Ilshofen gegen Hall: Vor dem Derby geht’s freundlich zu

Das Nachbarschaftsduell steht in der Verbandsliga an. Der TSV Ilshofen erwartet die Sportfreunde Schwäbisch Hall. Von Getöse und Trommelei gibt es im Vorfeld keine Spur.

Rot gegen Blau: Zum fünften Mal treffen die Teams in der Verbandsliga aufeinander. Bei anderen Derbys geht es gerne mal etwas kerniger im Vorfeld zu. Nichts könnte für die beiden Trainer Ralf Kettemann (Ilshofen) und Petar Kosturkov (Hall) ferner sein. Sie trafen sich gestern Nachmittag auf einen Kaffee. „Schwarz, ohne Zucker, die kalorienärmste Variante“, berichtet Kettemann mit einem Schmunzeln.

 

Taktische Finessen für das morgige Spiel haben sie natürlich nicht ausgetauscht, doch alleine die Tatsache, dass sie sich treffen, zeigt, dass sie ein besonderes Verhältnis zueinander haben. „Petar war mitentscheidend dafür, dass ich mit Fußball weitergemacht habe und nicht mit Tennis“, erinnert sich Kettemann, der als Jugendlicher auch mit Schläger und Tennisball sehr gut umgehen konnte. Kosturkov hatte den damals 14-jährigen Kettemann beim TSV Crailsheim unter seine Fittiche genommen. Er trainierte nicht nur Crailsheims Jugend, sondern sorgte auch dafür, dass dieser auch Einheiten bei der damaligen Oberliga-Mannschaft, in der Kosturkov spielte, mitmachen durfte. Auch deshalb nennt Kettemann den ehemaligen bulgarischen Nationalspieler seinen „Fußball-Papa“.

 

Kontakt riss nie ab

 

Seit 14 Jahren kennen sich die beiden. Im vergangenen Jahr waren sie gemeinsam für den TSV Ilshofen verantwortlich. Man trennte sich freundschaftlich. „Wir wussten, dass wir beide dafür gemacht sind, eigenverantwortlich ein Team zu führen“, drückt es Kettemann aus. So ging Kosturkov zunächst zum niedersächsischen Oberligisten BV Cloppenburg, ehe er dort aus familiären Gründen aufhörte und vor rund einem Monat die Sportfreunde Hall übernahm. Der Kontakt riss auch, als Kosturkov in Cloppenburg war, nicht ab. Einige SMS wurden hin- und hergeschickt. „Nun war es mir wichtig, mich mit Ralf zu treffen, bevor wir morgen nach Ilshofen kommen“, so Kosturkov, „denn dann gibt es für mich nur noch meine Mannschaft.“

 

Personell können beide nahezu auf ihren kompletten Kader bauen. Bei Ilshofen fehlt Lukas Lindner, der Probleme mit dem Sprunggelenk hat. Kosturkov muss auf Marian Föll verzichten, der sich einen Infekt eingefangen hat. Die Frage, ob man sich einander überraschen kann, obwohl man sich so gut kennt, beantworten beide unabhängig voneinander mit einem klaren „Ja!“ Kettemann verdeutlicht. „Man geht davon aus, dass der andere ein System bevorzugt. Der andere weiß das auch und lässt eben anders spielen.“ Kosturkov ergänzt: „Ilshofen hat 17, 18 gleichwertige Spieler, die alle unterschiedliche Systeme spielen können.“

 

Dass die Partie für die Anhänger und wohl auch für einige Spieler, die bereits für beide Vereine gespielt haben, etwas Besonderes ist, bestreitet keiner. „Eine Rivalität ist in irgendeiner Form da“, meint Kettemann, doch allzu hoch will er diesen Aspekt nicht hängen. „Richtig krass“ dürfe es niemals sein, „so etwas ist mir fremd“. Zumal Kettemann bekanntermaßen ein Anhänger des Modells „FC Hohenlohe“ ist, also eines Konstrukts, dass die Kräfte der Region bündelt.

 

Die Rolle des Favoriten hat der TSV Ilshofen unzweifelhaft inne, schließlich ist er Dritter. Doch der Respekt vor dem morgigen Gegner ist gewachsen. „Die jetzige Haller Mannschaft hat nicht mehr viel mit dem Team vom Saisonbeginn zu tun. Unter anderem kamen Maximilian Eiselt und Serhat Ayvaz noch dazu. Das ist jetzt eine sehr ordentliche Mannschaft“, so Kettemann, der dem Gegner bei einem normalen Saisonverlauf in dieser Zusammensetzung einen Platz zwischen 8 und 11 prognostiziert hätte.

 

Momentan allerdings steht Hall auf dem letzten Platz und würde dort wohl selbst bei einem Sieg bleiben. Doch der 3:1-Erfolg über Tübingen am vergangenen Samstag hat neue Kräfte freigesetzt. „Es ist wie in Cloppenburg: Ich versuche das umzusetzen, was ich für richtig halte“, meint Kosturkov. Dort war er ebenfalls mit drei Niederlagen gestartet, ehe sieben Spiele mit nur einer Niederlage folgten. „Wichtig ist, dass die Spieler richtig mitziehen – und das tun sie.“

 

Gespielt wird aller Voraussicht nach auf dem Naturrasen. Der ist allerdings dafür bekannt, dass er nicht allzu viel Regen verträgt.

 

Info TSV Ilshofen – Sportfreunde Schwäbisch Hall, Samstag, 14 Uhr

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt)

Die Sportfreunde Hall atmen auf

Die Sportfreunde Schwäbisch Hall feiern beim 3:1 gegen Tübingen ihren zweiten Saisonsieg und zeigen dabei auch spielerisch eine gute Leistung.

Die Erleichterung war überall zu spüren, vor allem aber zu sehen. Jeder umarmte jeden, Trainer Petar Kosturkov bekam zudem so viele Schulterklopfer, dass zu befürchten war, dass er am Abend Schmerzen haben würde. Nach drei Niederlagen zu Beginn seiner Amtszeit hatte er mit seinen Sportfreunden das erste Erfolgserlebnis. Und auch, wenn die Haller Letzter bleiben: Der Glaube an sich selbst und vor allem ein Teamgedanke war zu bemerken.

Letzteres ist das, was Hall im Abstiegskampf benötigt. Es war nicht so, dass Hall fehlerfrei spielte. Doch diesmal provozierte ein Fehler nicht einen Folgefehler. Im Gegenteil: Ein Mitspieler bügelte fast immer aus. Ein Beispiel dafür lieferte das Geschehen in der 40. Minute. Ein riesiges Loch im Mittelfeld nutzte Tübingen aus, doch im Strafraum stand noch Steffen Engelhardt, der den Ball gegen zwei TSG-Spieler zurückeroberte. Nur einmal war der Fehler, in diesem Fall ein Stellungsfehler, nicht zu beheben: Als die TSG den Anschlusstreffer erzielte. Kurze Zeit wackelte Hall bedrohlich, doch der Ausgleich fiel nicht und die Sportfreunde fanden ihre Ordnung wieder.

Applaus der Zuschauer

Der größte Unterschied zu früheren Auftritten der Haller war, dass sie Fußball spielten. „Auch spielerisch bin ich mehr als zufrieden, zumal der Boden sehr, sehr tief war“, lobte Trainer Kosturkov. Diese Meinung hatten auch die meisten der rund 300 Zuschauer, die vor allem in der ersten Halbzeit mehrfach Szenenapplaus spendeten. Das lag nicht nur an Serhat Ayvaz, der der auffälligste Akteur war. Er riss sein Team mit. Trotz des Regens und des Schlamms wirkte der Rückkehrer extrem leichtfüßig. Die beiden Tore von ihm, stark herausgespielt, waren ein Beleg dafür. Sein zweiter Treffer sorgte dafür, dass das Selbstvertrauen, zuletzt ein selten gesehener Gast in Schwäbisch Hall, dauerhaft zurückkehrte. Alle elf Akteure schienen nun eine breite Brust zu besitzen. Der Ball lief stark durch die eigenen Reihen, inklusive technisch anspruchsvoller Pässe trotz des seifigen Bodens. Daniel Martin und Adam Wilczynski ackerten im zentralen Mittelfeld, waren auffällige Aktivposten.

Der enorme Einsatz des Teams wurde belohnt. Nach der zehnminütigen Wackelphase holte sich Hall wieder mehr Spielanteile und setzte auf Konter. Einen davon schloss Selcuk Vural nach Vorarbeit von Pascal Hopf zum 3:1 ab. So feierten die Haller ihren zweiten Saisonsieg, der auch höher hätte ausfallen können. Denn die Sportfreunde ließen einige hervorragende Chancen liegen. Das sah auch Tübingens Trainer Michael Frick so, der von einer „verdienten Niederlage“ seines Teams sprach. Hall hat damit einen ersten Schritt getan, mehr noch nicht. Doch jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Tore: 1:0, 2:0 Serhat Ayvaz (9., 13.), 2:1 Lars Lack (67.), 3:1 Selcuk Vural (84.)
Spf: Yannic Weiss, Joshua Voigt, Steffen Engelhardt, Adam Wilczynski, Daniel Martin (83. Lamar Yarbrough), Pascal Hopf, Gabriel Simion (87. Simon Glück), Ali Gökdemir, Serhat Ayvaz (68. Selcuk Vural, 90.+1 Yannik Hornberger), Visar Mustafa, Maximilian Eiselt.
Schiedsrichter: Stefan Jenninger (Adelmannsfelden), Zuschauer: 300

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt)

SSV Ehingen/Süd

In den ersten Minuten entwickelte sich ein Spiel, das allerdings nur bis zu den jeweiligen Strafräumen hin und her wogte. Ein erster Schuss von Pascal Hopf verfehlte sein Ziel. In der 15. Minute hatten die Sportfreunde Glück: Ein Ehinger Stürmer scheiterte zunächst an Torhüter Yannic Weiss, den Abpraller lenkte Steffen Engelhardt spektakulär an die Latte.

Nun waren die Haller an der Reihe. Nach Zuspiel von Adam Wilczynski tauchte Daniel Martin allein vor Torhüter Fabian Heiland auf. Martin schoss scharf, jedoch übers Tor. Nach 30 Minuten folgte eine weitere Chance der Heimmannschaft, als nach einem Rückpass von der Grundlinie ein Ehinger Spieler freistehend über das Tor drosch. Hall war gleichwertig und hatte eine Chance durch Hopf, der allein aufs Ehinger Tor zulief, jedoch am glänzend reagierenden Heiland scheiterte. Beim anschließenden Eckball verfehlten Freund und Feind den Ball, so dass es beim 0:0 zur Halbzeit blieb.

Die zweite Halbzeit begann mit druckvollerem Spiel der Gastgeber. In der 54. Minute reagierte Weiss glänzend bei einem Schuss aus kurzer Entfernung, den Abpraller köpfte ein Ehinger Spieler Richtung Haller Gehäuse, wo Joshua Voigt auf der Linie zur Ecke klären konnte. Diese wurde in den Strafraum geschlagen und von Ehingens Michael Turkaj volley zur 1:0-Führung verwertet. Trainer Petar Kosturkov reagierte prompt und verstärkte die Offensive. Jeddoch kreierte die neu aufgestellte Haller Angriffsreihe keine nennenswerte Chance.

In der 70. Minute parierte Weiss einen Freistoß aus gut 30 Metern glänzend. Eine Minute später gab es wiederum einen Freistoß für Ehingen, diesmal aus zentraler Position und 25 Metern. Turkaj jagte den Ball über die Mauer zum 2:0 in die Maschen. Die Sportfreunde waren geschockt, versuchten jedoch alles, um einen Anschlusstreffer zu erzielen, was die gute Defensive des SSV Ehingen-Süd zu verhindern wusste. So blieb es am Ende mit der starken Leistung von Schiedsrichter Carl Höfer beim im Großen und Ganzen etwas unglücklichen Ergebnis aus Haller Sicht.

Trainer Petar Kosturkov: „Leider konnten wir unsere klaren Torchancen nicht verwerten. In der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Nach den Gegentoren merkte man eine gewisse Verunsicherung.“

Spf: Yannic Weiss, Steffen Engelhardt, Joshua Voigt, Daniel Martin, Adam Wilczynski, Lamar Yarbrough (60. Luka Kaufmann), Ali Gökdemir, Visar Mustafa, Serhat Ayvaz, Maximilian Eiselt (56. Selcuk Vural), Pascal Hopf (77. Dominik Schäfer).

SR Carl Höfer (Backnang), Zuschauer 200

Heimpremiere für Kosturkov missglückt

 

Am Ende stehen die nackten Zahlen: 2:5-Heimniederlage, weiterhin nur vier Punkte in der Tabelle und nach den Siegen von Ehingen und Rutesheim beträgt der Abstand zum Relegationsplatz 12 schon acht Punkte. Aber die Art und Weise, wie die Sportfreunde Hall gegen den TSV Essingen aufgetreten sind, lässt dennoch Raum zur Hoffnung. Ein Beleg: Die einzigen Unmutsäußerungen nach dem Schlusspfiff erntet nicht die Heimelf, sondern das nicht immer souverän wirkende Schiedsrichtergespann.

Eigentlich beginnt das Spiel symptomatisch für die Haller Saison. Die Gäste schlagen in der 4. Minute einen Eckball von links auf den langen Pfosten. Der Ball segelt durch den Fünfmeterraum bis er bei Essingens Kapitän Stani Bergheim landet, der ohne Mühe einköpft (0:1).

Sofort suchen die Haller aber nach der schnellen Antwort. Erst schießt Lamar Yarbrough mit links knapp über das Tor (6. Minute), dann hat Ali Gökdemir eine Kopfballchance (7.), und eine flache Hereingabe von Selcuk Vural findet keinen Abnehmer (8.). Sportfreunde-Trainer Petar Kosturkov lebt bei seinem Heimdebüt vor, was er von seiner Mannschaft sehen will. Dicht an der Seitenlinie animiert er seine Akteure, weiter Gas zu geben.

Kalt erwischt werden die Haller in der 20. Minute. Die Essinger greifen über die rechte Seite an. Bei einem flach hereingespielten Ball bringt Ali Gökdemir seinen Gegenspieler zu Fall: Elfmeter für die Gäste. Stani Bergheim schiebt souverän zum 0:2 ein. Der nächste Nackenschlag für die weiter tapfer spielenden Hausherren folgt sechs Minuten später. Ein hohe Flanke nickt Michael Wende per Kopf zum 0:3 ein. In der 33. Minute haben die Haller ihre größte Möglichkeit in Hälfte eins. Pascal Hopf spielt flach vors Tor, wo Maximilian Eiselt und Daniel Martin zum Ball gehen. Am Ende schiebt Martin das Spielgerät aus fünf Metern am Tor vorbei.

Nach der Pause holen die Hausherren den Anschlusstreffer nach. Diesmal legt Eiselt für Martin auf, der auf 1:3 verkürzt (48.). Hall drückt direkt nach der Pause auf seinen zweiten Treffer, während Essingen beeindruckt wirkt. Allerdings gelingt es den erfahrenen Gäste, das Spiel zehn Minuten nach der Pause wieder zu beruhigen. Die nie aufgebenden Sportfreunde belohnen sich aber in der 70. Minute für ihren couragierten Auftritt. Eiselt liefert seinen Assist, Pascal Hopf drückt den Ball über die Linie zum 2:3 (70.). Der Jubel und die Euphorie über die Aufholjagd währten jedoch nur zwei Minuten. Hall verliert im Aufbau den Ball. Mit einem schnellen Doppelpass spielen die Essinger in die Spitze. Ali Gökdemir versucht mit einer Grätsche zu retten, kommt jedoch auf Höhe der Strafraumgrenze zu spät. Stani Bergheim verwandelt den Elfer (2:4). Endgültig den Deckel drauf macht Christian Essig mit einem wunderschönen Freistoßtor zum 2:5.

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Kein geglücktes Trainerdebüt

Mit einem 2:0 schickten die Gmünder die Haller von der Rems zurück an den Kocher. Doch das Spiel hatte einige Überraschungen parat und dem neuen Übungsleiter der Haller, Petar Kosturkov, gelang es seinen Mannen neues Leben einzuhauchen und die dankten es ihrem Trainer mit einer ganz starken ersten Halbzeit, in der die Gäste mindestens auf Augenhöhe mit den gastgebenden Normannen waren und immer wieder die sonst so sichere Normannen Abwehr in erhebliche Schwierigkeiten brachte. Leider konnten die Sportfreunde aus Hall ihre gute Vorstellung in der zweiten Halbzeit nicht mehr wiederholen, so dass der Erfolg der Gastgeber schlussendlich in Ordnung ging. 

 

Normannia-Trainer Holger Traub beschrieb die Problematik für sein Team mit einer Art Wundertüte aus Hall an diesem Tag. Denn der Trainerwechsel in Hall, der vor diesem Spieltag erfolgte, hatte die ganze Gegnerbeobachtung zu Makulatur gemacht, zudem war die Handschrift von Peter Kosturkov deutlich zu erkennen und hatte nichts mit den bisher gezeigten Leistungen zu tun, außerdem brachten zwei neue Spieler frischen Wind. Seine Mannschaft habe 45 Minuten gebraucht, um sich auf dieses neue Hall einzustellen. In der Tat war der Einsatz von Wilczynski und Hopf, die ihre Sperre angesessen hatten, mit ein Grund, dass die Haller den Gmündern das Leben so schwer machten. Gökdemir kurbelte immer wieder das Spiel der Gäste an und Vural war ein ständiger Gefahrenherd für die Gmünder Abwehr. Nicht erwartet hatten die Gastgeber ein so offensives Verhalten der Gäste. 

 

Die Sportfreunde übernahmen von der ersten Minute an das Kommando, störten die Gmünder schon in deren Hälfte und versuchten jeden Ball zu einem Abschluss zu bringen. Doch die erste wirkliche Torchance hatten die Normannen in der 16. Minute, als Stölzel ein Solo mit einem fulminanten Torschuss abschloss, aber Weiss im Haller Tor reagierte sensationell. Nur drei Zeigerumdrehungen musste Ellermann im Gmünder Kasten gleich zweimal Kopf und Kragen riskieren, um zunächst gegen Gökdemir und dann gegen Hopf seine Mannschaft vor einem Rückstand zu bewahren. Die Gmünder fanden zunächst keine Antwort auf das Haller Spiel, waren es aber, die bei ihren eigenen Aktionen besser strukturiert angriffen und sich einige gute Möglichkeiten herausspielten, aber Weiss im Haller Kasten brachte Mayer, Gnaase, Erol und Fichter zur Verzweiflung und so trennte man sich nach 45 Minuten torlos. 

 

In den zweiten 45 Minuten hatten sich die Normannen auf die Gäste besser eingestellt und ließen den Hallern keine Chance mehr zu und bestimmten nun eindeutig das Geschehen. Gökdemir versuchte zwar immer wieder seinen Vorderleute in Position zu bringen, doch der Schwung aus der ersten Hälfte war irgendwie in der Kabine geblieben. Die Normannen erspielten sich Ecke um Ecke, denn Weiss war nun mit Abstand der beste Spieler seiner Mannschaft und vereitelte in der 56. Minute eine Großchance von Bobo Mayer

 

In der 62. Minute schien Weiss geschlagen, aber Efendi Erol stand im Abseits. Doch nur eine Zeigerumdrehung war auch der gute Weiss regulär überwunden worden, Mit einer super Einzelleistung narrte Marvin Gnaase die Haller Abwehr und schloss sein Solo mit einem sehenswerten Treffer ab. Doch der beste Gmünder Spieler an diesem Tag, Marvin Gnaase, sollte nur fünf Minuten später, in der 68. Minute, für die Entscheidung sorgen, der diesmal per Kopf das 2:0 erzielte. 

 

Hall hatte nun nicht mehr viel dagegen zusetzen, dennoch bemühten sich die Schützlinge von Kosturkov um eine Ergebniskorrektur, doch die Normannen blieben in einer sehr fairen Partie nun stets Sieger und hatten noch einige Möglichkeiten, den dritten Treffer zu setzen, aber eine aufopferungsvoll kämpfende Haller Mannschaft mit einem sehr guten Torwart konnte das 2:0 halten. 

 

Peter Kosturkov meinte denn auch nach den 90 Minuten: „ Wir haben verdient 2:0 verloren. Mit der ersten Halbzeit war ich zufrieden, da haben wir gut gekämpft, aber bei eigenem Ballbesitz, den letzten Ball schlecht gespielt. In den zweiten 45 Minuten, wollte ich, dass wir hinten gut stehen, aber es ist uns nicht gelungen. Nach dem 1:0 merkte man, dass es uns an Selbstvertrauen fehlt, um so ein Spiel noch zu drehen. Aber die Jungs ziehen mit und ich bin zuversichtlich, dass es von Woche zu Woche besser wird.“

Zuschauer: 205
Schiedsrichter: Alexander Rösch (Bad Wurzach)
Tore: 1:0 Marvin Gnaase (63.), 2:0 Marvon Gnaase (68.)


Spf: Weiss, Voigt, Engelhardt, Wilczynski, Martin, Hopf (67. Schäfer), Simion, Yarbrough (76. Föll), Gökdemir, Vural, Eiselt (67. Kaufmann).

Ein großes Nichts

 

Nach 76 Minuten hatten viele Zuschauer auf der ohnehin nicht gerade üppig besetzten Haupttribüne genug gesehen. Nach dem 0:3 durch Matthias Dünkel liefen sie zu ihren Autos. Sie wollten nur noch heim. Das letzte Fünkchen Hoffnung, dass die Sportfreunde doch noch den Rückstand aufholen könnten, war erloschen.

Dabei erwiesen sich die Fans noch als optimistisch. Denn in den 75 Minuten zuvor sprach wenig dafür, dass die Sportfreunde überhaupt ein Tor erzielen würden. „Nach elf Minuten hätten wir eigentlich schon 3:0 führen müssen“, meinte Pfullingens Trainer Michael Konietzny. Es gab niemanden, der ihm widersprechen wollte. Die Sportfreunde begannen, als ob sie vor dem Anpfiff Valium genommen hätten. Ständig kamen sie bei Zweikämpfen zu spät, nach vorne gelang nichts. Dazu kamen individuelle Fehler, die Pfullingen nicht zu nutzen wusste. Özge köpfte völlig frei am Tor vorbei. Dann schlug Gabriel Simion ein Luftloch und Dominik Früh lief allein auf Yannic Weiss zu. Zwar schoss er den Ball am Haller Torwart, aber auch einige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Weiss klärte kurz darauf stark gegen Patrick Lehmann.

Einladung zum 0:2

So war die Führung für die Gäste nach 17 Minuten völlig verdient, auch wenn sie kurios entstand. Weiss hatte bei Dominik Frühs Schuss gut reagiert, der Ball allerdings flog im hohen Bogen Richtung Tor und gegen den Pfosten. Im Anschluss drückte Früh den Ball über die Linie. Hall wirkte wie gelähmt. „Alles, was wir uns vorgenommen hatten – Kampf, Leidenschaft, Willen – war nicht zu sehen“, konstatierte Interimstrainer Jürgen Kern. Die Sportfreunde taumelten dem Halbzeitpfiff entgegen und luden den VfL kurz davor noch zum zweiten Treffer ein. Ein Fehlpass von Joshua Voigt leitete das 0:2 von Christopher Leuze ein.

Nach der Pause wurde das Haller Offensivspiel zwar etwas besser, war aber immer noch schwach. Zwei Weitschüsse von Ali Gökdemir brachten einen Hauch von Torgefahr. Nach 60 Minuten allerdings hatte sich Pfullingen auf die Veränderungen eingestellt und spielte die Partie routiniert zu Ende. Es passte ins Bild, dass der VfL für alle Treffer verantwortlich zeichnete: Ein Kaufmann-Freistoß wurde zweimal abgefälscht und landete so im Tor. Diesen Treffer haben die Zuschauer, die früher gegangen sind, verpasst. Sie werden es verschmerzen können.

Auf den neuen Trainer Petar Kosturkov kommt viel Arbeit zu. Er übernimmt eine völlig verunsicherte Mannschaft, die am kommenden Samstag bei Normannia Gmünd antreten muss.

Tore: 0:1 Dominik Früh (17.), 0:2 Christopher Leuze (44.), 0:3 Matthias Dünkel (76.), 1:3 Fatih Özge (83., Eigentor).


Spf: Yannic Weiss, Marian Föll (56. Visar Mustafa), Joshua Voigt (80. Julian Ammon), Steffen Engelhardt, Daniel Martin, Gabriel Simion, Dominik Schäfer, Lamar Yarbrough.

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt)

Niederlage beim Tabellenführer

„Ich denke, es war ein völlig verdienter Sieg für Hollenbach. Kämpferisch haben wir dagegen gehalten. Die Tore haben wir durch zwei individuelle Fehler bekommen“, sagte der Schwäbisch Haller Manager Sport Thorsten Schift.

Die Hollenbacher übernahmen von Beginn an das Kommando gegen das Schlusslicht. Klare Chancen wurden zunächst vergeben. Dann sorgte Nico Nierichlo in der 22. Minute für die beruhigende Führung. Bis zur Pause fielen keine Tore mehr. Dabei hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten. Nach der Pause ließ Hollenbach weiter wenig zu. Das 2:0 besorgte  Boris Nzuzi in der 54. Minute. Dabei blieb es bis zum Ende. Halls Trainer Jürgen Kern war mit seiner Mannschaft zufrieden, obwohl er nach dem Spiel meinte: „Wir hatten uns ein wenig mehr erhofft, aber nichtsdestotrotz geht der Sieg voll in Ordnung, auch in dieser Höhe. Bei der einen oder anderen Hollenbacher Situation hatten wir auch noch Glück, dass wir nicht höher in Rückstand geraten sind.“

Den Hallern merkte man das Fehlen einiger Spieler an. „Das ist zwar keine Entschuldigung, aber  wir haben im Moment ein Lazarett, das uns sehr weh tut. Ich bin aber zuversichtlich für die Zukunft“, so Kern.

Hollenbachs Trainer Marcus Wenninger konnte zufrieden sein: „Natürlich hätten wir nachher am Ergebnis noch etwas tun können. Aber es ist auch einmal wichtig, so ein Spiel kontrolliert nach Hause zu bringen. Das haben wir gut hinbekommen. Deshalb sind wir momentan verdient ganz oben an der Spitze.“

 

Spf: Yannic Weiss, Marian Föll, Joshua Voigt, Steffen Engelhardt, Luca Kaufmann, Daniel Martin, Gabriel Simion, Dominik Schäfer, Ali Gökdemir, Selcuk Vural (46. Visar Mustafa), Maximilian Eiselt (66. Simon Glück).

Tore: 1:0 Nico Nierichlo (22.), 2:0 Boris Nzuzi (54.)

SR Marcel Lalka (Schönaich), Zuschauer 400

Unten angekommen

Vielleicht wäre es aus Haller Sicht gut gewesen, wenn das Schiedsrichtergespann noch länger im Stau gestanden hätte. Doch die Unparteiischen erreichten den Optima-Sportpark gestern kurz nach 19 Uhr. Das Spiel begann mit einer Viertelstunde Verspätung und endete mit einer herben Enttäuschung.

Wie so häufig in den Situationen, in denen Mannschaften tief im Tabellenkeller stehen, kann man den Konjunktiv bemühen. Was wäre passiert, wenn Steffen Engelhardt nach 57 Sekunden nicht am leeren Rutesheimer Tor vorbei geköpft hätte? Was wäre passiert, wenn Luca Kaufmann nach 14 Minuten einen Steilpass nicht nur gut mitgenommen hätte, sondern den Schuss auch ins Tor platziert hätte – und nicht zwei Meter drüber? Vielleicht hätten die Sportfreunde Schwäbisch Hall dieses so wichtige Spiel für sich entschieden und stünden nun im Mittelfeld.

Doch die ganzen vielleichts, eventuells, hätte und könnte nutzen nichts. Die Sportfreunde, die couragiert und mit der richtigen Körpersprache begannen, waren nach 28 Minuten nur noch in einer nahezu leblosen Hülle auf dem Feld. Denn in dieser Minute ereignete sich eine Fehlerkette, die letztlich zum 0:1 durch Tobias Weiß führte. Ein Fehlpass im Mittelfeld, ein tiefer Rutesheimer Pass, eine verunglückte Grätsche, ein guter Flachpass in die Mitte und ein freier Tobias Weiß, weil die Haller nicht von außen eingerückt waren. Die Folge war ein schwarz-weißes Jubelknäuel.

Haller Abwehr steht sehr hoch

Auch wenn die Führung etwas überraschend kam, unverdient war sie nicht. Denn die Sport- und Kulturvereinigung (SKV) nutzte zwei Dinge schon vorher aus. Zum einen pressten die Haller nur halbherzig, so dass die Gäste lange, präzise Pässe schlagen konnten. Zum anderen stand die Abwehr sehr hoch, doch die Rutesheimer Stürmer waren schnell. So kam es schon vor dem 0:1 zu gefährlichen Situationen.

Nach der Pause wurde es für Hall bitter, denn nach 50 Minuten nutzte Rutesheims Torjäger Gianluca Gripaldi erneut einen Haller Fehlpass zum 0:2. Drei Minuten später traf er die Latte, in der 71. Minute erneut ins Tor. Der Freistoßtreffer von Maximilian Eiselt kurz darauf änderte nichts am Spielverlauf. Völlig verunsicherte Haller hatten keine Chance mehr, das Ergebnis zu korrigieren.

Hall ist nach der Niederlage Tabellenletzter, muss am nächsten Wochenende zum FSV Hollenbach. Vorstand und Abteilungsleitung kommen an diesem Samstag zusammen, um die momentane Situation zu besprechen. Dabei dürfte vieles besprochen werden, auch die Trainerfrage.

Spf: Lukas Dambach, Marian Föll, Steffen Engelhardt, Luca Kaufmann (59. Dominik Schäfer), Daniel Martin, Simon Glück (89. Luca Sqillacioti), Julian Ammon (52. Visar Mustafa), Gabriel Simion, Ali Gökdemir, Selcuk Vural (67. Yannik Hornberger), Maximilian Eiselt.

Tore: 0:1 Tobias Weiß (28.), 0:2 und 0:3 Gianluca Gripaldi (50. und 71.) 1:3 Maximilian Eiselt (74.)
Schiedsrichter: Benjamin Kammerer (Bösingen)

Kaum Torchancen

In den ersten Minuten konnte man seitens der Sportfreunde noch Hoffnung auf etwas Zählbares haben. In der 6. Minute ein klasse Konter durch Maximilian Eiselt, der im richtigen Moment auf Selcuk Vural spielte, doch Torhüter L. Rodrigues Loucao reagierte glänzend und lenkte den Ball um den Pfosten. Allerdings sollte dies die letzte nennenswerte Offensivaktion der Haller bis zur 44. Minute gewesen sein. Die Gastgeber übernahmen das Geschehen. Glück für die Sportfreunde, als ein sehenswerter Weitschuss an die Unterkante der Latte prallte und von dort zurück ins Spielfeld sprang (11. Minute). In der 19. Minute nächste große Chance der Heimmannschaft. Torhüter Lukas Dambach war auf dem Posten und konnte einen Schuss mit Glück und der Latte zur Ecke klären. Zu diesem Zeitpunkt das nicht überraschende 1:0 für die Neckarremser. Auf der Außenbahn wurde nicht konsequent angegriffen, die Flanke segelte in den Strafraum, wo Andreas Schwintjes völlig freistehend in den Winkel köpfte. Hall versuchte alles, um besser ins Spiel zu kommen, leider blieb es beim Versuch bis zur Pause. Ausnahme: Ein Freistoß von Steffen Engelhardt, der knapp über das Gehäuse strich.

Besser wurde es zunächst für die Haller mit dem Beginn der zweiten Halbzeit. Man zeigte sich präsenter, konnte besser verschieben und dadurch das Spiel etwas offener gestalten. Die große Chance zum Ausgleich in der 57. Minute. Nach einem Freistoß von Eiselt tauchte Luca Kaufmann allein vor Torhüter Rodrigues Loucao auf, verpasste den Ball jedoch um Zentimeter. Hall bemühte sich, hatte aber keine nennenswerten Aktionen Richtung Neckarremser Tor bis zur Nachspielzeit, in der Eiselt mit einem sehenswerten Weitschuss am Torhüter der Gastgeber scheiterte. Dazwischen beherrschte die Heimmannschaft Ball und Gegner, immer wieder wurden die Bälle der Sportfreunde leicht abgefangen. So in der 70. Minute als ein Neckarremser Spieler völlig freistehend zum Schuss kam, doch Dambach glänzend klärte. Das Spiel plätscherte teilweise hin und her. In der 85. Minute das entscheidende 2:0. Ein langer Ball von Torhüter Rodrigues Loucao wurde direkt quer Richtung Haller Strafraum gespielt, wo Eugenio Del Genio aus 18 Metern abzog und dessen abgefälschter Ball sich unhaltbar zum 2:0 in die Maschen senkte. Die letzten Minuten wurde seitens der Heimmannschaft der Ball in den eigenen Reihen gehalten, wobei noch oben erwähnte Chance der Sportfreunde zu nennen wäre.

Slobodan Pajic: „Der Gegner war heute zielstrebiger in der Offensive, kompakt in der Defensive, wir dagegen konnten kaum Torchancen erarbeiten.“

Spf: Lukas Dambach, Steffen Engelhardt, Gabriel-Cosmin Simion, Daniel Martin, Simon Glück, Lamar Yarbrough, Ali Gökdemir, Luca Kaufmann (79. Min. Yannik Hornberger),  Selcuk Vural, Maximilian Eiselt, Luca Squillacioti (65. Min. Julian Ammon)

Tore: 1:0 Andreas Schwintjes (34. Min.), 2:0 Eugenio Del Genio (85. Min.)

Zuschauer  120, Schiedsrichter Philipp Lehmann, Seitingen

Spf erkämpfen sich Punkt in Albstadt

Sportfreunde fast gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl

Die Zuschauer sahen keinen Fußballleckerbissen. Hall war bemüht, Kontrolle über das Spiel zu erlangen. Eine erste schöne Kombination der Sportfreunde über Luca Kaufmann, Ali Guta Gökdemir, Pascal Hopf beendete Daniel Martin mit einem Schuss knapp übers Tor. Das Spiel verflachte zusehends. Beide Mittelfeldreihen neutralisierten sich und wenn mal ein Ball in die gefährliche Zone kam, waren die Abwehrspieler zur Stelle. Eine erste knifflige Szene für die Sportfreunde in der 20. Minute, als Albstadts Toptorjäger Pietro Fiorenza bei einem Konter nach einem Haller Eckball allein aufs Tor zulief, dieses jedoch um Zentimeter verfehlte. Danach musste Lukas Dambach sein ganzes Können aufbieten, um einen Freistoß Fiorenzas aus gut 25 Metern zu parieren. Der Nachschuss verfehlte das Gehäuse wiederum knapp. In der 40. Minute die bis dahin nennenswerteste Chance für die Sportfreunde. Nach einer abgewehrten Ecke gelangte der Ball von Martin zum völlig freistehenden Gökdemir, dieser jedoch überrascht und knapp am Tor vorbeischob.

Die zweite Halbzeit begann konfus. In der 49. Minute wurde Halls Selcuk Vural auf dem Weg Richtung Albstadter Tor zurückgepfiffen. Kurze Unterhaltung zwischen Schiedsrichter und Assistenten, welche die Rote Karte wegen angeblichem Nachtretens für Sportfreundespieler Hopf zur Folge hatte. Albstadt hatte nun mehr vom Spiel und drängte die Haller in die Defensive. Der Mannschaft von Trainer Slobodan Pajic gelang es aber des Öfteren, Nadelstiche in Form von Kontern zu setzen. Leider waren nicht erfolgreich. Die beste Chance hatte Vural, doch sein Schuss aufs kurze Eck konnte Torhüter Mario Aller glänzend parieren. Zwei Minuten später Glück für Hall, Torhüter Dambach rutschte beim Versuch einen langen Ball zu klären aus, doch Steffen Engelhardt konnte klären. Eine kleine Unsicherheit nach einem Albstädter Weitschuss musste Dambach im Nachfassen entschärfen. Bis kurz vor Schluss nichts Nennenswertes mehr auf dem Feld. Hall verteidigte mit Glück und Geschick. In der 88. Minute konnte Gabriel-Cosmin Simion in allerletzter Sekunde vor einem einschussbereiten Angreifer klären. So blieb es bei einem am Ende verdient erkämpften Unentschieden.

Slobodan Pajic: „Bin mit der Defensivleistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Haben trotz Unterzahl wenige Torchancen zugelassen. Insgesamt standen wir sehr kompakt und konnten den Gegner meistens vom Tor weghalten.“

Lukas Dambach, Steffen Engelhardt, Gabriel-Cosmin Simion , Marian Föll, Daniel Martin, Pascal  Hopf, Lamar Yarbrough (69. Min. Julian Ammon), Ali Gutda Gökdemir, Luca Kaufmann (76. Min. Adam Wilczynski), Selcuk Vural (90. + 2. Min. Joshua Voigt), Maximilian Eiselt (85. Min. Simon Glück)

Zuschauer 180

Schiedsrichter Matthias Henning, Stiefenhofen

Rote Karte: Pascal Hopf (Sportfreunde, 49. Min.)

Starke Teamleistung

Die Sportfreunde Schwäbisch Hall verlassen nach dem 2:0 über Calcio Leinfelden-Echterdingen den letzten Platz der Verbandsliga.

Endlich!“ ruft Kapitän Ali Gökdemir nach dem Schlusspfiff seinen Teamkollegen zu. „Und jetzt müssen wir eine Siegermentalität entwickeln“ schiebt er hinterher. Genau genommen haben die Sportfreunde diese in den 90 Minuten plus fünf Minuten Nachspielzeit schon gezeigt.

Spielerisch ist zwar noch Luft nach oben, doch Einsatz und Wille haben den Erfolg gebracht. Das sah auch Calcio-Trainer Francesco di Frisco so. „Die Mannschaft, die den Sieg mehr wollte, hat gewonnen. Davon können wir uns eine Scheibe abschneiden.“

Zwar hat Calcio die besseren Einzelspieler, doch als Team wirkte die Mannschaft selbst in Überzahl – Serdal Kocak hatte nach 53 Minuten die rote Karte gesehen – relativ harmlos. Da halfen auch keine taktischen Umstellungen. Di Frisco hatte einen Innenverteidiger vom Feld genommen und einen „Sechser“ gebracht, der in der Zentrale das Spiel schneller machen sollte, doch das Gegenteil passierte: „Wir haben nochmal fünf Ballkontakte mehr gebraucht“, bemängelte di Frisco. Umgekehrt attestierte Slobodan Pajic seiner Mannschaft eine „glänzende Leistung in der Defensive“.

Starker Abwehrverbund

Tatsächlich hatte Hall nach Kocaks Platzverweis keine Chance mehr – abgesehen von einem Gökdemir-Freistoß. Doch diesen fischte Calcio-Torwart Henning Bortel, der trotz Erkrankung spielte, aus dem Eck. Dennoch war der erste Saisonsieg verdient, weil die zehn Haller als Abwehrverbund hervorragend agierten und kaum Chancen zuließen.

In der ersten Hälfte spendeten die Zuschauer auch Szenenapplaus für Haller Offensivaktionen. Vor allem Luca Kaufmann und Selcuk Vural agierten auffällig und erinnerten zeitweise an Zeiten, als Redouane Bouidia und Mert Sipahi die Außenbahnen in Bestform entlangstürmten.

Über die Entstehung beider Tore ärgerte sich di Frisco. Hall nutzte die Calcio-Fehler aus. Beim 1:0 führten die Sportfreunde einen Eckball schnell und kurz aus. Vural flankte auf Simion, der per Kopf Steffen Engelhardt bediente und dieser zum Führungstreffer vollendete. Beim 2:0 hatte Hall zunächst Glück, dass Volkan Candan nach einer Freistoßflanke den Ball nicht richtig traf. Torwart Yannick Weiß warf schnell ab, Selcuk Vural tankte sich durch, Serdal Kocal vollstreckte.

Der Stürmer konnte kurz nach der Pause kaum glauben, dass er vom Feld musste. Er war mit Daniel Juric an der Außenlinie aneinandergeraten. Es kam zur Rudelbildung, nach der Schiedsrichter Björn Stumpf lediglich Kocak in die Kabine schickte. Doch seine Mannschaft hielt den Erfolg fest und verlässt damit das Tabellenende. In Albstadt soll der nächste Sieg folgen.

Spf: Yannic Weiß, Marian Föll, Steffen Engelhardt, Adam Wilczynski, Luca Kaufmann (69. Mohamed Zangana), Daniel Martin, Serdal Kocak, Lamar Yarbrough, Ali Gökdemir (89. Pascal Hopf), Gabrie Simion, Selcuk Vural (81. Yannik Hornberger).

Schiedsrichter: Björn Stumpf (Eppingen), Zuschauer 350

Dritte Niederlage in Folge

Dass Spielverlauf und Ergebnis nicht immer äquivalent sind, zeigte das Spiel der Sportfreunde in Sindelfingen. Obwohl das Ergebnis Bände spricht, waren die Haller die meiste Zeit gleichwertig, teilweise die bessere Mannschaft.

Bereits in der 9. Minute das 1:0 für die Gastgeber. Nach einem Eckball, der unglücklich von einem Haller Spieler verlängert wurde, stand Oliver Glotzmann völlig frei und schob zum 1:0 ein. Immer wieder gelang es den Sportfreunden, im letzten Moment gute Chancen der Sindelfinger zu vereiteln. Nach einer ersten Schusschance durch Serdal Kocak waren die Haller im Spiel. In der 26. Minute der verdiente Ausgleich. Ali Gutda Gökdemir kam nach einem Blackout in der Sindelfinger Hintermannschaft völlig freistehend an den Ball und vollendete zum 1:1. Nun waren die Gäste Herr im Stadion. Kurz vor der Pause ein toller Pass von Gökdemir auf Kocak, Letzterer umspielte Torhüter David Kocyba, wurde jedoch etwas zu weit abgedrängt, so dass ein Abwehrspieler vor der Linie klären konnte.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste endete: Hall war spielbestimmend. Chancen im Minutentakt. Ein Schuss von Gökdemir verfehlte knapp sein Ziel (46. Min.). Einen Kopfball des gut spielenden Sportfreunde-Neuzugangs Gabriel-Cosmin Simion klärte ein Sindelfinger Spieler auf der Linie (47. Min.). Dann die große Chance zur Führung durch Kocak, der nach Pass von Luca Kaufmann einen Gegenspieler gekonnt umspielte, aber im Eins gegen Eins an Torhüter Kocyba scheiterte. Dann musste Torhüter Yannic Weiss sein ganzes Können aufbieten, um einen langen Ball zu klären und auch beim Nachschuss war er zur Stelle. Wie aus dem Nichts fiel plötzlich in der 59. Minute das 2:1. Ein Sonntagsschuss am Samstagnachmittag bescherte der Heimmannschaft die Führung. Hall bemühte sich um den Anschlusstreffer, ohne nennenswerte Torchancen zu kreieren. Anders die Gastgeber: In der 69. Minute gekonnte Kombination über die Außenbahn, Querpass in den Haller Strafraum, wo Lamar Yarbrough beim Abwehrversuch seinen Gegenspieler foulte und der überzeugende Schiedsrichter Dr. Carl Höfer zurecht auf den Punkt zeigte. Torhüter Kocyba verwandelte sicher zum 3:1. Hall bemühte sich weiterhin um den Anschlusstreffer, Sindelfingen machte die Tore. Einen Querpass konnte Glotzmann unbehindert einschieben (85. Min.). Drei Minuten später wiederum Glotzmann, der mit einem Flachschuss ins lange Eck den Endstand herstellte.

Slobodan Pajic: „Wir sind gut nach dem 1:0 zurückgekommen, wurden durch den Ausgleich belohnt. Bis zum 2:1 waren wir die bessere Mannschaft. Sindelfingen nutzte die wenigen Chancen eiskalt aus.“

Yannic Weiss, Steffen Engelhardt, Gabriel Simion , Adam Wilczynski, Marian Föll, Daniel Martin, Serdal Kocak (85. Min. Pascal  Hopf), Mohamed Zangana (65. Min. Luca Squillacioti), Lamar Yarbrough, Ali Gökdemir, Luca Kaufmann (88. Min. Julian Ammon)

Tore: 1:0, 4:1 und 5:1 Oliver Glotzmann (9. Min., 85. Min., 88. Min.), 1:1 Ali Gutda Gökdemir (26. Min.), 2:1 Florian Feigl (59. Min.), 3:1 David Kocyba (69. Min., FE).

Zuschauer 150, Schiedsrichter Dr. Carl Höfer, Weissach im Tal

Frank Nabholz

 

 

 

Hall in allen Belangen unterlegen

Die Sportfreunde Schwäbisch Hall haben bei ihrer Heimpremiere in der neuen Verbandsligasaison eine verdiente 1:4-Niederlage gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen kassiert. Über die gesamte Spielzeit hat der Aufsteiger von der Ostalb das Spiel nach Belieben kontrolliert und dominiert. In dieser Form ist der amtierende WFV-Pokalsieger ein ganz heißer Kandidat auf die vorderen Plätze.

Schon in der ersten Halbzeit haben die Gäste ihr sicheres Spiel im Mittelfeld aufgezogen, während die Heimelf permanent in der Defensive gebunden ist. Offensiv bringt Schwäbisch Hall so gut wie nichts zustande. Auf eine echte Torchance warten die Haller Fans unter den rund 400 Zuschauern praktisch während des ganzen Spiels.

In Halbzeit zwei ändert sich nichts am Gesamtbild, jedoch nutzen die Gäste nun ihre Chancen. Nach 51 Minuten trifft der überragende Kapitän Niklas Weißenberger per 20-Meter-Schuss. In der 64. Minute erhöht Daniel Nietzer auf 2:0 für die Gäste. Nach einer schönen Kombination schließt Fabian Weiß zum 0:3 ab. Der eingewechselte Philipp Schiele schiebt acht Minuten vor Schluss zum 0:4 ein. Die unterlegenen Haller kommen nach einem Abstimmungsfehler in der Gäste-Abwehr in der letzten Minute noch zum 1:4. 

Spf: Yannic Weiss, Steffen Engelhardt, Joshua Voigt, Lamar Yarbrough, Visar Mustafa (54. Marian Föll), Ali Gökdemir, Adam Wilczynski, Mohammed Zangana (76. Julian Ammon), Daniel Martin, Serdal Kocak (84. Luca Kaufmann), Pascal Hopf (58. Selcuk Vural).

SR: Marc List (Stuttgart), Zuschauer 600

 

Nachspielzeit wird zum Verhängnis

Unglückliche Niederlage

Die Sportfreunde begannen die ersten Minuten sehr schwungvoll. Nach 3 Minuten die erste Schusschance für Halls Kapitän Ali Gutda Gökdemir, doch er verfehlte das Gehäuse der Gastgeber ebenso wie in der 12. Minute Pascal Hopf. In der 15. Minute landete ein langer Ball von Gökdemir bei Hopf, Letzterer passte quer auf Serdal Kocak, der allein vor dem Torhüter den Ball im Tor nicht unterbringen konnte. Diese vergebene  Großchance war so etwas wie der Weckruf für die Heimmannschaft. Nun wurde es des Öfteren gefährlich im Strafraum der Sportfreunde, doch immer wieder war ein Abwehrspieler zur Stelle und konnte im entscheidenden Moment klären. In der 24. Minute die Führung für Wangen. Ein Schuss von der Strafraumgrenze wurde unglücklich abgefälscht, so dass der Ball dem völlig freistehenden Thomas Maas vor die Füße fiel und er Torhüter Lukas Dambach keine Chance ließ und zum 1:0 vollendete. Jetzt waren die Gastgeber am Drücker. Hall gelang es kaum noch, sich zu befreien. Schnelle Ballverluste führten immer wieder zu gefährlichen Situationen vor dem Tor der Sportfreunde. Mit Glück und Geschick gelang es, ein weiteres Tor zu verhindern. So auch in der 36. Minute, als drei Wangener Angreifer gegen zwei Haller Verteidiger den Kürzeren zogen. Mit dem 1:0 ging es in die Kabinen.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit waren die Sportfreunde wieder besser im Spiel. Eine erste Chance durch Gökdemir konnte die Wangener Hintermannschaft gerade noch klären. In der 57. Minute kam der Ball zu Kocak, der allein vor Torhüter Pirmin Barensteiner auftauchte, diesen umspielte, jedoch ein Abwehrspieler gerade noch klären konnte. Zwei Minuten später der Ausgleich für Hall. Der stark spielende Steffen Engelhardt setzte einem zu kurz zum Torhüter zurückgespielten Ball nach und wurde von diesem gefoult, Elfmeter. Kocak verwandelte diesen sicher. Danach wogte das Spiel hin und her mit leichten Vorteilen für Wangen. In der 66. Minute musste Gästespieler Visar Mustafa nach einem Eckball auf der Linie klären. Bei einem Schuss aus gut 16 Metern hatten die Haller Glück, dass ein Wangener Stürmer freistehend zu hoch zielte (70. Minute). Eine Zeigerumdrehung später konnte Lamar Yarbrough gerade noch vor einem einschussbereiten Spieler retten. Wiederum eine Minute später hatte der Wangener Anhang den Torjubel auf den Lippen, doch abermals Mustafa klärte für seinen bereits geschlagenen Torhüter vor der Linie. Abermals eine Minute später konnte Engelhardt gerade noch einen Schuss mit dem Kopf abwehren. Jetzt konnten sich die Sportfreunde wieder etwas besser in Szene setzen. Ein guter Angriff endete mit einem erfolglosen Abschluss. In der 81. Minute Glück für Hall, als ein Kopfball an die Latte klatschte und der Nachschuss knapp am Tor vorbeiging. In der Schlussphase kamen die Mannen von Trainer Slobodan Pajic zu einer Doppelchance. Bei einem Schuss von Daniel Martin musste Torhüter Barensteiner sein ganzes Können aufbieten und auch beim Nachschuss Selcuk Vural klärte er stark mit dem Fuß. Selbiger Spieler setzte sich auf der Außenbahn durch, doch sein Querpass fand keinen Abnehmer. Dann die ominöse 93. Minute. Im Gefühl, das Spiel noch gewinnen zu wollen, leisteten sich die Sportfreunde einen folgenschweren Fehler. Einen Ballverlust nutzte die Heimmannschaft zu einem Konter !!!!!! Es entstand eine 2:1-Situation, welche der völlig freistehende Maas zum Endstand von 2:1 vollendete.

Slobodan Pajic: „Habe gute Ansätze meiner Mannschaft gesehen. Es muss uns als Mannschaft gelingen, über die gesamte Spielzeit kompakt zu stehen und wir müssen schnellstens aus unseren Fehlern lernen. Die Mannschaft hat signalisiert, dass sie dies am Freitag besser machen möchte.“

Spf: 21 Lukas Dambach, 4 Joshua Voigt, 5 Steffen Engelhardt, 6 Adam Wilczynski (75. Min. 3 Marian Föll), 8 Daniel Martin, 9 Serdal Kocak, 10 Pascal Hopf (83. Min. 20 Selcuk Vural), 11 Mohamed Hussein (89.Min. 7 Luca Kaufmann), 16 Lamar Yarbrough, 17 Ali Gökdemir, 22 Visar Mustafa.

Bank: 1 Yannic Weiss, 13 Julian Ammon, 24 Michael Leb.

SR Daniel Traub (Ehingen), Zuschauer 175

Pokalaus in Runde eins

So was wird normalerweise bestraft“, schimpfte Crailsheims Torhüter Thomas Weiss kurz vor Schluss vor sich hin, nachdem er zuvor Götz von Berlichingen zitiert hatte. Seine Vorderleute verpassten es gleich mehrfach, das beruhigende 3:1 zu erzielen. Auf Pass von Jörg Munz traf Tamas Herbaly aus wenigen Metern nur die Latte (88.). Wenig später scheiterte der junge Ungar im Eins-gegen-eins an Halls Torhüter Lukas Dambach, den Nachschuss jagte Tim Meßner über das leere Tor (89.). Und dann umkurvte Herbaly den Gästekeeper, aber Steffen Engelhardt klärte auf der Linie (90.). „Nach einem langen Ball kann immer das 2:2 fallen, deswegen habe ich von außen bis zum Schluss gepowert“, erklärte TSV-Trainer Michael Gebhardt, der seine Mannen auch in der 97. Minute noch antrieb. Die lange Nachspielzeit war nötig geworden, da TSV-Torhüter Weiss in der 91. Minute vom nachsetzenden Adam Wilczynski im Fünfer mit gestrecktem Bein noch an der Hand erwischt worden war. „Ich muss da so hingehen Tom, wir sind 2:1 hinten“, entschuldigte sich Halls Mittelfeldstratege umgehend beim Keeper der Horaffen. „Crailsheim hat bis zum Schluss fokussiert und aufopferungsvoll gespielt“, sagte Halls Trainer Slobodan Pajic nach der 1:2-Niederlage anerkennend.

Seine Mannschaft war besser ins Spiel gekommen und hatte das Geschehen auf dem Feld in den ersten 20 Minuten im Griff. Besonders der flinke Außenspieler Selcuk Vural sorgte mehrmals für Gefahr durch seine gefährlichen Hereingaben. Er war es auch, der Serdal Kocak mustergültig flach von rechts bediente, sodass dieser aus kurzer Distanz nur noch zum 1:1 einschieben brauchte (41.). „Der Ausgleich war super herausgespielt. Aber ansonsten haben wir zu viele Fehler gemacht“, analysierte Pajic. Zuvor hatte Crailsheims Kapitän Jörg Munz mit einem herrlichen Frei­stoß das 1:0 für seine Farben erzielt (38.). Das 2:1 fiel wenig später nach einem tollen Konter der Crailsheimer. Ali Gökdemirs Torschuss wurde in der gegnerischen Hälfte geblockt, und dann ging es ganz schnell. Herbaly nutzte zuerst einen Stellungsfehler von Engelhardt aus und enteilte. Dann hatte der Haller Abwehrmann den jungen TSV-Stürmer eigentlich wieder gestellt, doch der Crailsheimer versenkte den Ball eiskalt zur erneuten Führung im Netz (44.). Mit dem 2:1 ging es in die Pause.

„In der Kabine habe ich unsere Fehler angesprochen. Wir waren hinten zum Beispiel zu offen. In der zweiten Hälfte waren wir mit Ball und gegen den Ball deutlich besser“, sagte Gebhardt. „Wir haben dann viel bessere Wege in die Tiefe gehabt. Und die Rote Karte hat uns natürlich auch geholfen.“ Halls Dominik Schäfer hatte in der 60. Minute nach langem Halten von Herbaly an der Mittellinie überreagiert und wurde für sein Nachtreten an Kai Rümmele zu Recht vom Platz gestellt. „Wir waren in Unterzahl dann bemüht bis zum Schluss, aber gefühlt haben wir zu viel mit Gewalt versucht“, sagte Halls Trainer Pajic. Torchancen blieben folglich Mangelware, weil oft auch die Genauigkeit beim letzten Pass fehlte.

Aus der Haller Mannschaft ragte bis zu seiner Auswechslung der quirlige Selcuk Vural heraus. Beim TSV Crailsheim war Ex-Sportfreund Matthias Haag der Fels in der Defensive, an dem es kein Vorbeikommen gab – in der ersten Halbzeit als zweiter Sechser neben Hannes Wolf aufgeboten, in der zweiten als Innenverteidiger für den zur Schonung ausgewechselten Tobias Hertfelder. „Man merkt, dass er immer besser ins Rollen kommt“, lobte Michael Gebhardt seinen spielenden Co-Trainer.

Autor: HT / Joachim Mayershofer

Spf unterliegen beim Regionalligisten

Regionalligist TSG Neustrelitz gelingt ein verdienter 3:0 (2:0)-Heimsieg gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall, einem Verbandsligisten aus Baden-Württemberg.
Die Tore für die Neustrelitzer im heimischen Parkstadion schossen George Kelbel (16.) sowie die Probespieler Lukasz Plonowski (10.) und Cliff Uyimwen (86.). Die Spf hatten in den zweiten 45 Minuten auch 2-3 gute Gelegenheiten, konnten diese aber nicht nutzen.

Spf schaffen Klassenerhalt

Hall schafft mit einem 4:1 gegen die SKV Rutesheim den Klassenerhalt. Auch der Gegner spielt in der Verbandsliga, da Backnang im Parallelspiel Schützenhilfe leistet.

Am Ende liegen sich alle in den Armen. Die Sportfreunde-Spieler in ihren blauen Trikots bejubeln ihren 4:1-Sieg nach Verlängerung gegen Rutesheim. Die Mission ist erfüllt, der Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht. Aber auch die Akteure in Schwarz reißen die Arme nach oben und tanzen im Kreis, obwohl sie die Partie auf dem Papier verloren haben.

Dass beide Teams in der nächsten Saison in der Verbandsliga auflaufen werden, zeichnet sich Mitte der zweiten Halbzeit ab. Die Handys von Betreuern auf der Ersatzbank und bei vielen der 2200 Zuschauer im Crailsheimer Schönebürgstadion werden eifrig betätigt. Im Luftlinie 206 Kilometer entfernten Freiburg spielt zeitgleich die TSG Backnang um den Aufstieg in die Oberliga. Nach dem 4:1 der TSG in der 71. Minute scheint klar, dass Backnang die 2:3-Niederlage aus dem Hinspiel gegen den Freiburger FC wettmachen und eine Klasse nach oben gehen kann. Durch den freigewordenen Platz dürfen sowohl die Sportfreunde Hall als auch Rutesheim in der Verbandsliga spielen.

Dass die Sportfreunde in der zweiten Halbzeit auf das Backnanger Ergebnis angewiesen sind, haben sie sich an diesem Tag selbst zuzuschreiben. Zunächst gelingt den Haller ein Traumstart. Nach vier Minuten kombinieren sich die Sportfreunde bis zum gegnerischen Strafraum, wo Kapitän Ali Gökdemir aus 18 Metern einen satten Linksschuss in die Maschen setzt (1:0).

Das Glückgefühl hält aber nicht lange. Nach einem weiten Abschlag von Rutesheim-Keeper Marijo Milcic springt das Spielgerät in der Haller Hälfte auf, ohne dass einer von drei Sportfreunde-Verteidigern zum Ball geht. Nutznießer ist SKV-Stürmer Jonas Arcalean, der sich die Kugel schnappt und trocken zum 1:1 verwandelt (7. Minute).

Danach beherrscht Hall klar das Geschehen. Die Abwehrreihe steht sehr hoch, um den Gegner früh stören zu können. Oft zeigen die Sportfreunde ihre technische und spielerische Überlegenheit. Sie haben aber an einer entscheidenden Stelle ein großes Manko: die Chancenverwertung. Allein Mittelstürmer Serdal Kocak versiebt drei hundertprozentige Möglichkeiten. Bei der ersten hat er den Torwart schon umkurvt und trotzdem schießt er den Ball aus kurzer Distanz völlig frei nur ans Torgestänge. Etliche Zuschauer sehen dabei das Netz wackeln, auch die Tormusik wird eingespielt. Eine Sekunde später fassen sich die Haller Fans an den Kopf, als sie bemerken, dass der Ball doch nicht drin war. Von der SKV kommt in der Offensive so gut wie nichts mehr.

In der zweiten Halbzeit wandelt sich das Bild. Die Rutesheimer attackieren nun ihrerseits früher, womit das Haller Spiel empfindlich gestört wird. Die Überlegenheit des Teams in Blau ist nun passé, vielmehr duellieren sich jetzt zwei gleichstarke Mannschaften.

Glück haben die Haller, als SKV-Stürmer Gianluca Crepaldi nach einer Ecke an die Latte köpft (65. Minute). Rutesheim versucht in der ersten Halbzeit kämpferisch dagegenzuhalten. Bei den Sportfreunden geht in Durchgang zwei auch nicht mehr viel nach vorne, lediglich ein Linksschuss (66.) von Kocak und Adam Wilczynski mit einem Weitschuss, den Marijo Milcic zum Eckball pariert, bringen Torgefahr. Die beste Chance, das Spiel vor der Verlängerung zu entscheiden hat Bastian Joas, der nach einem schönen Angriff über links zentral 16 Meter vor dem Tor den Ball drüber schießt.

Absurde Verlängerung

Mit dem Abpfiff des Spiels herrscht etwas Verwirrung. Backnang hatte seine Partie gewonnen. Einige Spieler der Rutesheimer liegen sich bei der Ersatzbank in den Armen oder klatschen sich ab. Halls Trainer Slobodan Pajic hingegen will von Handys in diesem Moment nichts wissen, sondern dieses Spiel für sich entscheiden. Das Schiedsrichtergespann entscheidet, die Regularien zu befolgen und die Verlängerung auszutragen. Diese gerät dann mehr oder weniger zu einem Sommerkick, auch weil beide Teams bei heißen Temperaturen viel gelaufen sind. Einige der Zuschauer ziehen es vor, die Verlängerung nicht mehr anzusehen, um wohl einem Verkehrschaos zu entgehen. Was sie verpassen sind noch drei Haller Tore, da die Sportfreunde mehr Willen und Einsatz zeigen in der Verlängerung.

Erst gelingt Bastian Joas ein Sololauf durch das halbe Spielfeld (2:1, 112. Minute), fünf Minuten später schließt Serdal Kocak einen Konter zum 3:1 ab. Den Schlusspunkt setzt der eingewechselte A-Jugendspieler Luca Squillacioti 60 Sekunden vor dem Abpfiff.

„Wir waren in der ersten Halbzeit klar überlegen und hätten 4:1 oder 5:1 führen müssen. Nach der Pause haben wir nicht mehr so strukturiert gespielt“, resümiert Sportfreunde-Trainer Slobodan Pajic. Das 4:1 sei ein verdienter Sieg und der Klassenerhalt der verdiente Lohn für die Anstrengungen der vergangenen fünf Monate. Pajic: „Die Mission war nicht einfach, aber wir haben es geschafft. Als Sportler darfst du nie aufgeben.“

Tore: 1:0 Ali Gökdemir (4.), 1:1 Jonas Arcalean (7.), 2:1 Bastian Joas (112.), 3:1 Serdal Kocak (117.), 4:1 Luca Squillacioti (120.)

Spf: Jonas Wieszt (107. Valentin Dambach), Marian Föll, Joshua Voigt, Lamar Yarbrough, Jannik Dannhäußer, Ali Gökdemir, Simon Glück (78. Mert Sipahi), Adam Wilczynski (103. Sven Blumenstock), Dominik Schäfer (103. Luca Squillacioti), Bastian Joas, Serdal Kocak

Schiedsrichter: Marco Gegner (Weinsberg), Zuschauer 2.200

 

Sprung auf den Relegationsplatz

Trainer Slobodan Pajic vor der Begegnung „unsere Ausgangsposition hat sich nach der Niederlage gegen Freiberg verschlechtert. Aber wir wollen nicht die Dummen sein, sollte die Konkurrenz doch patzen.“ Es ist auch eine Art Charaktertest für die Mannschaft. Sollte sie nicht mit letztem Einsatz in Albstadt spielen, würde das tief blicken lassen. Und tatsächlich patzte die Konkurrenz, die Spf holten die drei Punkte und schafften dadurch den Sprung auf den Relegationsplatz.

Die Spf begannen konzentriert und gingen nach acht Spielminuten auch schon in Führung. Dominik Schäfer legte quer auf Serdal Kocak und der Haller Torjäger liess Mario Alber im Albstadter Kasten keine Chance, 0:1. Die Spf versuchten nachzulegen aber selbst die besten Gelegenheiten wurden nicht genutzt. Gegen Ende der 1. Halbzeit kamen die Hausherren besser ins Spiel und hatten auch 2-3 gute Möglichkeiten. Bei der besten Albstädter Chance scheiterte Pietro Fiorenza in der 38. Minute am toll reagierenden Haller keeper Jonas Wieszt. Nach dem Seitenwechsel plätscherte die Begegnung bis zur 70. Minute so dahin. Dann kam plötzlich wieder Leben ins Spiel, den Hausherren gelang durch Felix Loch der 1:1 Ausgleich. Die Spf schüttelten sich kurz und hätten nur zwei Minten später durch Bastian Joas den erneuten Führungstreffer erzielen müssen. Aber knapp daneben ist auch vorbei. In der 74. Minute wurde Joas im Strafraum etwas ungeschick zu Fall gebracht, Elfmeter für die Spf. Serdal Kocak verwandelte eiskalt zum 1:2. Die Gefühlswelt der Spieler, Trainer und Fans der Spf erlebte weiterhin eine Achterbahnfahrt, die Ergebnisse auf den anderen Plätzen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht gut für die Haller. Aufregung in der 80. Minute, zuerst klärte Jonas Wieszt überragend, der Nachschuss landete an der Latte des Haller Tores. Die Entscheidung fiel dann in der 82. Minute. Mert Sipahi per Kopf auf Serdal Kocak und die Spf führten 1:3. In der 90. Minute handelte sich Marko Markovic völlig unnötig, es gibt noch einen anderen Ausdruck dafür, die gelb/rote Karte ein. Nach Reklamieren sah er gelb, musste dies gegenüber SR Digeser mit Applaus bekunden und durfte dafür den Platz verlassen. Dann war das Spiel vorbei und die Zeit des Warten begann. Nach etwas 15 Minuten standen die anderen Ergebnisse fest, die Spf schafften den ersten Schritt zum Klassenerhalt. Am 18.06. 2017 gilt es in Crailsheim nun Schritt zwei zu tun. 

Tolle Kulisse beim VfB Spiel

Am Dienstagabend hat aus Sportfreunde-Sicht alles gepasst: Viele Zuschauer, gutes Wetter, lockere Stimmung und ein respektables Ergebnis gegen den VfB Stuttgart.

„Die Sportfreunde haben sich müde gespielt, jetzt sehen wir noch ein paar Tore“, orakelte Zuschauer Klaus Maas aus Michelbach an der Bilz in der Halbzeitpause. Er sollte Recht behalten. Nach der Pause kannte das Spiel fast nur noch eine Richtung – nämlich Richtung Sportfreunde-Tor. So etwas ist normal bei einem Vergleich zwischen Profis und Feierabendkickern.

Doch die Zuschauer hatten auch bemerkt, dass die Sportfreunde am Anfang ordentlich dagegen hielten und nicht nur unentwegt Ball und Gegner hinterherrannten. Die Räume wurden gut zugestellt. Der VfB ließ den Ball zwar ansehnlich durch die eigenen Reihen laufen, tat sich im Abschluss aber zunächst schwer. Das junge Innenverteidiger-Duo der Haller, Joshua Voigt und Lamar Yarbrough, gewann einige Zweikämpfe gegen Simon Terodde, der in der abgelaufenen Saison beim VfL Bochum mit 25 Treffern Torschützenkönig der 2. Liga war. Terodde war es auch, der erstmals die mehr als 3000 Zuschauern zum Raunen brachte, als er nach zehn Minuten nur knapp vorbei schoss.

Nach 20 Minuten leerte sich der Akku der Sportfreunde zusehends, der VfB störte nun früher und energischer. Dennoch brauchte der Zweitligist zwei Standards, um in der ersten Halbzeit Treffer zu erzielen. Zunächst zirkelte Philip Heise einen Freistoß aus 25 Metern ins Netz. Vier Minuten später traf er aus ähnlicher Position den Pfosten, der Abpraller wurde in die Mitte geflankt, wo Verteidiger Toni Sunjic zum 0:2 vollendete. Der Bosnier hatte schon früh für Aufsehen gesorgt, als er nach wenigen Minuten Siegfried Waldbüßer abräumte. Der Haller Mittelfeldspieler war schon vor vier Jahren beim 2:5 gegen den VfB mit dabei. Damals traf er zweimal, diesmal hatte er eine Kopfballchance, konnte den Ball aber nicht aufs Tor bringen. „Im Vergleich zu damals hat man schon gemerkt, dass die Stuttgarter etwas ehrgeiziger waren“, stellte er nach Spielende fest. Die VfB-Spieler wollten sich ihrem neuen Trainer Jos Luhukay präsentieren. Der saß während der gesamten 90 Minuten stoisch auf der Bank, verfolgte das Geschehen aber konzentriert.

Dass die Sportfreunde diesen Test nicht nur als Aufgalopp für die Vorbereitung nahmen, zeigte das Statement von Sportmanager Tilman Naundorf in der Pause. „Natürlich sind wir noch nicht eingespielt, aber durch zwei Standards hinten zu liegen, ist auch gegen so einen Gegner ärgerlich.“

In der zweiten Halbzeit, in der der VfB die komplette Mannschaft wechselte und auch Hall nach und nach tauschte, so dass am Ende sechs A-Junioren auf dem Feld standen, sorgten zwei Haller für Höhepunkte. Der eine heißt Serkan Uygun. Er wurde in Hall geboren und spielte beim TSV Gaildorf, ehe er über Gmünd und die Stuttgarter Kickers zu den B-Junioren des VfB kam. Der jetzt 19-Jährige traf zweimal für den VfB. Den größten Applaus der Zuschauer erhielt indes Simon Glück. Er kam in der 70. Minute in die Begegnung und hatte drei Minuten vor dem Ende seinen großen Auftritt. Nach einem der sehr seltenen Haller Angriffe, nahm er den Ball aus 18 Metern mit links volley. Glück traf den Ball perfekt, denn er schoss den Ball an die Unterkante der Latte. Von dort fiel der Ball ins Tor. Stuttgarts Torwart Benjamin Uphoff, der sonst nichts zu tun hatte, streckte sich vergebens.

Jos Luhukay war mit der Leistung des VfB zufrieden. „Besonders gut haben mir die jungen Spieler gefallen, sie haben einen unglaublichen Willen.“ Auch Sportfreunde-Trainer Schift war angesichts von nur zwei Trainingseinheiten vor dem VfB-Spiel mit der Leistung seiner Mannschaft einverstanden, „auch wenn wir manche Situation etwas besser hätten ausspielen können.“

Tore: 0:1 Philipp Heise (24.), 0:2 Toni Sunjic (28.), 0:3 Jan Ferdinand (48.), 0:4 Serkan Uygun (64., Foulelfmeter), 0:5 Serkan Uygun (75.), 0:6 Jan Kliment (80.), 1:6 Simon Glück 87.)

Sportfreunde: Jonas Wieszt (67. Julian Glassl), Joshua Voigt (70. Simon Glück), Adam Wilczynski (70. Jonas Düll), Siegfried Walsbüßer (66. Max Wanner), Serdal Kocak (77. Luca Strenger), Abdulsamed Akin (78. Marc Feinauer), Andreas Grimmer (55. Dominik Schäfer), Lamar Yarbrough (85. Jonas Trübendörfer), Ali Gökdemir (85. Janik Pfeifer), Jannik Dannhäußer (70. Thomas Wagner), Philipp Wolf (53. Sven Blumenstock).

VfB 1. Hälfte: Jens Grahl, Jean Zimmer, Toni Sunjic, Stephen Sama, Philip Heise, Georgios Spanoudakis, Christian Gentner, Marvin Wanitzek, Daniel Gabriele, Simon Terodde Borys Tashchy.

VfB 2. Hälfte : Benjamin Uphoff, Matthias Zimmermann, Timo Baumgartl, Marcin Kaminski, Thomas Hagn, Serkan Uygun, Berkay Özcan, Dijon Ramaj, Joel Sonora, Jan Kliment, Jan Ferdinand.

Schiedsrichter: Marco Zauner (Bühlerzell)

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt)

Auwiesen-Abschied mit Unentschieden

Zweimal geführt, zweimal am Ende einer Halbzeit den Ausgleich kassiert: Die Sportfreunde sind gegen Göppingen am Sieg dran. Durch das letztlich gerechte 2:2 bleibt Hall in Lauerstellung nach vorne.

"Jedes Team, das hier einen Punkt holt, kann froh sein", sagt Göppingens Trainer Norbert Stippel nach der Partie am Samstag. "Hätte Hall in den ersten 20 Minuten das 2:0 nachgelegt, wären wir wohl nicht zurückgekommen." Doch den Sportfreunden gelingt es wie so oft in dieser Saison - zuletzt beim Auswärts-1:1 in Berg - nicht, den einen entscheidenden Treffer zu setzen. "Dann hat man es auch nicht verdient, ganz vorne zu stehen", sagt Halls Coach Thorsten Schift.

Dabei beginnt Hall sehr konzentriert und zielstrebig. In der 4. Minute hat Serdal Kocak bereits das 1:0 auf dem Fuß, aber er wird zu weit nach links abgedrängt, so dass sein Schlenzer rechts am Tor vorbeigeht. Zwei Minuten später fällt doch der Führungstreffer. Erneut kommen die Sportfreunde über links, der in der ersten Halbzeit überragende Stefan Beez flankt genau in die Mitte, wo Nico Sasso einköpft. Bis zur 20. Minute folgen zwei weitere hochkarätige Chancen: Redouane Bouidia wartet zwölf Meter vor dem Tor zu lange, so dass sein Schuss abgeblockt wird. Sasso ist bei einem tollen Pass in den freien Raum vor ihm zu überrascht, um daraus Kapital zu schlagen.

Dann beginnt die starke Phase der Göppinger Nummer 9. Lars Ruckh, Torschützenkönig der vergangenen Verbandsliga-Saison mit 26 Treffern, beschäftigt oft zwei oder gleich drei Haller. Wer diese Leistung sieht, wundert sich nicht, dass Ruckh nach der Saison zum VfR Aalen wechseln wird. In der Vorrunde noch verletzt, köpft der Göppinger in der 29. Minute platziert in den Winkel, doch Halls Torwart Jonas Wieszt kann mit einer Glanzparade den Ausgleich verhindert. Das strukturierte Ballbesitz-Spiel der Gäste stellt die Sportfreunde vor große Probleme. Aber sie sind auch nicht nah genug dran an ihren Gegenspielern, die durch schnelle Pässe immer wieder den freien Mann finden.

In der 39. Minute ist es so weit: Göppingen spielt über rechts durch, Philip Kühnert spitzelt den Ball am herauslaufenden Torwart Wieszt vorbei zum 1:1. Eine Minute vor der Halbzeit muss der Haller Torwart erneut eine Glanzparade zeigen.

Nach der Halbzeit und der kurz darauf erfolgten Auswechslung von Redouane Bouidia stellt Schift sein Team um. Tilman Naundorf verstärkt die Abwehr, Stefan Beez soll im Mittelfeld und über die Außenbahnen mehr Druck nach vorne aufbauen. Ein Freistoß von Kocak (60.) geht um Zentimeter rechts am Tor vorbei, aber Hall ist an der Führung dran. Diese fällt ziemlich kurios: Naundorfs Schuss aus 22 Metern wird zweimal abgefälscht und landet bei Mert Sipahi. Dieser trickst am Fünfmeterraum einen Göppinger aus und vollendet zum 2:1 (70.). Die Gäste verstärken danach nochmals ihre Bemühungen. Kühnert schießt aus 25 Metern knapp links vorbei (73.). In der 83. Minute eilt Innenverteidiger Paulo Silva De Souza bei einem Konter mit nach vorn. Die Göppinger sind dadurch im Strafraum in Überzahl, und De Souza köpft artistisch zum 2:2 ein.

Die 300 Zuschauer haben zum Abschied von der Auwiese ein hochklassiges Remis gesehen.

Beide Trainer zeigten sich in der anschließenden Pressekonferenz nach dem Spielverlauf mit dem Unentschieden einverstanden, Halls Trainer Thorsten Schift war jedoch etwas enttäuscht über den späten Ausgleichstreffer, den sich seine Mannschaft einhandelte.

Spf: Jonas Wieszt, Jonas Halder, Matthias Haag, Nico Nierichlo, Patrick Beck, Serdalö Kocak, Nico Sasso (86. Yavuz Pacaci), Sven Blumenstock, Redouane Bouidia (54. Tilman Naundorf), Stefan Beez, Mert Sipahi.

SR Florian Geiger (Erlenbach), Zuschauer 300.

 

Guido Seyerle (Haller Tagblatt)

 

Spaß und sieben Tore zum Jubiläum

Hall unterliegt Bundesligist VfB Stuttgart mit 2:5 - 4300 Zuschauer auf der Auwiese

Nach den 90 Minuten sieht man in zufriedene und glückliche Gesichter: Die Sportfreunde Schwäbisch Hall zeigen beim 2:5 im Jubiläumsspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart eine gute Leistung.
Schwäbisch Hall<//span> Vor dem Spiel flachsen die beiden ehemaligen Ditzinger Mannschaftskameraden Fredi Bobic ( Manager des VfB Stuttgart) und Jürgen Lechner (Sportfreunde-Vorstand): "4:4 geht die Partie aus!"
 
Daraus wird zwar vor mehr als 4300 Zuschauern auf der Auwiese nichts, aber nach dem Schlusspfiff läuft auch Sportfreunde-Trainer Thorsten Schift mit einem Lächeln über den Platz: "Meine Mannschaft kann nach diesem Spiel stolz auf sich sein."
 
In der Tat bietet der Verbandsligist dem Europa-League-Teilnehmer lange Zeit Paroli. Geschickt machen sie die Räume eng, so dass der VfB sich schwer tut, das Spiel schnell zu machen. Im Gegenteil: In den ersten Minuten erarbeitet sich Hall drei Eckbälle in Folge. Die Fans am Spielfeldrand sind überrascht: "Die schwimmen ja!" Doch der Bundesligist fängt sich nach einer Viertelstunde, allerdings bleibt weiter vieles Stückwerk. So brauchen die Stuttgarter einen abgefälschten Freistoß von Julian Schieber, um in Führung zu gehen.
 
Hall hält weiter munter dagegen, kurz vor der Pause köpft Siegfried Waldbüßer eine Freistoßflanke freistehend ins Tor. Jubel auf der Auwiese. Die Fans, bei dem guten Wetter ohnehin in bester Stimmung, spendieren zur Halbzeit viel Applaus.
 
Nach dem Wechsel zieht Stuttgart für einige Minuten das Tempo kräftig an. Die eingewechselten Stammspieler Tamas Hajnal und Vedad Ibisevic sorgen für scheinbar klare Verhältnisse. Schnell steht es 1:3 und Halls Torwart Thomas Habel, der für Nowak ins Spiel gekommen ist, kann sich einige Male auszeichnen.
 
Doch sobald der VfB nachlässt, ist Hall wieder im Spiel. Traore kann den flinken Mert Sipahi im Strafraum nur mit einem Foul stoppen. Waldbüßer trifft vom Punkt. "Ein richtig toller Abend", resümiert er. Fast wäre Serdal Kocak sogar der Ausgleich gelungen, doch Passgeber Sipahi steht knapp im Abseits. In der Schlussphase wechselt Schift bei jeder Gelegenheit. So kann der VfB noch zwei Treffer zum 2:5 erzielen.
 
Tore: 0:1 Julian Schieber (22.), 1:1 Siegfried Waldbüßer (43.), 1:2 Julian Schieber (46.), 1:3 Vedad Ibisevic (48.), 2:3 Siegfried Waldbüßer (65., Foulelfmeter), 2:4 Tamas Hajnal (81.), 2:5 Vedad Ibisevic (89.)
 
Hall: Karel Nowak (46. Thomas Habel), Tilman Naundorf (61. Oliver Köhler), Matthias Haag (87. Burak Hereni), Patrick Beck, Serdal Kocak (85. Dennis Pflie), Kevin Lehanka (58. Dennis Ruiz-Maile), Siegfried Waldbüßer (82. Marvin Wahl), Basri Tiryaki (79. Johannes Bemmerer), Stefan Beez, Mert Sipahi, Patrick Frey (52. Maximilian Egner).
 
VfB: Marc Ziegler, Cristian Molinaro (46. Arthur Boka), Timo Gebhart (46. Tamas Hajnal), Ibrahima Traore, Christian Gentner (46. Vedad Ibisevic), Khalid Boulahrouz (46. Milos Degenek), Julian Schieber, Mamadou Bah, Antonio Rüdiger (46. Gotoku Sakai), Patrick Bauer, Kevin Stöger.

Überraschung bleibt aus

WFV-Pokal-Achtelfinale: Sportfreunde Hall unterliegen Drittligist Aalen mit 1:3

Zwei Standardsituationen und ein Eigentor: Der VfR Aalen demonstriert beim 3:1-Erfolg bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall Effektivität. Ein Drei-Klassen-Unterschied ist über 90 Minuten nicht zu erkennen.

HARTMUT RUFFER

Schwäbisch Hall Missmutig und enttäuscht laufen sich die Spieler des Verbandsligisten aus. Bis zur 90. Minute haben sie das WFV-Pokal-Achtelfinale gegen den Drittligisten VfR Aalen offen gehalten. Dann knallt Sascha Herröder einen 20-Meter-Freistoß unter die Latte, Karel Nowak im Haller Tor fliegt vergebens. Das 1:3 bedeutet das Endergebnis, Aalen zieht ins Viertelfinale ein.
 
"Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht", konstatiert Aalens Coach Ralph Hasenhüttl. "Das war nicht so souverän, wie wir uns das erhofft haben", schiebt er noch hinterher. Was Hasenhüttl seinem Team besonders ankreidet, ist die 46. Minute: Direkt nach Wiederanpfiff kommt es in der Aalener Abwehr zu Missverständnissen, Daniele Hüttl nutzt das zum umjubelten 1:1-Ausgleich. Die Hoffnung unter den rund 500 Zuschauern im Auwiese-Stadion ist groß, den Favoriten doch zu Fall zu bringen.
 
Das liegt nicht nur am Zwischenergebnis. Hall spielt sehr diszipliniert, macht die Räume eng. Die ganze Mannschaft arbeitet intensiv, dirigiert von Philipp Wolf. Der Rückkehrer vom Oberligisten FSV Hollenbach wirkt gerade in der ersten Halbzeit sehr präsent. Er gewinnt nicht nur die wichtigen Zweikämpfe, sondern ist auch immer wieder die gesuchte Anspielstation im defensiven Mittelfeld.
 
"Wir haben kaum Lücken gefunden", bekennt Hasenhüttl. So benötigt Aalen Haller Unterstützung zur Führung. Ein Flachschuss von Marco Haller wird von Matthias Haag kurz vor der Pause ins eigene Tor abgefälscht. "Wir haben die Chancen, die machen die Tore", lautet das Fazit von Halls Trainer Thorsten Schift. Er verweist auf eine Szene 60 Sekunden vor dem Aalener Führungstreffer: Da köpft Redouane Bouidia eine Kocak-Flanke freistehend rechts neben das Tor. "Den muss er machen", stöhnen die Fans auf der Haupttribüne auf.
 
Auch nach dem zwischenzeitlichen 1:2 durch Sascha Herröder nach einem Eckball beweist Hall Courage, bringt Aalens Defensive mehrmals in arge Bedrängnis, der Ausgleich fällt aber nicht mehr. "Dennoch: Mein Team hat das heute gut gemacht." Ein bisschen Stolz schwingt in dieser Aussage Schifts mit.
 
Tore: 0:1 Matthias Haag (44., Eigentor, 1:1 Daniele Hüttl, 1:2 Sascha Herröder (60.), 1:3 Sascha Herröder (90.)
 
Hall: Karel Nowak, Luigi Campagna (76. Simon Wieland), Tilman Naundorf (71. Johannes Bemmerer), Patrick Frey, Matthias Haag, Philipp Wolf, Mert Sipahi (60. Patrick Beck), Redouane Bouidia, Serdal Kocak (79. Basri Tiryaki), Siegfried Waldbüßer, Daniele Hüttl (64. Oliver Köhler)