Natürlich ist es schwierig

In Cloppenburg war Petar Kosturkov zuletzt erfolgreich. Am Sonntagnachmittag gewann der bulgarische Trainer in der Oberliga Niedersachsen mit dem BV 2:1 bei Arminia Hannover.

Die Nachricht, dass Kosturkov seinen Vertrag auflöst, war nicht an die Öffentlichkeit gelangt. In der Nordwest-Zeitung ist zu lesen: „Völlig überraschend wurde nach dem Spiel bekannt, dass Petar Kosturkov ab sofort nicht mehr Trainer des BVC ist. Er hat seinen Vertrag mit dem Verein aus familiären Gründen aufgelöst. Die Entscheidung war unter der Woche gefallen und vor der Mannschaft geheim gehalten worden.“

Gestern Abend erstes Training

Gegenüber dem Haller Tagblatt bestätigt Kosturkov die familiären Gründe: „560 Kilometer einfach – das war nicht leicht für mich und meine Familie.“ Nun heißt es für den 48-jährigen Kosturkov Abstiegskampf in der Verbandsliga Württemberg mit den Sportfreunden Hall.

Am Montagabend stellte er sich der Mannschaft vor und leitete die erste Trainingseinheit. Den katastrophalen Auftritt der Sportfreunde beim 1:3 gegen Pfullingen hat er nicht beobachten können, schließlich war er einen Tag später noch mit Cloppenburg bei Arminia Hannover im Einsatz. „Natürlich ist die momentane Situation schwierig“, stellt er klar. „Kurzfristig brauchen wir Punkte – und zwar schnell.“ Andererseits macht er deutlich, warum er sich dazu entschieden hat, den Trainerposten bei den Sportfreunden zu übernehmen. „Das Potenzial ist da, hier kann man etwas bewegen“, ist er sich sicher.

Der Vorstand hatte sich für Kosturkov auch deswegen entschieden, weil er die Verbandsliga kennt und über ein gutes Netzwerk verfügt. In der vergangenen Saison hatte Kosturkov gemeinsam mit Ralf Kettemann den TSV Ilshofen trainiert.

 

Kosturkov hat drei Trainingseinheiten Zeit, sich ein Bild von seinem neuen Team zu machen.

Am Samstag folgt das erste Spiel in Gmünd.

Slobodan Pajic muss seinen Stuhl räumen

Slobodan Pajic muss nach nur 292 Tagen seinen Stuhl räumen.

Die Sportfreunde Schwäbisch Hall beurlauben ihren Trainer Slobodan Pajic. Interimsweise übernimmt Co-Trainer Jürgen Kern den Verbandsliga-Letzten.

Als am Sonntagabend gegen 21 Uhr bei Slobodan Pajic das Telefon mit einer Haller Nummer klingelt, wird der Trainer schon geahnt haben, was das bedeutet. Sportfreunde-Vorstand Jürgen Lechner teilt ihm mit, dass er ab sofort beurlaubt sei – das Kapitel Slobodan Pajic bei den Sportfreunden ist nach nicht einmal 300 Tagen beendet.

„Er hat die Nachricht professionell aufgenommen“, erinnert sich Lechner. „Dass er die Dinge etwas anders sieht, ist verständlich.“ Intensive Gespräche mit allen Verantwortlichen der Sportfreunde seien der Entscheidung vorausgegangen. Letztlich fiel die Entscheidung einstimmig, so Lechner. „Wir hatten schon vor einigen Wochen mit ihm gesprochen und ihm mitgeteilt, dass es sportlich besser laufen muss. Denn wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass dieser Kader besser ist als seine aktuelle Platzierung aussagt und nichts mit dem Abstieg zu tun haben muss.“

Euphorie ist verflogen

Zwar gewann Hall gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen, doch im Anschluss folgten wieder Partien, in denen sich die Mannschaft nicht von einem Rückstand erholte. „Wir hatten nicht mehr das Gefühl, dass der Trainer in der Lage ist, das zu verändern.“

Die Euphorie, die am 14. Dezember 2016 bei der Vorstellung des Fußball-Lehrers spürbar war, ist komplett verflogen. Damals übernahm Pajic nach dem Rücktritt von Thorsten Schift auf dem drittletzten Tabellenplatz. In der Rückrunde lief es zwar etwas besser, doch erst am letzten Spieltag gelang unter durchaus glücklichen Umständen der Sprung auf den Relegationsplatz. In diesem Entscheidungsspiel gewann Hall damals gegen Rutesheim mit 4:1, nun ist nach dem 1:3 am vergangenen Freitag gegen den gleichen Gegner für Pajic Schluss.

„Slobodan ist die Aufgabe professionell angegangen und hat auch ein gutes Training gemacht. Das ist nicht der Grund für die Trennung“, betont Lechner. Natürlich hätte man in der Transferpolitik „zwei, drei Dinge anders“ machen können, doch letztlich sei Pajic genauso vom Kader überzeugt gewesen. Dies hatte der Trainer auch im Vorfeld der Saison bekräftigt.

Interimsweise wird nun der bisherige Co- und Torwarttrainer Jürgen „Timo“ Kern die Mannschaft betreuen. Er gehe „entspannt“ an diese Aufgabe heran. „Natürlich ist aber die Situation richtig ernst“, verdeutlicht er. Er werde viele Gespräche mit den Spielern führen. „Sprechen ist jetzt das A und O.“ Wie lange Kern die Mannschaft anführen wird, ist unklar. „Wir setzen uns nicht unter Zeitdruck, sondern wollen die bestmögliche Lösung finden“, so Lechner.

Slobodan Pajic sollte seine Sicht der Dinge ebenso darstellen können, doch er reagierte sowohl gestern als auch vorgestern nicht auf eine Kontaktaufnahme.

Zehn Spieler bleiben bei den Sportfreunden

Eigentlich wollten die Sportfreunde Schwäbisch Hall in der Verbandsliga um die vorderen Plätze mitspielen. Die Realität nach 24 von 30 Spieltagen sieht jedoch anders aus: Abstiegskampf. Das bedeutet, dass der Verein für die kommende Saison zweigleisig planen muss, da man noch nicht weiß, ob das Team in der Verbandsliga oder in der Landesliga spielen wird.

Trotz dieser Ungewissheit sei die Planung relativ einfach, versichert Thorsten Schift, Manager Sport bei den Haller Sportfreunden. „Der Vorstand hat in den letzten Jahren auch sehr solide gewirtschaftet, deshalb ist der Verein auch finanziell solide aufgestellt“, sagt Schift.

Lehanka geht nach Ilshofen

Egal, in welcher Liga die Sportfreunde nächstes Jahr spielen, der Kader wird anders aufgestellt sein. „Wir wollen bewusst den Kader verändern“, sagt Schift. Bislang stehen fünf Abgänge fest. Sven Blumenstock, Max Wanner und Jonas Düll werden den Verein verlassen. Auch Marko Markovic und Kevin Lehanka, der zum TSV Ilshofen wechselt, werden in der kommenden Saison ein anderes Trikot tragen.

Mit zehn Akteuren wurde der Vertrag ligaunabhängig bereits verlängert: Ali Gökdemir, Serdal Kocak, Adam Wilczynski, Jonas Wieszt, Mert Sipahi, Lamar Yarbrough, Joshua Voigt, Dominik Schäfer, Simon Glück und Marian Föll spielen auch über den Sommer hinaus in Hall. Mit den anderen Spielern im jetzigen Kader laufen die Gespräche.

Als Zugänge haben die Sportfreunde bis dato Luca Squillacioti (Außenbahn, eigene Jugend), Visar Mustafa (Rechtsverteidiger, Normannia Gmünd), Stürmer Pascal Hopf und Mittelfeldspieler Daniel Martin (beide vom TSV Crailsheim) und Abwehrspieler Steffen Engelhardt (TSV Dürrwangen) verpflichtet. Letzterer ist Sportfreunde-Trainer Slobodan Pajic bekannt, der Engelhardt schon in Ansbach und Hofherrnweiler trainiert hat. Auch Pajic bleibt bei den Sportfreunden, egal in welcher Liga die Mannschaft in der nächsten Spielzeit antritt. Co-Trainer Horst Beck wird aus persönlichen Gründen aufhören.

Als Ziel für die kommende Saison gibt Thorsten Schift einen vorderen Mittelfeldplatz in der Verbandsliga aus. Falls das Team doch in die Landesliga absteigt, soll der sofortige Wiederaufstieg realisiert werden.

„Wir wollen zurück zu den Wurzeln“, sagt Thorsten Schift. Die Jugendarbeit soll bei den Sportfreunden gestärkt werden, die Verzahnung mit den Aktiven gefördert werden. Ein Gedanke dabei ist, dass die Jugendtrainer bei Aktiventrainer Slobodan Pajic, der die Fußballlehrerlizenz besitzt, hospitieren.

„Wir müssen alles in die Waagschale werfen“

Er hat eine eindeutige Aufgabe vor sich: Slobodan Pajic soll die Sportfreunde Schwäbisch Hall in der Verbandsliga halten. Im Gespräch erklärt er, worauf es dabei ankommt.

Herr Pajic, seit Mitte Dezember steht Ihre Verpflichtung zum neuen Sportfreunde-Trainer fest. Haben Sie schon Gelegenheit gehabt, sich die Stadt anzuschauen?

Slobodan Pajic: Noch nicht wirklich. Aber ich freue mich darauf. Wenn es wieder etwas wärmer wird, dann werde ich mit meiner Frau die Gelegenheit nutzen.

Wie sind die ersten Eindrücke von Ihrem neuen Verein?

Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl. Die Leute im Verein haben auf Anhieb sympathisch gewirkt und dies hat sich dann bei der Arbeit bestätigt. Die Arbeitsatmosphäre ist hervorragend.

Und wie sind die Bedingungen?

Sie sind gut, aber nicht optimal. Wir haben in den vergangenen Wochen auf Kunstrasen trainieren müssen. Den Platz mussten wir immer mit einer Jugendmannschaft teilen.  Wir hatten so keine Möglichkeit, im Mannschaftsverbund taktische Dinge einzustudieren.

Wie hat das Team auf Sie gewirkt?

Ich habe eine sehr lernwillige und arbeitswillige Mannschaft vorgefunden. Sie versuchen, alles was ich ihnen vorgebe, umzusetzen, ob im Training oder auch in den Testspielen.

Welche Spieler müssen in der Rückrunde als Leitwölfe vorangehen?

Die komplette Mannschaft, jeder Einzelne. Das ist entscheidend. Es geht immer um das Wir-Gefühl. In den 13 ausstehenden Partien wollen wir eine verschworene Einheit sein und uns so 90 Minuten lang präsentieren. Nur so ist der Klassenerhalt möglich. Jeder Einzelne muss sich unterordnen. Es geht immer um drei Dinge: Fühlen, Denken und Handeln. Jeder darf sich entfachen und soll sich in seiner besten Form auf dem Platz präsentieren, ohne Limit nach oben.

Kapitän Matthias Haag war verletzt, hat aber im letzten Testspiel wieder ein paar Minuten gespielt …

Ja, er ist wieder zumindest so weit, ein paar Minuten in einem Test spielen zu können, aber er trainiert erst seit einer Woche wieder. Jetzt müssen wir ihn auf das nächste Level bringen. Aber wir und auch der Spieler müssen uns gedulden. Er wird gegen Berg im Kader sein, aber für einen Einsatz ist es wohl noch zu früh. Ich schätze, er braucht noch drei bis vier Wochen.

Wie sieht es bei Ali Gökdemir aus?

Er hatte kürzlich eine Meniskus-OP. Seit dieser Woche kann er wieder Fahrrad fahren. Ich gehe davon aus, dass er die ersten zwei oder drei Spiele ausfällt. Aber auch bei ihm werde ich vorsichtig sein. Man muss Geduld haben.

Ist es nicht schwierig, mitten im Abstiegskampf geduldig zu sein?

Geduld ist eine große Eigenschaft. Es bringt nichts, etwas über das Knie zu brechen.

Sie haben auch schon als Scout gearbeitet. Haben Sie dann auch die Verbandsliga gesehen?

Ich war sehr viel unterwegs. Ich habe mir Spiele von der 3. Liga bis in die Verbandsliga angeschaut. Im Aalener Raum, wo ich wohne, haben wir Essingen und Schwäbisch Gmünd. Auch Freiberg habe ich mehrmals beobachtet. Diese Mannschaften habe ich öfters gesehen. Deswegen kenne ich die Liga schon.

Wie entscheidend ist das erste Spiel gegen den direkten Konkurrenten TSV Berg?

Ich habe noch nie gehört, dass es ein Anweisungsheft gibt, in dem drinsteht: Wenn man die ersten sechs oder die letzten sechs Spiele gewinnt, dann hält man die Klasse. Wir werden jedes Spiel ernst nehmen und müssen als Team alles in die Waagschale werfen.

2007 haben Sie den Fußballlehrerschein erworben. In Ihrem Jahrgang waren bekannte Spieler wie beispielsweise Mario Basler, Ciriaco Sforza, Zvonimir Soldo oder Jens Keller dabei. Haben Sie noch Kontakt zu Ihren Jahrgangskollegen?

Ab und zu, ja. Mit Roger Lutz habe ich am meisten Kontakt. Er ist Teammanager beim 1. FC Kaiserslautern. Ich verfolge natürlich die Entwicklung von meinen Kollegen. Wenn man die Fortbildungen besucht, dann sieht man sich dort wieder. Auch als Scout habe ich den ein oder anderen wiedergetroffen, wie Olaf Marschall, der Spiele vom VfR Aalen beobachtet hat.

Glauben Sie, dass es in Hohenlohe weniger Talente gibt?

Nein, die gibt es überall. Aber heutzutage werden die Besten sehr früh gesichtet und sofort rekrutiert von den Profi-Clubs. Wir kennen deswegen ihre Namen nicht.  Aber es gibt überall Talente. Jedoch sind sie für die Vereine hier weg.

Ist es gut für den Fußball, wenn Zehn- oder Zwölfjährige schon gescoutet werden?

Das Scouting-Netz von den großen Clubs funktioniert sehr gut, da sind die kleinen Vereine machtlos. Für den deutschen Fußball auf höchster Ebene ist das Scouting gut. Aber nicht jeder Spieler schafft den Sprung in den Profi-Bereich. Diese Leute kommen dann vielleicht wieder zu ihren Heimatvereinen gut ausgebildet zurück. Aber manchmal sind sie davon schwer zu begeistern, einen Schritt zurückzugehen.

Viktor Taschner (Haller Tagblatt) 04.03.2017

Slobodan Pajic neuer Trainer der Spf

Er ist nicht zu übersehen. 1,96 Meter misst der neue Trainer der Sportfreunde. Gestern Abend stellte sich der 54-jährige Slobodan Pajic zunächst der Mannschaft, im Anschluss dem Wirtschaftsbeirat der Sportfreunde, den Sponsoren und der Presse vor. Der neue Mann an der Seitenlinie macht einen motivierten, eloquenten Eindruck. Und er weiß, was ihn erwartet: „Das wird kein Abendspaziergang. Wir brauchen im Schnitt 1,6 Punkte pro Spiel, um die Klasse zu halten.“

„Viele intensive Gespräche“ seien seit dem Rücktritt von Thorsten Schift vor rund zweieinhalb Wochen geführt worden, berichtet Sportfreunde-Vorstand Jürgen Lechner. Ein Dutzend Bewerbungen seien eingegangen, „wir waren überrascht von dem Interesse.“ Letztlich habe man mit sechs Kandidaten, darunter auch einige, die sich nicht aktiv beworben hatten, Gespräche geführt. Dazu zählte auch Ilshofens Trainer Petar Kosturkov, mit dem man aber nicht übereinkam. Mit zwei Trainern gab es am vergangenen Freitag einen weiteren Austausch, die Wahl fiel auf Slobodan Pajic. „Er hat uns nicht nur fachlich voll überzeugt, sondern auch mit seinem Auftreten. Er ist ein Teamplayer. Wir sind froh, dass er da ist und der festen Überzeugung, dass er der richtige Trainer ist.“

Nur Positives gehört

Lechner und Schift hatten sich bei den bisherigen Vereinen Pajics – VfR Aalen, SpVgg Ansbach und TSG Hofherrnweiler – erkundigt „und wir haben nur Positives gehört“. Das habe das eigene Bild bestätigt. Noch heute findet sich im Internet die Aussage des damaligen Ansbacher Klubchefs Martin Oppenheim, dass Pajic „ein sensationeller Trainer“ sei. Da Ansbach damals finanziell äußerst klamm war, musste die Spielvereinigung den Trainer gehen lassen. Pajic schaffte 2011 mit einer sehr jungen Mannschaft (“Das Durchschnittsalter war 19,7 Jahre“, so Pajic), nach einer äußerst schwachen Hinrunde noch den Klassenerhalt in der Landesliga. „Damals holten wir 32 Punkte“, erinnert er sich.

Was vor fünf Jahren mit Ansbach gelang, soll Pajic nun mit den Sportfreunden, die derzeit Drittletzter sind, wiederholen. „Ich bin voller Überzeugung, dass ich mit der Mannschaft das Vertrauen zurückzahlen kann“, so Pajic, der 2007 die Fußball-Lehrer-Lizenz erwarb. Sie ist die Bedingung im Profifußball zu arbeiten, Pajic dürfte – genau wie Petar Kosturkov – also auch einen Verein aus der Bundesliga trainieren.

Als Scout für Hansa Rostock hatte Pajic zweimal die Sportfreunde in dieser Saison gesehen: Beim Heimspiel gegen Laupheim (3:1) und beim 0:1 in Freiberg – ohne zu wissen, dass er nur wenige Wochen später ihr Trainer werden würde.

Lechner und Pajic kennen sich aus früheren Zeiten. Sie spielten vor rund 25 Jahren in der Verbands- und Oberliga, die damals die dritthöchste Spielklasse war, gegeneinander. Allerdings wurde erst jetzt der Kontakt durch die Trainersuche wiederhergestellt.

Bei den Gesprächen dabei war auch immer der ehemalige Trainer Thorsten Schift, der nun als „Manager Sport“ fungiert. Er habe von einem Tag auf den anderen die neue Rolle angenommen, zollt Lechner ihm Respekt. Für Schift sei das auch kein Problem gewesen. „Den Gedanken, als Trainer aufzuhören, hatte ich ja schon etwas länger.“

Trainingsauftakt ist am 21. Januar. „“Bis dahin müssen die Spieler Hausaufgaben erledigen“, so Pajic, der einen unbefristeten Vertrag erhalten hat. „Wir brauchen viel Kraft und Ehrgeiz.“

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Geburtstag: 5. Mai 1962
Geburtsort: Rakovac/Serbien
Wohnort: Aalen
Stationen als Spieler: FK Novi Sad, VfR Aalen
Stationen als Trainer: VfR Aalen II (1.7.2001 bis 31.1.2003), Co-Trainer VfR Aalen (1.2.2003 bis 31.8.2004), Trainer VfR Aalen (1.9.2004 bis 30.6.2005), SpVgg Ansbach (10.10.2010 bis 30.6.2011), TSG Hofherrnweiler (1.7.2011 bis 30.6.2014), zuletzt Scout für Hansa Rostock

Naundorf gibt Amt ab

Fußball Nur kurz war Tilman Naundorf bei den Sportfreunden der Manager Sport. Zum Jahresende zieht er sich zurück.

Schwäbisch Hall. Sein Konterfei fehlt auf der Homepage der Sportfreunde Schwäbisch Hall. Tilman Naundorf bestätigt, dass er das Amt des „Manager Sport“ zum Jahresende abgeben wird. „Ich habe festgestellt, dass diese Arbeit nicht die richtige für mich ist und ich es mir auch langfristig nicht vorstellen kann.“ Als Manager Sport war Naundorf Herr der Finanzen des Fußball-Verbandsligisten und auch in die Kaderzusammenstellung mit eingebunden. „Diese Aufgabe nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Ich arbeite schon in meiner „normalen Arbeit“ viel im Büro. Mir fehlt einfach der Sport als Ausgleich.“

Deshalb habe er sich dazu entschlossen, frühzeitig die nötigen Instanzen zu informieren. „Ich habe bereits im Oktober mit dem Vorstand gesprochen.“ Das bestätigt Sportfreunde-Vorstand Jürgen Lechner. Naundorfs Entscheidung sei weit vor dem Trainer-Rücktritt von Thorsten Schift gefallen. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich war genauso überrascht, dass Thorsten zurücktritt“, bekennt der 31-jährige Naundorf.

Er möchte nun wieder aktiv Fußball spielen. Bei den Sportfreunden könne er das nicht mehr. „Ich bin seit 14 Jahren dort und trage den Verein im Herzen, aber ich kann höchstens zweimal in der Woche trainieren. Das schließt die Verbandsliga komplett aus.“ Thorsten Schift, der weiterhin für die Sportfreunde arbeitet, übernimmt Naundorfs Aufgaben.

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt) 02.12.2016

Sportfreunde-Trainer Thorsten Schift tritt zurück

Sportfreunde-Trainer Thorsten Schift tritt zurück
Auf der Fahrt nach Backnang teilte Thorsten Schift der Mannschaft und dem Betreuerstab der Sportfreunde mit, dass die Partie bei de TSG sein letztes als Sportfreunde-Trainer sein wird.
„Ich trage die Verantwortung für die sportliche Entwicklung und trete deshalb zurück“, erklärte der nun Ex-Trainer gestern gegenüber dieser Zeitung. Die Punkteausbeute in der Vorrunde sei enttäuschend. Die Sportfreunde, die vor der Saison einen Platz unter den ersten drei als Ziel ausgegeben hatten, überwintern auf einem Abstiegsplatz. In dieser Saison gab es mehrere hohe Niederlagen. Mitte der vergangenen Woche habe er sich zum Rücktritt entschlossen. „Thorsten hat zuletzt gelitten. Ich muss diese Entscheidung respektieren. Wichtig ist uns, dass er dem Verein erhalten bleibt“, meinte der Sportfreunde-Vorsitzende Jürgen Lechner.
Dass der Rücktritt Schift nicht leicht fiel, ist ihm deutlich anzuhören. „Thorsten ist ein Trainer durch und durch“, verdeutlicht es Lechner. Die beiden hatten den Verein nach außen hin geführt. „Wir haben auch kontrovers diskutiert und auch gestritten. Am Ende des Tages aber waren wir uns einig“, meinte Lechner.
„Man muss merken, wie die Situation ist“, erklärte Schift nun. Als das Derby gegen Ilshofen so deutlich verloren wurde (0:6), ahnte Lechner schon, dass Schift das Gespräch mit ihm suchen wird. „Das Ilshofen-Spiel war nur ein Mosaikstein“, meint Schift dazu – aber es könnte für ihn das Bild komplett gemacht haben.
Für Lechner als auch für Schift gibt es keinen singulären Grund für den Rücktritt. „Es ist vieles zusammengekommen“, verdeutlicht Schift. Die Verletztenmisere, die wenig überzeugenden Neuzugänge, die tabellarische Situation, die daraus resultierende Unruhe im Umfeld. Er habe sich „das alles anders vorgestellt“. Ende der laufenden Saison sollte für ihn ohnehin als Trainer Schluss sein. Doch er wollte sich mit einem positiven Ergebnis als Coach verabschieden.
Nun müssen die Sportfreunde einen neuen Trainer suchen. Es werde Gespräche mit allen Gremien geben: Vorstand, sportliche Leitung, Wirtschaftsbeirat. Klar ist: Diese werden bald geführt werden müssen, denn die Zeit drängt: Bis spätestens Ende des Jahres möchte Lechner den neuen Mann an der Seitenlinie präsentieren. „Er sollte möglichst die Mannschaft als auch die Region kennen“, formuliert er. Dass dies eine „richtige Herausforderung“ wird, sei ihm bewusst. Der Verein müsse nun zusammenstehen und für die Zukunft die richtigen Strukturen finden. Dass Schift dabei ein wichtiger Bestandteil sein wird, daran lässt Lechner keinen Zweifel. Schift selbst macht auch deutlich, dass er weiter zu den „Blauen“ gehört. Wie genau werde man sehen. Er will „das jetzt erstmal sacken lassen“.

Hartmut Ruffer (Haller Tagblatt) 28.11.2016

Stimme zum Spiel: Ralf Eisenmenger (50)

„Ich bin enttäuscht. In den ersten fünf Minuten hatte ich den Eindruck, dass Öl auf dem Platz, dem Gegner und dem Ball war. Zwar kam Hall zweimal passabel in den Strafraum, aber dann kam es wie so oft: In der Vorwärtsbewegung hat man zu viele Fehler produziert und den Gegner stark gemacht. Die Sindelfinger Spielstärke war  überraschend. Das Tor war sensationell. Da muss man fast aufstehen und Beifall klatschen. Auch wenn es zu Beginn der zweiten Halbzeit einige Chancen für Hall gab, so hatte ich doch selten das Gefühl, dass die Sportfreunde Zugriff auf Ball und Gegner bekommen. Am Ende wurde es zwar spannend, aber das ändert nichts an der Niederlage.“

Optima Sportpark mit neuer Anzeigetafel, neuen Rängen und neuem Flutlicht

Nach Monaten der Verzögerung startet der Bau der Gegentribüne an der Auwiese. Auch die Mega-Leinwand wird in Betrieb genommen.

Ein Arbeiter befördert eine letzte Schaufel Schutt auf den Lastwagen, lässt sich aus dem Führerhaus des Baggers auf den Boden gleiten, setzt sich in den Lastwagen und fährt den Aushub zu einem Abraum-Berg.

An der Auwiese wird gegraben. Der Optima Sportpark erhält eine Gegentribüne. Erst vor knapp einem Jahr wurde die Haupttribüne mit rund 1000 grünen Sitzschalen samt Überdachung fertiggestellt. 

Fünf Löcher fürs Fundament werden ausgehoben. Die Beton-Stufen der Tribüne werden demnächst gesetzt. Die sieht im Prinzip so aus wie die Haupttribüne, ist aber mit 25 Metern Breite und rund fünf Metern in der Tiefe wesentlich kleiner.  Die GmbR, der Zusammenschluss aus TSG und Sportfreunden also, plant, zunächst keine Sitzplätze dort zu errichten. Das wäre zum einen teurer, zum anderen würden überdachte Stehplätze im Preisgefüge bei den Sportveranstaltungen fehlen.

Flutlicht und Leinwand in Betrieb

Anzeigetafel Acht auf vier Meter misst die LED-Tafel im Sportpark. Wochen nachdem sie aufgestellt wurde, konnte sie gestern in Betrieb genommen werden.

Haller Tagblatt (11.05.2016)

90 Minuten mit Philipp Wolf

Vor der Partie stellen sich die Haller Spieler in einer Reihe auf, Abteilungsleiter Eberhard Döring hat eine Ehrung angekündigt. Wolf ahnt in diesem Moment noch nicht, dass ihm die Zuschauer-Auszeichnung zuteil werden wird.

Als "bester Haller Spieler der Vorrunde" bekommt er einen Pokal und einen Strauß Blumen überreicht. Der 30-Jährige strahlt, als sein Namen laut durchs Stadion hallt. Aber man sieht es ihm auch an: Im Mittelpunkt zu stehen, ist seine Sache nicht. Wenige Minuten später wird seine Präsenz auf dem Platz allerdings sehr hoch. Der Abräumer vor der Abwehr ist ständig unterwegs und schont weder sich noch seine Gegner. Bereits nach 36 Minuten ist er mehrmals hart gefoult worden. Obwohl Wolf nur 1,76 Meter groß ist, kann er dank seiner Sprungkraft auch in Kopfballduellen bestehen. Als sein Mitspieler Adam Wilczynski in der 39. Minute nach einem Zweikampf schwer verletzt zu Boden geht, ist Wolf der erste, der nach einem Krankenwagen ruft. In der zweiten Halbzeit treibt der Haller, der mit seiner Frau und drei Kindern in Gerabronn lebt, seine Elf bis in die Schlussphase weiter an. Ob er Wehmut empfindet, dass seine aktive Karriere nach dieser Saison zu Ende gehen wird? "Ich mache dann Platz für die Jüngeren und freue mich auf meine Tätigkeit als Co-Trainer", sagt Wolf verschwitzt. "Aber wichtiger ist, dass wir gegen Normannia als Mannschaft funktioniert und gewonnen haben."

Haller Tagblatt 29.03.2016

90 Minuten mit Jonas Wieszt

Ein Torwart sollte dann da sein, wenn man ihn braucht. Diese Fußballerweisheit trifft auf den Haller Keeper am Samstag zu, vor allem in der zweiten Halbzeit. Sein Team führt zwar - scheinbar beruhigend - mit 3:0. Doch ohne den starken Wieszt zwischen den Pfosten hätte das ganz schnell ganz anders aussehen können. Die Spieluhr zeigt die 67. Minute. "Da hat man gesehen, dass Hall einen guten Torwart hat", meint Böblingens Trainer Bernd Gluiber in der Pressekonferenz. In Neuer-Manier lenkt Wieszt einen Kopfball aus fünf Metern von SV-Torjäger Ivan Vargas noch über die Querlatte. "Ich habe früher oft und gerne Reflexe trainiert", sagt der Student für Personalwesen am Campus Hall nach der Partie. Dazu kommt noch die Erfahrung, die der 23-Jährige in der Saison 2011/12 in der 3. Liga beim VfB Stuttgart II gesammelt hat. Er gibt aber auch zu, dass er bei diesem Reflex Glück gehabt hat. "Irgendwie habe ich den Ball mit Hand und Gesicht noch berührt." Fünf Minuten später reagiert der gebürtige Ottendorfer bei einem weiteren SV-Kopfball erneut glänzend. Das Zu-Null-Ergebnis und solche Paraden machen es der Haller Nummer 2, Eugen Frescher, schwer, an Wieszt vorbeizukommen. "Aber wir kommen sehr gut miteinander aus", berichtet der Stammkeeper. "Ich habe großen Respekt vor Eugen. Er pusht mich in jedem Training." Frescher verfügt ebenfalls über Verbandsliga-Erfahrung, hat allerdings in dieser Saison noch kein Punktspiel für die Sportfreunde bestritten.

 

90 Minuten mit Kevin Lehanka

Man hat dem 25-Jährigen in den vergangenen Spielen angesehen, wie schwer er es hat. Erst ein Treffer ist dem Stürmer in elf Partien gelungen. Eine magere Quote. Doch sein Trainer Thorsten Schift steht zu ihm. "Kevin arbeitet. Er tut viel für die Mannschaft.

Man hat dem 25-Jährigen in den vergangenen Spielen angesehen, wie schwer er es hat. Erst ein Treffer ist dem Stürmer in elf Partien gelungen. Eine magere Quote. Doch sein Trainer Thorsten Schift steht zu ihm. "Kevin arbeitet. Er tut viel für die Mannschaft. Ich bin mir sicher, er trifft auch bald wieder", sagte er unter der Woche. Schift bleibt auch gar nicht viel anderes übrig, als auf Lehanka zu bauen. Seine beiden Sturmkollegen sind am Samstag abwesend. Serdal Kocak steht nicht im Kader. Dennis Ruiz-Maile befindet sich nach einer Verletzung noch in der Aufbauphase. Also läuft Lehanka von Anfang an gegen Nagold viel. Bereits in der 4. Minute bedrängt er den VfL-Torwart, der den Ball dadurch nur unkontrolliert nach vorne schlagen kann. Anschließend kämpft Lehanka auch um zweite Bälle, ohne jedoch zu glänzen. Sein Glücksmoment kommt in der 52. Minute. Adam Wilczynski spielt ihm toll in den Lauf und Lehanka behält aus 17 Metern mit dem rechten Fuß die Nerven. "Meine erster Gedanke war: Der Ball muss ins lange Eck", sagt er nach der Partie. Und er ärgert sich: "Kurz vor Schluss hätte ich noch einmal treffen müssen." Erneut lief er alleine auf den Torwart zu. Dieses Mal wollte er ihn tunneln, doch Kevin Fritz durchschaute das. Der Industriekaufmann Lehanka freut sich trotzdem und schaut abends gemeinsam mit Freundin und Katze in der Wohnung in Öhringen die Torszenen noch einmal im Internet an.

90 Minuten mit Matthias Haag

Einsatz und Leidenschaft stimmen wie immer beim 27-jährigen Abwehrchef der Sportfreunde. Und dennoch ist es nicht der Tag des Matthias Haag.

Vor dem Anpfiff bilden die Sportfreunde einen Kreis, der Kapitän Haag feuert sein Team an: "Wir sind die Nummer 1!" In den nächsten 20 Minuten ist von ihm wenig zu hören. Das 0:2 nagt auch an ihm. Doch nach 26 Minuten setzt er ein erstes Zeichen. Einen Konter unterbindet er mit einer eleganten Grätsche. Fünf Minuten später leitet er mit einem 60-Meter-Pass auf Alessandro Reinecke einen guten Haller Angriff ein. Keine 60 Sekunden später stoppt er Basri Tiryaki hart, aber fair. Es ist nur folgerichtig, dass er beim Elfmeter Verantwortung übernimmt. Sein Schuss ist aber nicht sehr hart, zudem hat Ilshofens Jürgen Groß den richtigen Riecher und wehrt den Ball ab. Nach dem Wechsel ist Haag bei jeder sich bietenden Standardsituation mit vorne. Er verzichtet beim 1:2 auf den Jubel und holt sofort den Ball aus dem Netz. In der Abwehr ist er weiter sicher. In der 62. Minute klärt Haag rustikal, indem er den Ball auf den angrenzenden Aldi-Parkplatz bolzt. Vier Minuten später regt er sich auf. Er muss Basri Tiryaki mit unfairen Mitteln stoppen. Schiedsrichter Manuel Digeser zeigt ihm dafür die gelbe Karte. Zu keinem Zeitpunkt signalisiert seine Körpersprache, dass er aufgegeben hat. Kurz vor Schluss kommt er noch zu einer Chance, setzt den Ball aber neben das Tor. Nach Schlusspfiff ist ihm die Enttäuschung deutlich anzumerken. Den Spielverlauf hat er sich anders vorgestellt.

Haller Tagblatt 25.10.2015

90 Minuten mit Joshua Voigt

Er gehört zu den Nachwuchsspielern, von denen Trainer Thorsten Schift viel hält. Joshua Voigt macht im nächsten Jahr sein Abitur und war noch im Juli beim Sparkassen-Bundesligacup einer der Garanten für das gute Auftreten der Haller gegen Bundesliga-U19-Teams.

Voigt bringt Einsatz, egal ob die 1. oder die 92. Minute läuft. Er ist sich zu keiner Aktion zu schade und wirft seinen Körper in die gegnerischen Schüsse.

 

Gegen Balingen 2 zeigt der Innenverteidiger in der ersten Halbzeit eine gute Leistung. Die Angreifer bereiten ihm keine großen Probleme und er kann sogar immer wieder einen Pass nach vorne spielen wie in der 22. Minute. Kurz vor der Halbzeit verliert Voigt seinen ersten Zweikampf gegen Olcay Akkaya, was aber ohne Folgen bleibt. Nach der Halbzeit folgt zuerst die kalte Dusche in Form des 0:1. Das kurz darauf folgende 0:2 nimmt Voigt auf seine Kappe: "Das war mein Fehler." Akkaya nutzte den Moment der Unaufmerksamkeit zu einem Schuss vom Sechzehner aus. Hall versucht danach Druck aufzubauen, die Haller Nummer 4 muss hinten absichern. Ob er in der nächsten Partie erneut von Anfang an spielen wird, weiß der 18-Jährige nicht. Der Konkurrenzkampf im Team ist groß. Auf Voigts Position spielt zudem normalerweise Kapitän Matthias Haag, der aber noch an einem Zehenbruch laboriert.

 

Haller Tagblatt 12.10.2015

90 Minuten mit Lamar Yarbrough

Kaum einer der eigenen A-Jugendlichen hat sich in den vergangenen fünf Jahren so schnell im Haller Verbandsligateam festgespielt wie der 1,92-Meter-Mann. Der 19-Jährige ist eigentlich ein gelernter Sechser, aber Trainer Thorsten Schift setzt ihn am Samstag in der Innenverteidigung neben Kapitän Matthias Haag ein. Dieser Posten war durch die Verletzung von Sven Blumenstock frei geworden. Yarbrough zeigt äußerlich keine Nervosität. Aber innerlich habe das anders ausgesehen, vor allem nach einem Fehlpass, der den Gästen eine gute Möglichkeit einbrachte, sagt er später. Nach einer Viertelstunde wird der Haller sicherer und überzeugt mit mehreren guten Ballbehauptungen (links im Bild). In einer brenzligen Situation köpft er überlegt zu Adam Wilczynski, der sofort das Spiel nach vorne öffnet (39.). Eigene Aktionen nach vorne hat Yarbrough nicht viele. In der 64. Minute versucht er es mit einem Steilpass auf Ali Gökdemir, doch das misslingt. Dass er auch einfach abräumen kann, beweist er in der 69. Minute. Der Ball fliegt weit über die Tribüne in Richtung Kocher. "Ich bin ganz zufrieden mit meiner Leistung", sagt Yarbrough, der bei den Stadtwerken arbeitet. "Aber es fehlt auch noch etwas." Damit meint er vor allem die Laufwege, das Auf-Höhe-Stehen und taktische Feinheiten. Trainer Schift hält große Stücke auf ihn. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist Yarbrough am Samstag in Gmünd wieder mit dabei.

Haller Tagblatt vom 18.05.2015

90 Minuten mit Marco Ammon

"Ich war am Anfang schon ein bisschen nervös", gibt der 19-jährige Sportfreunde-Torwart nach dem Spiel zu. Kein Wunder, schließlich hat Ammon sein Verbandsliga-Debüt gegen Böblingen gefeiert. Ein Abstoß des Fichtenbergers segelt in der ersten Viertelstunde ins Aus. In der 17. Minute faustet Ammon einen direkt aufs Tor gezogenen Eckball konsequent weg. Vier Minuten später zeigt er eine kleine Unsicherheit, als er beim Herauslaufen kurz nachfassen muss.

Kurz nach der Pause zeigt Ammon sein Können: Einen gefährlichen Schuss aufs kurze Ecke wehrt der Keeper souverän ab. Danach kommt von der Offensive der Gäste nicht mehr allzu viel, der junge Schlussmann hat keine Möglichkeit mehr, sich auszuzeichnen.

"Das Niveau in der Verbandsliga ist schon hoch", sagt Ammon, der ab September ein duales Studium des Wirtschaftsingenieurwesens beginnt. Am Mittwoch habe Trainer Thorsten Schift ihm mitgeteilt, dass er am Sonntag zwischen den Pfosten stehe. "Ich hab mich ganz normal vorbereitet. Im Spiel hab ich versucht, ruhig zu bleiben. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Ich würde mich freuen, wenn ich noch ein Spiel in dieser Saison machen könnte", sagt Ammon. Eine souveräne Partie attestiert ihm auch sein Coach. "Als er gefordert wurde, war er da", fasst Schift das Spiel seines Schützlings zusammen. Die Stärken des jungen Torwarts sieht er auf der Linie. Beim Herauslaufen hat der 19-Jährige noch Potenzial, sich weiter zu verbessern.

Siegfried Waldbüßer

Siegfried Waldbüßer mit Fußball und Krücken auf der Tribüne des Sportparks am Kocher. Beim Eröffnungsspiel wird er zuschauen müssen.

"Im rechten Knie hat es geschnalzt" Plötzlich ist das Kreuzband gerissen.

Herr Waldbüßer, wie geht es Ihnen?

SIEGFRIED WALDBÜßER: Den ersten Schock habe ich verdaut. Ich hatte befürchtet, dass es etwas Schlimmeres ist. Jetzt muss ich es so hinnehmen.

Sie haben sich beim 0:6 gegen die TSG Backnang verletzt. Wie ist das passiert?

Ich wollte den Torwart irritieren, habe mich seitlich bewegt. Mit dem linken Fuß bin ich hängengeblieben, im rechten Knie hat es dann geschnalzt und ich knickte nach innen weg. Ich bin kurz raus, aber da der Schmerz nicht so stark war und ich auch laufen konnte, bin ich wieder aufs Feld. Nach einer Ecke ist das Knie nochmal weggeknickt. Da wusste ich: Ich muss raus. (lacht)

Wie ging es weiter?

Ich bin zu dem Orthopäden Stephan Maibaum nach Heidelberg gefahren. Der hat ein spezielles Gerät, mit dem getestet wird, ob das Kreuzband geschädigt ist. Das hat nichts angezeigt. Ich war froh. Dann ging es in die MRT-Röhre. Als ich die Bilder anschaute, sah ich viele rote Punkte - kein gutes Zeichen. Tatsächlich war das Kreuzband gerissen. Maibaum meinte, dass er so etwas auch noch nie erlebt hat. Auch beim zweiten Mal zeigte das Gerät keine eindeutige Schädigung des Kreuzbandes an - mit dem Wissen durch die MRT-Bilder aber war es erkennbar.

Wann werden Sie operiert?

Frühestens Ende der kommenden Woche. Die Schwellung muss erst zurückgehen.

Das heißt, wenn an diesem Samstag Ihre Mannschaftskollegen in Wangen spielen, bleiben Sie zu Hause?

Ich bin nicht der Typ, dem es egal ist, was die Kollegen machen. Ich wäre schon gerne dabei. Aber lange Fahrten im Bus sind momentan nicht besonders angenehm. Ich werde spontan entscheiden. Nach der OP kann ich zwei bis vier Wochen gar nichts tun. Dann geht es darum, zumindest wieder so fit zu werden, dass ich arbeiten kann.

Das 0:6 gegen Backnang haben Sie größtenteils von Außen gesehen. Wie war Ihr Eindruck?

In der zweiten Halbzeit haben wir uns ergeben. Aber Backnang ist keine Übermannschaft. In den ersten 20 Minuten waren wir gefühlt einem Tor näher. Nun, es gibt eben solche Tage, an denen nichts läuft.

Aber Tatsache ist, dass Hall sich in dieser Saison immer mal wieder schwer tut.

Unser Problem ist: Es fehlt die Konstanz - und zwar seit zwei Jahren. Wann haben wir zuletzt mal drei Spiele in Folge gewonnen? Innerhalb von Mannschaften gibt es immer mal wieder Spannungen. Wir aber lassen uns manchmal mehr davon beeinflussen, als es nötig wäre.

Haben sie sich in letzter Zeit die Baustelle des Sportparks am Kocher angesehen?

Natürlich. Allein der Spielertunnel ist ein geiler Anblick. (lächelt) Ich kann mir schon vorstellen, dass das neue Stadion für Spieler ein Anreiz ist, hierher zu kommen. Hall hat zudem für Sportler eine gute Infrastruktur. Es gibt alles, was man braucht: Physios, Ärzte. Spieler anderer Teams haben mich schon gefragt, wann alles fertig ist. Und ganz sicher kommen auch die Schiedsrichter dann lieber nach Hall. Die hatten bislang eine superkleine Umkleidekabine.

In der kommenden Saison wird es aller Voraussicht nach wieder ein Nachbarschaftsduell geben. Der TSV Ilshofen wird wohl aufsteigen. Gibt's Vorfreude?

Klar ist das eine schöne Sache. Am Besten wäre es, gleich am ersten Spieltag im neuen Stadion das Derby zu spielen. Spätsommer, eine hoffentlich große Kulisse. Und das erste Spiel der Rückrunde noch vor der Winterpause dann in Ilshofen auf Kunstrasen - auch keine schlechte Sache.

Aufgrund Ihrer Verletzung aber ohne Sie. Sechs bis neun Monate Pause. Sie verpassen auch das Eröffnungsspiel gegen die TSG Hoffenheim.

Ich habe schon einmal ein Spiel gegen Hoffenheim verpasst. Als das Stadion in Sinsheim eingeweiht wurde, spielte die TSG gegen eine Regionalauswahl. Ich sollte dabei sein, habe mich aber kurz vor dem Spiel verletzt. Insofern schließt sich jetzt der Kreis. (lacht)

In der Winterpause hat die Sportfreunde-Führung beschlossen, noch mehr in die Jugend zu investieren. Das ging auch zu Lasten der Männermannschaft. Was halten Sie davon?

Man muss diesen Weg gehen. Wir werden alle nicht jünger. Philipp Wolf, Tilman Naundorf, Stefan Beez werden nicht mehr lange spielen. Und dann? Man muss von Grund auf etwas aufbauen. Am besten wäre es mit den A-Junioren in die Oberliga aufzusteigen, damit wir mit Hollenbach konkurrieren können. Dann würden sich sicher einige Spieler für Hall und nicht für Hollenbach entscheiden.

Haller Tagblatt 02.05.2015 Hartmut Ruffer

Abriss auf Auwiese: Letztes Fußballspiel am 3. Mai

Haller Tagblatt <small class="unit color-grey detail size2of5">TOBIAS WÜRTH</small>

Am 3. Mai ist das letzte Spiel der Sportfreunde im alten Stadion. "Es ist ein Heimspiel gegen Göppingen", erläutert Vorsitzender Jürgen Lechner. Dann ist zum letzten Mal die heimelige Atmosphäre im historischen Stadion auf der abbröselnden Tribüne zu erleben. Die letzten drei Spiele der Sportfreunde in der Saison werden im Schenkenseestadion ausgetragen - und zwar nicht auf dem neuen Kunstrasenplatz. "Im Sommer spielt man lieber auf Rasen", erläutert Lechner.

Wo es im Herbst weitergeht, sei noch nicht ganz klar, sagt Lechner. Entweder im Schenkenseestadion oder wieder auf der Auwiese. Der Rasen soll dort nämlich auch in der Bauphase nicht beschädigt werden. Im Frühjahr 2015 soll dann das neue Gebäude auf der Auwiese samt Tribüne bezogen werden. Es soll 2,5 Millionen Euro kosten.

Auwiese Die Sportfreunde Schwäbisch Hall tragen ihre Heimspiele bisher im rund 4000 Zuschauer fassenden "Stadion Auwiese" aus. Das wurde am 18. September 1949 mit einem Spiel gegen die SpVgg Fürth eingeweiht. Doch die Umkleidekabinen sind marode. Die Tribüne bröckelt ab, erscheint Sportlern und Zuschauern nicht zeitgemäß.

Pläne Architekt Ulrich Mix aus Hall ging als Sieger eines Wettbewerbs hervor. Es soll eine Tribüne mit knapp 600 überdachten und rund 600 nichtüberdachten Plätzen entstehen. Im Erdgeschoss des Tribünenbauwerks finden Kabinen- und Geräteräume Platz. Weiter oben Küchen- und Gastronomieräume sowie eine große Fläche für Events, die vielseitig genutzt werden kann. Auf der gegenüber liegenden Spielfeldseite findet sich eine Stehplatztribüne, die zu einem späteren Zeitpunkt aber auch zu einer Sitzplatztribüne umgebaut werden kann, teilen TSG und Sportfreunde Schwäbisch Hall mit.

Nutzer Im "Sportpark am Kocher" - wie das Stadion heißen soll - wird weiterhin Fußball gespielt. Mit den Unicorns der TSG kommt nach der Eröffnung 2015 Football hinzu.

Haller Tagblatt vom 19.08.2013

90 Minuten mit . . .

Eugen Frescher

Thorsten Schift ist kein Freund davon, Spieler besonders herauszuheben. Doch nach dem ersten Spieltag macht er es. Angesprochen auf die drei von Beginn an spielenden Neuzugänge Eugen Frescher, Nico Nierichlo und Serhat Ayvaz, lobt er diese allgemein, sagt dann zu seinem Torhüter: "Das war überragend. Eugen hat die gesamte Vorbereitung mitgemacht, dabei 15 bis 20 Kilo abgespeckt. Er war ein sicherer Rückhalt." Der 28-jährige Frescher kam vom Bezirksligisten TSV Hessental. Aufgrund der noch nicht auskurierten Handverletzung von Karel Nowak stand er während der Vorbereitung und nun zum Saisonstart im Haller Tor. Das frühe Gegentor, bei dem er schuldlos ist, bringt ihn nicht aus der Ruhe. Wann immer er gefordert ist, ist Frescher zur Stelle. Die wenigen Sindelfinger Schüsse, die aufs Tor kommen, pariert er mühelos. In der zweiten Halbzeit entschärft er zunächst mit einer Hand einen Eckball, dann zeigt er, dass er auch nicht davor zurück schreckt, sich ins Getümmel zu stürzen. In der 76. Minute fliegt eine hohe Freistoßflanke in den Strafraum. Frescher fängt den Ball sicher und räumt dabei einen Sindelfinger sowie seinen Verteidiger Sven Blumenstock ab. Keinem passiert etwas, aber Frescher hat sich erneut Respekt verschafft. Ein gelungener Verbandsliga-Einstand.