieren, ständig einen Schritt zu spät kommen und auch mit der Körpersprache nicht signalisieren, nach dem schwachen Auftritt in Neckarrems (1:3) Wiedergutmachung betreiben zu wollen. Zudem verletzt sich beim Aufwärmen auch noch Philipp Wolf.

Abgesehen von einem Schuss von Adam Wilczynski nach zehn Minuten, den der Sindelfinger Torwart David Kocyba an den Pfosten lenkt, passiert offensiv zunächst nichts. Sindelfingen hingegen trifft: Nach einem Eckball können die Sportfreunde zunächst klären, doch die folgende Flanke nimmt Kevin Schuster per Seitfallzieher. Ein herrliches Tor. Bis zur Pause hätten noch drei weitere Treffer für die Gäste fallen können, wenn nicht Jonas Wieszt jeweils gerettet hätte.

Mit Basri Tiryaki und Andreas Grimmer anstelle von Sven Blumenstock und Dominik Schäfer kommt mehr Schwung in den Haller Angriff. Besonders Grimmer bereitet der rechten Verteidigungsseite der Sindelfinger enorme Probleme. Doch nach 20 Minuten hat sich der VfL besser darauf eingestellt. Hall rennt an, ohne aber eine Idee dabei zu haben. Nach dem Platzverweis für Yarbrough gibt es noch Slapstick, da Sindelfingen zweimal das fast leere Tor nicht trifft.

Halls Niederlage ist verdient, die Sportfreunde stecken bis auf Weiteres im hinteren Mittelfeld der Tabelle fest. Angesichts des vor Saisonbeginn ausgegebenen Ziels, Top 3, bleibt festzuhalten: Mit solchen Leistungen wie gegen Sindelfingen ist die Mannschaft sehr weit davon entfernt.

Tor: 0:1 Kevin Schuster (14.) Gelb-Rot: Yarbrough (Hall, 90.) Hall: Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Matthias Haag, Adam Wilczynski, Bastian Joas (79. Abdulsamed Akin), Serdal Kocak, Dominik Schäfer (46. Andreas Grimmer), Lamar Yarrough, Sven Blumenstock (46. Basri Tiryaki), Mert Sipahi (75. Max Wanner), Jannik Dannhäußer Schiedsrichter: Rini Iljazi (Wurmberg).

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt)

Stimme zum Spiel: Ralf Eisenmenger (50) aus Hall  

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Schlechtes Spiel in Neckarrems

Wenn man 75 Minuten überhaupt nicht stattfindet braucht man sich über eine verdiente Niederlage nicht beklagen.

Von Beginn an waren die Spf total von der Rolle spielten die schlechteste erste Halbzeit seit langem. Fehlpass über Fehlpass, kein Zugriff auf den Gegner, keine einzige Torchance wurde herausgespielt. Einzig Torhüter Jonas Wieszt und der mangelhaften Chancenverwertung der Gastgeber war es zu verdanken dass es bis Sekunden vor dem Pausenpfiff noch 0:0 stand. Wiestz klärte nach 14 Minuten zwei Mal gegen Eugenio Del Genio und in der 36. Minute wiederum gegen Del Genio. Dazwischen vergaben die Männer von Trainer Markus Koch noch die eine oder andere gute Möglichkeit. Sekunden vor der Halbzeit wähnten sich Thorsten Schifts Mannen bereits in der Kabine. Lars Ruckh ging kurz hinter der Mittelline durch die Spf Spieler spazieren und ließ Wieszt keine Chance, 1:0 dann war sofort Halbzeit.

Wer nach dem Wechsel auf eine Reaktion der Spf gehofft hatte wurde enttäuscht. Gleich nach dem Anpfiff erzielte Savino Marotta das 2:0. Allerdings hätte der schwache Unparteiische vorher auf Foulspiel an Mert Sipahi entscheiden müssen. Aber der Torschütze konnte wie bereits bei Treffer Nummer eins ungestört durchmaschieren. Halls Keeper Jonas Wieszt stand dann in der 54. und 56. Minute wieder im Brennpunkt, beide Male parierte er aber glänzend und verhinderte einen höheren Rückstand. Nach einer Stunde der nächste Schock für die Haller. Siegfried Waldbüßer, zur Pause eingewechselt, musste mit gelb/rot vom Platz. Nach einem Missverständnis zwischen dem Neckarremser Keeper und einem Abwehrspieler spritzte er dazwischen, prallte mit Torhüter Rodrigues Loucao zusammen. Nach Meinung des SR Foulspiel. Nun schien es eine klare Sache für den VfB zu werden. Aber plötzlich kämpften sich die Spf ins Spiel rein und Dominik Schäfer erzielte mit einem abgefäschten Schuss in der 74. Minute den Anschlusstreffer. Nun spielten die Spf auf einmal Fussball und drängten trotz Unterzahl auf den Ausgleich. Die lag durchaus im Bereich des Möglichen. In der 81. Minute entschied der Unparteiische gegen den Neckarremser Kapitäns auf absichtliches Handspiel - eine weitere glatte Fehrentscheidung - und zeigte die gelb/rote Karte. Da das "Vergehen" eindeutig im Strafraum war hätte er auf den berühmten Punkt zeigen müssen. Er legte aber den Freistoß einfach vor die Starfraumgrenze. In der Nachspielzeit gelang dann den Gastgebern das Tor zum 3:1 Endstand.

 

Tore: (45.) 1:0 Lars Ruckh, (46.) 2:0 Savino Marotta, (74.) 2:1 Domenik Schäfer, (90.+3.) 3:1 Eugenio  Del Genio.

gelb/rot: (60.) Siegfried Waldbüßer (Spf), (81.) Micha-Colin Läublin.

SR Simon Hhofmann (Leinfelden-Echterdingen)

Hall trifft das Tor nicht

Die meisten der 180 Zuschauer raufen sich gestern Abend die Haare. Ihr Haller Team trifft trotz bester Chancen das Tor nicht, Calcio dafür doppelt.

Es ist kurz nach 21.30 Uhr. Halls Trainer Thorsten Schift erklärt kurz und knackig mit einer Fußballerweisheit die Niederlage: „Wenn man die Tore nicht macht, ist es nicht verwunderlich, dass man nicht gewinnt.“ Er kann seinen Team keinen Vorwurf machen, dass es nicht gewollt hat. Einstellung und Einsatz haben gepasst, nur es hat mit dem Verwerten auch bester Chancen nicht geklappt. „Hall hat in der zweiten Halbzeit sehr gut gespielt“, muss auch Calcio-Trainer Cataldo Diletto anerkennen. Sein Team hat nun mit neun Punkten die Tabellenführung in der Verbandsliga übernommen.

Die Leistung der Gäste ist in der ersten Halbzeit durchaus eines Tabellenführers würdig. Die Ballbehandlung der meisten Leinfeldener ist hervorragend, sie sind sehr präsent und zwingen die Haller dadurch zu Fehlern. Den Sportfreunden gelingt in der Offensive wenig, weil Serdal Kocak fast ein Totalausfall ist. Die auf ihn geschlagenen Bälle kommen zwar meistens an, aber Kocak ist oft von mindetens zwei Gästespielern umringt und kann sich dadurch nicht durchsetzen. Deshalb ersucht er, sich den Ball von hinten zu holen. Doch ausgerechnet das führt zu Fehlpässen. Das 1:0 für die Gäste ist allerdings nicht herausgespielt, sondern ein Geschenk der Haller. Nach einem Fehlpass schießt Shkemb Miftari aus 20 Metern direkt auf Torwart Jonas Wieszt. Viele der 180 Zuschauer schauen schon wieder Richtung Haller Team und dem folgenden Spielaufbau. Doch Wieszt bugsiert den Ball selbst ins Tor.
Danach verdienen sich die Gäste aber die Führung. Sidi Niang köpft knapp vorbei (19.), auch Marco Di Biccari hat gute Einschussmöglichkeiten. So langsam erholt sich Hall von dem Schock und sucht selbst den Weg zum Tor. Bastian Joas hat direkt vor dem Halbzeitpfiff eine sehr gute Möglichkeit, aber er wartet zu lange.

Halbzeit zwei gehört unter die Rubrik Einbahnstraßenfußball. Die Sportfreunde drängen mit Macht auf den Ausgleich. Mert Sipahi scheitert aus spitzem Winkel an Torwart Denis Grgic (50.). Matthias Haag köpft die folgende Ecke an den Pfosten. Joas wird am – oder auch im (?) – Strafraum gefoult. Den Freistoß schießt er selbst knapp vorbei (69.). Immer wieder steht Calcio-Keeper Grgic im Brennpunkt des Geschehens, aber er macht keinen Fehler und hält seinen Kasten auch mit etwas Glück sauber. Der Doppelwechsel in der 82. Minute bringt weiteren Schwung in das Haller Spiel. Max Wanner und Abdulsamed Akin verteilen die Bälle überlegt, aber mit Ablauf der 90 Minuten kommt Hektik dazu. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hat Joas alle Zeit der Welt, doch er zielt genau auf den Gästetorwart. Mit dem Abpfiff ist Leinfelden bei einem Konter noch zum 0:2 erfolgreich, aber das ist nur noch Makulatur. Hall hätte wohl noch lange weiterspielen können, ohne ein Tor zu erzielen.

Tore: 0:1 Shkemb Miftari (15.), 0:2 Tiannis Orfanidis (90. + 4)

Hall: Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Matthias Haag, Adam Wilczynski, Bastian Joas (82. Max Wanner), Siegfried Waldbüßer (82. Abdulsamed Akin), Serdal Kocak, Dominik Schäfer (55. Andreas Grimmer), Lamar Yarbrough, Mert Sipahi, Jannik Dannhäuser

Schiedsrichter: Florian Geiger (Erlenbach)

Guido Seyerle (Haller Tagblatt)

Unterm Strich verdienter 2:0 Sieg der Sportfreunde beim TSV Berg

Zu den bekannten Ausfällen  Kevin Lehanka, Ali Gökdemir  verletzt , Andi Grimmer beruflich verhindert , Adam  Wilczynski  gesperrt, musste Trainer Thorsten Schift  auch noch auf  die verletzten Sven Blumenstock und Serdal Kocak  beim Auswärtsspiel  in Berg verzichten.

Trotz der großen Hitze begannen die Sportfreunde  sehr laufintensiv. Immer wieder wurden die Angriffsbemühungen der Heimmannschaft früh gestört. Bereits in der 8. Minute belohnten sich die Haller mit dem 1:0. Max Wanner erkämpfte sich am Strafraum der Gastgeber den Ball, passte auf Dominik Schäfer, welcher mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:0 einschoss. Eine Minute später musste Torhüter Sebastian Willibald einen Schuss von Mert Sipahi abwehren. Berg bemühte sich zwar, das Spiel zu gestalten und Druck aufzubauen, doch Halls Defensive war meistens Herr der Lage. Glück und das Können von Halls Torhüter Jonas Wieszt verhinderte in der 19. Minute den Ausgleich. Nach einem Flachpass tauchte ein Berger Stürmer freistehend vor Wieszt auf, doch dieser konnte durch einen tollen Reflex den Ball an die Unterkante der Latte lenken, von wo er zurück ins Feld sprang. In der 28. Minute verzog ein Spieler der Heimmannschaft aus aussichtsreicher Position. Zwei Minuten später Chance für Hall durch den sehr agilen Bastian Joas. Nach klugem Pass von Sipahi war Joas allein Richtung Berger Tor unterwegs, konnte jedoch im letzten Moment noch gestoppt werden. 34. Minute: Ein klasse Konter der Sportfreunde. Wanner spielte den Ball nach außen zu Joas, der wiederum flankte quasi im Doppelpass  auf den durchgelaufenen Wanner, welcher volley abschloss, doch Torhüter Willibald wehrte überragend ab und musste beim Nachschuss von Joas nicht mehr eingreifen. Berg versuchte Druck aufzubauen,  doch blieb es beim Versuch. Kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine gute Aktion seitens der Haller, doch Wanner wurde im letzten Moment gestört.

 

Die erste Chance in der zweiten Halbzeit gehörte den Hallern. Der Ball kam auf die Außenbahn zu Schäfer, dessen Flanke ließ Joas gekonnt durch, Sipahi scheiterte am wiederum glänzend reagierenden Torhüter Willibald. Wieder Joas allein Richtung Berger Tor, er verzog knapp (56. Minute). In der 63. Minute abermals Willibald, der sein ganzes Können bei einem Schuss von  Sipahi aufbieten musste und klären konnte. In dieser Phase beherrschten die Haller das Geschehen auf dem Rasen. Eine einzige nennenswerte  Chance der Hausherren, ein Freistoß ging übers Tor. Anders die Sportfreunde. Nach Flanke von Schäfer köpfte Joas freistehend Torhüter Willibald in die Arme. In der 74. Minute Elfmeter für Hall. Wiederum startete Joas alleine Richtung Berger Tor und wurde im Strafraum klar gefault, der gute Schiedsrichter  Daniel Traub zeigte vollkommen zu Recht auf den Punkt. Der kurz zuvor eingewechselte Basri Tiryaki übernahm Verantwortung und verwandelte sicher zum 2:0. Berg versuchte nun alles, um den Anschlusstreffer zu erzielen, doch die Sportfreunde ließen keinen Zweifel mehr aufkommen, wer am Ende das Spiel gewinnen würde. Zum Schluss nochmals Joas, der Torhüter Willibald prüfte, so dass es am Ende beim 2:0 für die Haller blieb.

 

Trainer Thorsten Schift:“ Ein riesen Kompliment der gesamten Mannschaft. Trotz der  vielen Ausfälle zeigte sie eine kuragierte Leistung, welche mit einem verdienten Sieg belohnt wurde. Mit etwas besser ausgespielten Kontern hätte das Ergebnis noch deutlicher ausfallen können.“

Jonas Wieszt, Joshua Voigt, Matthias Haag, Dominik Schäfer (85.Jonas Düll), Lamar Yarbrough,  Jannik Dannhäußer, Siegfried Waldbüßer, Philipp Wolf (80. Simon Glück),  Mert Sipahi (90.Thomas Wagner)Bastian Joas, Max Wanner (67.Basri Tiryaki)

 

Tore: 0:1 Dominik Schäfer (8. Min.), 0:2 Basri Tiryaki (74. Min. Elfmeter)

 

Zuschauer: 165

 

Schiedsrichter: Daniel Traub(Ehingen)

Das übliche Backnang-Desaster

Die Sportfreunde sehen gegen Backnang wie so oft schlecht aus. Die gelb-rote Karte gegen Adam Wilczynski leitet das 1:5-Debakel ein.

Es sind nur noch wenige Minuten zu spielen. Und da tut sich etwas Sonderbares: "Auf, Backnang, noch ein Tor!", rufen einige der 300 Zuschauer - die allerdings als Fans der Haller bekannt sind. Sie sind frustriert vom Spielstand von 1:5 und haben noch gut in Erinnerung, wie ihr Team zwei der letzten vier Vergleiche mit sechs Gegentoren beendet hat.

Dabei zeigt Hall durchaus, dass es gegen Backnang zumindest mithalten kann. Wenn es da nicht den Knackpunkt in der 39. Minute gegeben hätte. Adam Wilczynski sieht die gelb-rote Karte. Der Haller hatte bereits nach 24 Minuten wegen Meckern gelb gesehen. Das Ballwegschlagen kurz vor der Pause wertet Schiedsrichter Stefan Jenninger regelgerecht als weitere gelbe Karte. Das bringt dem Unparteiischen viele Pfiffe und Buhrufe ein. Diese verstärken sich noch bis zum Halbzeitpfiff, der Gang in die Kabine wird für das Schiedsrichter-Trio zu keiner angenehmen Angelegenheit.

Den meisten der Zuschauer ist klar: Hall benötigt ein kleines Wunder, um gegen das spielstarke Backnang wenigstens noch einen Punkt zu holen. Nach der frühen Kopfballführung der Gäste hatte Serdal Kocak mit einem schönen Flachschuss ausgeglichen. TSG-Torjäger Mario Marinic hatte den Haller Frust nach dem Platzverweis eiskalt zur 2:1-Führung ausgenutzt.

 

"Wir wollten möglichst lange hinten gut stehen und eventuell durch einen Konter zum Erfolg kommen", beschreibt Halls Trainer Thorsten Schift später die Strategie für den zweiten Durchgang. Dazu gehört, dass der eigentlich nicht mehr für längere Einsätze vorgesehene Co-Trainer Philipp Wolf in der 53. Minute eingewechselt wird. Er soll das Zentrum stabilisieren und gleichzeitig seine Mitspieler motivieren. Wolf strengt sich an. Doch seine Nebenleute ziehen nicht richtig mit. Als er selbst gemeinsam mit Athanasios Coutroumpas über den Pfosten den Ball zum 1:3 ins Haller Tor einschiebt, ist die Partie gelaufen. Die Haller lassen die Köpfe hängen. Die Partie wird zum Katz-und-Maus-Spiel, in dem die Sportfreunde meist nur hinterherschauen.

"Ich erwarte, dass mein Team im nächsten Spiel eine Reaktion zeigt", sagt ein erstaunlich gefasster Trainer Schift nach der Partie. Am Samstag geht es zum TSV Berg. Nach dem verheißungsvollen Auftakt mit dem 1:0 in Ilshofen ist Hall unsanft auf den Boden der Liga-Realität zurückgeholt worden.

 

Spf: Jonas Wieszt, Jannik Dannhäuser, Sven Blumenstock (26. Siegfried Waldbüßer), Joshua Voigt, Matthias Haag, Adam Wilczynski, Lamar Yarbrough, Andreas Grimmer, Bastian Joas (70. Dominik Schäfer), Serdal Kocak (80. Max Wanner), Mert Sipahi (53. Philipp Wolf)

 

Tore: 0:1 Kevin Schlotterbeck (2.), 1:1 Serdal Kocak, 1:2 Mario Marinic (42.), 1:3 Athanasios Coutroumpas, 1:4 Benito Baez Ayala (69.), 1:5 Arda Cetinkaya (79.)

 

Schiedsrichter: Stefan Jenninger (Adelmannsfelden)

 

Guido Seyerle (Haller Tagblatt)

 

Tolle Kulisse beim VfB Spiel

Am Dienstagabend hat aus Sportfreunde-Sicht alles gepasst: Viele Zuschauer, gutes Wetter, lockere Stimmung und ein respektables Ergebnis gegen den VfB Stuttgart.

„Die Sportfreunde haben sich müde gespielt, jetzt sehen wir noch ein paar Tore“, orakelte Zuschauer Klaus Maas aus Michelbach an der Bilz in der Halbzeitpause. Er sollte Recht behalten. Nach der Pause kannte das Spiel fast nur noch eine Richtung – nämlich Richtung Sportfreunde-Tor. So etwas ist normal bei einem Vergleich zwischen Profis und Feierabendkickern.

Doch die Zuschauer hatten auch bemerkt, dass die Sportfreunde am Anfang ordentlich dagegen hielten und nicht nur unentwegt Ball und Gegner hinterherrannten. Die Räume wurden gut zugestellt. Der VfB ließ den Ball zwar ansehnlich durch die eigenen Reihen laufen, tat sich im Abschluss aber zunächst schwer. Das junge Innenverteidiger-Duo der Haller, Joshua Voigt und Lamar Yarbrough, gewann einige Zweikämpfe gegen Simon Terodde, der in der abgelaufenen Saison beim VfL Bochum mit 25 Treffern Torschützenkönig der 2. Liga war. Terodde war es auch, der erstmals die mehr als 3000 Zuschauern zum Raunen brachte, als er nach zehn Minuten nur knapp vorbei schoss.

Nach 20 Minuten leerte sich der Akku der Sportfreunde zusehends, der VfB störte nun früher und energischer. Dennoch brauchte der Zweitligist zwei Standards, um in der ersten Halbzeit Treffer zu erzielen. Zunächst zirkelte Philip Heise einen Freistoß aus 25 Metern ins Netz. Vier Minuten später traf er aus ähnlicher Position den Pfosten, der Abpraller wurde in die Mitte geflankt, wo Verteidiger Toni Sunjic zum 0:2 vollendete. Der Bosnier hatte schon früh für Aufsehen gesorgt, als er nach wenigen Minuten Siegfried Waldbüßer abräumte. Der Haller Mittelfeldspieler war schon vor vier Jahren beim 2:5 gegen den VfB mit dabei. Damals traf er zweimal, diesmal hatte er eine Kopfballchance, konnte den Ball aber nicht aufs Tor bringen. „Im Vergleich zu damals hat man schon gemerkt, dass die Stuttgarter etwas ehrgeiziger waren“, stellte er nach Spielende fest. Die VfB-Spieler wollten sich ihrem neuen Trainer Jos Luhukay präsentieren. Der saß während der gesamten 90 Minuten stoisch auf der Bank, verfolgte das Geschehen aber konzentriert.

Dass die Sportfreunde diesen Test nicht nur als Aufgalopp für die Vorbereitung nahmen, zeigte das Statement von Sportmanager Tilman Naundorf in der Pause. „Natürlich sind wir noch nicht eingespielt, aber durch zwei Standards hinten zu liegen, ist auch gegen so einen Gegner ärgerlich.“

In der zweiten Halbzeit, in der der VfB die komplette Mannschaft wechselte und auch Hall nach und nach tauschte, so dass am Ende sechs A-Junioren auf dem Feld standen, sorgten zwei Haller für Höhepunkte. Der eine heißt Serkan Uygun. Er wurde in Hall geboren und spielte beim TSV Gaildorf, ehe er über Gmünd und die Stuttgarter Kickers zu den B-Junioren des VfB kam. Der jetzt 19-Jährige traf zweimal für den VfB. Den größten Applaus der Zuschauer erhielt indes Simon Glück. Er kam in der 70. Minute in die Begegnung und hatte drei Minuten vor dem Ende seinen großen Auftritt. Nach einem der sehr seltenen Haller Angriffe, nahm er den Ball aus 18 Metern mit links volley. Glück traf den Ball perfekt, denn er schoss den Ball an die Unterkante der Latte. Von dort fiel der Ball ins Tor. Stuttgarts Torwart Benjamin Uphoff, der sonst nichts zu tun hatte, streckte sich vergebens.

Jos Luhukay war mit der Leistung des VfB zufrieden. „Besonders gut haben mir die jungen Spieler gefallen, sie haben einen unglaublichen Willen.“ Auch Sportfreunde-Trainer Schift war angesichts von nur zwei Trainingseinheiten vor dem VfB-Spiel mit der Leistung seiner Mannschaft einverstanden, „auch wenn wir manche Situation etwas besser hätten ausspielen können.“

Tore: 0:1 Philipp Heise (24.), 0:2 Toni Sunjic (28.), 0:3 Jan Ferdinand (48.), 0:4 Serkan Uygun (64., Foulelfmeter), 0:5 Serkan Uygun (75.), 0:6 Jan Kliment (80.), 1:6 Simon Glück 87.)

Sportfreunde: Jonas Wieszt (67. Julian Glassl), Joshua Voigt (70. Simon Glück), Adam Wilczynski (70. Jonas Düll), Siegfried Walsbüßer (66. Max Wanner), Serdal Kocak (77. Luca Strenger), Abdulsamed Akin (78. Marc Feinauer), Andreas Grimmer (55. Dominik Schäfer), Lamar Yarbrough (85. Jonas Trübendörfer), Ali Gökdemir (85. Janik Pfeifer), Jannik Dannhäußer (70. Thomas Wagner), Philipp Wolf (53. Sven Blumenstock).

VfB 1. Hälfte: Jens Grahl, Jean Zimmer, Toni Sunjic, Stephen Sama, Philip Heise, Georgios Spanoudakis, Christian Gentner, Marvin Wanitzek, Daniel Gabriele, Simon Terodde Borys Tashchy.

VfB 2. Hälfte : Benjamin Uphoff, Matthias Zimmermann, Timo Baumgartl, Marcin Kaminski, Thomas Hagn, Serkan Uygun, Berkay Özcan, Dijon Ramaj, Joel Sonora, Jan Kliment, Jan Ferdinand.

Schiedsrichter: Marco Zauner (Bühlerzell)

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt)

Auwiesen-Abschied mit Unentschieden

Zweimal geführt, zweimal am Ende einer Halbzeit den Ausgleich kassiert: Die Sportfreunde sind gegen Göppingen am Sieg dran. Durch das letztlich gerechte 2:2 bleibt Hall in Lauerstellung nach vorne.

"Jedes Team, das hier einen Punkt holt, kann froh sein", sagt Göppingens Trainer Norbert Stippel nach der Partie am Samstag. "Hätte Hall in den ersten 20 Minuten das 2:0 nachgelegt, wären wir wohl nicht zurückgekommen." Doch den Sportfreunden gelingt es wie so oft in dieser Saison - zuletzt beim Auswärts-1:1 in Berg - nicht, den einen entscheidenden Treffer zu setzen. "Dann hat man es auch nicht verdient, ganz vorne zu stehen", sagt Halls Coach Thorsten Schift.

Dabei beginnt Hall sehr konzentriert und zielstrebig. In der 4. Minute hat Serdal Kocak bereits das 1:0 auf dem Fuß, aber er wird zu weit nach links abgedrängt, so dass sein Schlenzer rechts am Tor vorbeigeht. Zwei Minuten später fällt doch der Führungstreffer. Erneut kommen die Sportfreunde über links, der in der ersten Halbzeit überragende Stefan Beez flankt genau in die Mitte, wo Nico Sasso einköpft. Bis zur 20. Minute folgen zwei weitere hochkarätige Chancen: Redouane Bouidia wartet zwölf Meter vor dem Tor zu lange, so dass sein Schuss abgeblockt wird. Sasso ist bei einem tollen Pass in den freien Raum vor ihm zu überrascht, um daraus Kapital zu schlagen.

Dann beginnt die starke Phase der Göppinger Nummer 9. Lars Ruckh, Torschützenkönig der vergangenen Verbandsliga-Saison mit 26 Treffern, beschäftigt oft zwei oder gleich drei Haller. Wer diese Leistung sieht, wundert sich nicht, dass Ruckh nach der Saison zum VfR Aalen wechseln wird. In der Vorrunde noch verletzt, köpft der Göppinger in der 29. Minute platziert in den Winkel, doch Halls Torwart Jonas Wieszt kann mit einer Glanzparade den Ausgleich verhindert. Das strukturierte Ballbesitz-Spiel der Gäste stellt die Sportfreunde vor große Probleme. Aber sie sind auch nicht nah genug dran an ihren Gegenspielern, die durch schnelle Pässe immer wieder den freien Mann finden.

In der 39. Minute ist es so weit: Göppingen spielt über rechts durch, Philip Kühnert spitzelt den Ball am herauslaufenden Torwart Wieszt vorbei zum 1:1. Eine Minute vor der Halbzeit muss der Haller Torwart erneut eine Glanzparade zeigen.

Nach der Halbzeit und der kurz darauf erfolgten Auswechslung von Redouane Bouidia stellt Schift sein Team um. Tilman Naundorf verstärkt die Abwehr, Stefan Beez soll im Mittelfeld und über die Außenbahnen mehr Druck nach vorne aufbauen. Ein Freistoß von Kocak (60.) geht um Zentimeter rechts am Tor vorbei, aber Hall ist an der Führung dran. Diese fällt ziemlich kurios: Naundorfs Schuss aus 22 Metern wird zweimal abgefälscht und landet bei Mert Sipahi. Dieser trickst am Fünfmeterraum einen Göppinger aus und vollendet zum 2:1 (70.). Die Gäste verstärken danach nochmals ihre Bemühungen. Kühnert schießt aus 25 Metern knapp links vorbei (73.). In der 83. Minute eilt Innenverteidiger Paulo Silva De Souza bei einem Konter mit nach vorn. Die Göppinger sind dadurch im Strafraum in Überzahl, und De Souza köpft artistisch zum 2:2 ein.

Die 300 Zuschauer haben zum Abschied von der Auwiese ein hochklassiges Remis gesehen.

Beide Trainer zeigten sich in der anschließenden Pressekonferenz nach dem Spielverlauf mit dem Unentschieden einverstanden, Halls Trainer Thorsten Schift war jedoch etwas enttäuscht über den späten Ausgleichstreffer, den sich seine Mannschaft einhandelte.

Spf: Jonas Wieszt, Jonas Halder, Matthias Haag, Nico Nierichlo, Patrick Beck, Serdalö Kocak, Nico Sasso (86. Yavuz Pacaci), Sven Blumenstock, Redouane Bouidia (54. Tilman Naundorf), Stefan Beez, Mert Sipahi.

SR Florian Geiger (Erlenbach), Zuschauer 300.

 

Guido Seyerle (Haller Tagblatt)

 

Niederlage gegen U 19 des 1. FC Nürnberg

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verliert der Verbandsligist Hall gegen die U19 des 1. FC Nürnberg mit 0:2 Thorsten Schifts Team musste am Mittwoch zuerst einmal den Kunstrasenplatz im Schenkensee vom Schnee befreien. Gegen eine laufstarke und Ballsichere U 19 des 1. FC Nürnberg verloren die Spf gegen den Club-Nachwuchs. Von Beginn an setzten die Jungs aus Nürnberg unsere Mannschaft unter Druck, Torhüter Eugen Frescher musste öfters als ihm lieb war eingreifen zweimal war er ohne Chance. Tormöglichkeiten für die Spf waren Mangelware. Zur Pause wechselte Spf Trainer Schift durch, das Spiel wurde allerdings nicht besser. Die Nürnberger liessen den Ball sicher durch ihre Reihen laufen und schaukelten den Sieg locker nach Hause. In der zweiten Halbzeit stand Neuzugang Jonas Wieszt erstmals im Haller Tor.

Sportfreunde trotzen Regionalligist TSG Neustrelitz 1:1 ab

Testspiele werden gerne als Partie abgewertet, in der es um nichts ging. "Es war ja nur ein Test", ist dann zu hören. Hall trotzte den zwei Klassen höheren Gästen aus der Partnerstadt Neustrelitz immerhin ein 1:1 ab.

Die Begegnung konnte sich durchaus sehen lassen und hatte für ein Freundschaftsspiel ein gutes Niveau. Die Spf standen defensiv sehr sicher und ließen den Gästen kaum Möglichkeiten zu. Rückkehrer Philipp Wolf gab dabei - für alle hörbar - schon wieder das Kommando. Beide Treffer fielen in den ersten 45 Minuten. Die Spf gingen mit 1:0 in Führung, als Sehat Ayvaz sich auf dem linken Flügel durchsetzte, in die Mitte zog, an einem Neustrelitzer Abwehrspieler vorbei und überlegt einschob. Nach einem Eckball gelang den Gästen - unter Mithilfe der Spf - der Ausgleich. Zuerst köpfte Sven Blumenstock den Ball an die Unterkante der Latte, anschließend tat es ihm Jonas Halder nach. Wer letztendlich den Ball uber die Linie drückte müssen die beiden unter sich ausmachen. :)

Die zweite Halbzeit verflachte dann angesicht der vielen Wechsel auf beiden Seiten. Dabei gab der A-Juniorenspieler Tolunay Yilmaz sein Debüt in der 1. Mannschaft. Erfreulich bei den Spf, dass mit Sven Blumenstock, Nico Nierichlo und Lukas Lienert einige der Langzeitverletzten wieder auf dem Platz standen.

Bei Trainer Thorsten Schift fehlten in diesem Spiel mit Matthias Haag, Patrick Beck, Serdal Kocak, Kevin Lehanka, Alexander Loucaridis und Dennis Ruiz Maile immerhin noch sechs Spieler aus diversen Gründen.

Spaß und sieben Tore zum Jubiläum

Hall unterliegt Bundesligist VfB Stuttgart mit 2:5 - 4300 Zuschauer auf der Auwiese

Nach den 90 Minuten sieht man in zufriedene und glückliche Gesichter: Die Sportfreunde Schwäbisch Hall zeigen beim 2:5 im Jubiläumsspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart eine gute Leistung.
Schwäbisch Hall<//span> Vor dem Spiel flachsen die beiden ehemaligen Ditzinger Mannschaftskameraden Fredi Bobic ( Manager des VfB Stuttgart) und Jürgen Lechner (Sportfreunde-Vorstand): "4:4 geht die Partie aus!"
 
Daraus wird zwar vor mehr als 4300 Zuschauern auf der Auwiese nichts, aber nach dem Schlusspfiff läuft auch Sportfreunde-Trainer Thorsten Schift mit einem Lächeln über den Platz: "Meine Mannschaft kann nach diesem Spiel stolz auf sich sein."
 
In der Tat bietet der Verbandsligist dem Europa-League-Teilnehmer lange Zeit Paroli. Geschickt machen sie die Räume eng, so dass der VfB sich schwer tut, das Spiel schnell zu machen. Im Gegenteil: In den ersten Minuten erarbeitet sich Hall drei Eckbälle in Folge. Die Fans am Spielfeldrand sind überrascht: "Die schwimmen ja!" Doch der Bundesligist fängt sich nach einer Viertelstunde, allerdings bleibt weiter vieles Stückwerk. So brauchen die Stuttgarter einen abgefälschten Freistoß von Julian Schieber, um in Führung zu gehen.
 
Hall hält weiter munter dagegen, kurz vor der Pause köpft Siegfried Waldbüßer eine Freistoßflanke freistehend ins Tor. Jubel auf der Auwiese. Die Fans, bei dem guten Wetter ohnehin in bester Stimmung, spendieren zur Halbzeit viel Applaus.
 
Nach dem Wechsel zieht Stuttgart für einige Minuten das Tempo kräftig an. Die eingewechselten Stammspieler Tamas Hajnal und Vedad Ibisevic sorgen für scheinbar klare Verhältnisse. Schnell steht es 1:3 und Halls Torwart Thomas Habel, der für Nowak ins Spiel gekommen ist, kann sich einige Male auszeichnen.
 
Doch sobald der VfB nachlässt, ist Hall wieder im Spiel. Traore kann den flinken Mert Sipahi im Strafraum nur mit einem Foul stoppen. Waldbüßer trifft vom Punkt. "Ein richtig toller Abend", resümiert er. Fast wäre Serdal Kocak sogar der Ausgleich gelungen, doch Passgeber Sipahi steht knapp im Abseits. In der Schlussphase wechselt Schift bei jeder Gelegenheit. So kann der VfB noch zwei Treffer zum 2:5 erzielen.
 
Tore: 0:1 Julian Schieber (22.), 1:1 Siegfried Waldbüßer (43.), 1:2 Julian Schieber (46.), 1:3 Vedad Ibisevic (48.), 2:3 Siegfried Waldbüßer (65., Foulelfmeter), 2:4 Tamas Hajnal (81.), 2:5 Vedad Ibisevic (89.)
 
Hall: Karel Nowak (46. Thomas Habel), Tilman Naundorf (61. Oliver Köhler), Matthias Haag (87. Burak Hereni), Patrick Beck, Serdal Kocak (85. Dennis Pflie), Kevin Lehanka (58. Dennis Ruiz-Maile), Siegfried Waldbüßer (82. Marvin Wahl), Basri Tiryaki (79. Johannes Bemmerer), Stefan Beez, Mert Sipahi, Patrick Frey (52. Maximilian Egner).
 
VfB: Marc Ziegler, Cristian Molinaro (46. Arthur Boka), Timo Gebhart (46. Tamas Hajnal), Ibrahima Traore, Christian Gentner (46. Vedad Ibisevic), Khalid Boulahrouz (46. Milos Degenek), Julian Schieber, Mamadou Bah, Antonio Rüdiger (46. Gotoku Sakai), Patrick Bauer, Kevin Stöger.

Überraschung bleibt aus

WFV-Pokal-Achtelfinale: Sportfreunde Hall unterliegen Drittligist Aalen mit 1:3

Zwei Standardsituationen und ein Eigentor: Der VfR Aalen demonstriert beim 3:1-Erfolg bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall Effektivität. Ein Drei-Klassen-Unterschied ist über 90 Minuten nicht zu erkennen.

HARTMUT RUFFER

Schwäbisch Hall Missmutig und enttäuscht laufen sich die Spieler des Verbandsligisten aus. Bis zur 90. Minute haben sie das WFV-Pokal-Achtelfinale gegen den Drittligisten VfR Aalen offen gehalten. Dann knallt Sascha Herröder einen 20-Meter-Freistoß unter die Latte, Karel Nowak im Haller Tor fliegt vergebens. Das 1:3 bedeutet das Endergebnis, Aalen zieht ins Viertelfinale ein.
 
"Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht", konstatiert Aalens Coach Ralph Hasenhüttl. "Das war nicht so souverän, wie wir uns das erhofft haben", schiebt er noch hinterher. Was Hasenhüttl seinem Team besonders ankreidet, ist die 46. Minute: Direkt nach Wiederanpfiff kommt es in der Aalener Abwehr zu Missverständnissen, Daniele Hüttl nutzt das zum umjubelten 1:1-Ausgleich. Die Hoffnung unter den rund 500 Zuschauern im Auwiese-Stadion ist groß, den Favoriten doch zu Fall zu bringen.
 
Das liegt nicht nur am Zwischenergebnis. Hall spielt sehr diszipliniert, macht die Räume eng. Die ganze Mannschaft arbeitet intensiv, dirigiert von Philipp Wolf. Der Rückkehrer vom Oberligisten FSV Hollenbach wirkt gerade in der ersten Halbzeit sehr präsent. Er gewinnt nicht nur die wichtigen Zweikämpfe, sondern ist auch immer wieder die gesuchte Anspielstation im defensiven Mittelfeld.
 
"Wir haben kaum Lücken gefunden", bekennt Hasenhüttl. So benötigt Aalen Haller Unterstützung zur Führung. Ein Flachschuss von Marco Haller wird von Matthias Haag kurz vor der Pause ins eigene Tor abgefälscht. "Wir haben die Chancen, die machen die Tore", lautet das Fazit von Halls Trainer Thorsten Schift. Er verweist auf eine Szene 60 Sekunden vor dem Aalener Führungstreffer: Da köpft Redouane Bouidia eine Kocak-Flanke freistehend rechts neben das Tor. "Den muss er machen", stöhnen die Fans auf der Haupttribüne auf.
 
Auch nach dem zwischenzeitlichen 1:2 durch Sascha Herröder nach einem Eckball beweist Hall Courage, bringt Aalens Defensive mehrmals in arge Bedrängnis, der Ausgleich fällt aber nicht mehr. "Dennoch: Mein Team hat das heute gut gemacht." Ein bisschen Stolz schwingt in dieser Aussage Schifts mit.
 
Tore: 0:1 Matthias Haag (44., Eigentor, 1:1 Daniele Hüttl, 1:2 Sascha Herröder (60.), 1:3 Sascha Herröder (90.)
 
Hall: Karel Nowak, Luigi Campagna (76. Simon Wieland), Tilman Naundorf (71. Johannes Bemmerer), Patrick Frey, Matthias Haag, Philipp Wolf, Mert Sipahi (60. Patrick Beck), Redouane Bouidia, Serdal Kocak (79. Basri Tiryaki), Siegfried Waldbüßer, Daniele Hüttl (64. Oliver Köhler)